Nestlé-Chef reagiert erstmals auf Spitzel-Vorwürfe
publiziert: Samstag, 16. Aug 2008 / 09:20 Uhr

Lausanne Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck hat zum ersten Mal auf die Vorwürfe der Bespitzelung von Attac Waadt reagiert. Er berief sich dabei auf die Unschuldsvermutung.

«Keine Infiltration»: Peter Brabeck.
«Keine Infiltration»: Peter Brabeck.
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«Wenn mir jemand zeigt, das Nestlé am Anfang einer Infiltration stand, werde ich intern die nötigen Entscheidungen treffen, denn dies ist nicht konform mit unserer Politik», sagte Brabeck am Freitag in einem Gespräch mit dem Westschweizer Radio RSR.

Zum Vorschlag von Securitas, eine junge Frau in die Waadtländer Attac-Sektion einzuschleusen, hatte Nestlé im Jahr 2003 Grünes Licht gegeben. Die Frau sollte rapportieren, welche Kritik die globalisierungskritische Gruppierung am Nahrungsmittelkonzern in der Öffentlichkeit üben wollte und welche Aktionen geplant waren.

Aus der Sicht von Nestlé ist die Aushorchung von Attac im Zusammenhang mit den Ereignissen im Vorfeld der G8-Demonstrationen zu sehen. Bei einer Bauerndemonstration vor dem Nestlé-Hauptsitz in Vevey waren im Frühjahr 2003 die Scheiben einer Drehtür in Bruch gegangen. Ausserdem waren Pfeiler und Fensterscheiben besprayt worden.

Kritik am Kolumbiengeschäft

Die Furcht des Konzerns vor einem zusätzlichen Imageschaden war offenbar gross. Während die Waadtländer Attac-Sektion für ein Buchprojekt im Jahr 2003 mit Recherchen zu den Geschäftstätigkeiten von Nestlé in Südamerika begann, bereitete der globalisierungskritische Verein Multiwatch in Bern eine symbolische Anhörung von kolumbianischen Gewerkschaftern vor.

An dem Nestlé-kritischen Anlass, der im Herbst 2005 stattfand, wurde das Verhalten des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns in Kolumbien gegenüber den Gewerkschaften in Frage gestellt.

Nestlé bezeichnete in der Folge viele der Vorwürfe als «frei erfunden». Andere würden von einer tiefen Unkenntnis der Verhältnisse in Kolumbien zeugen.

Einbrüche und anonyme Anrufe

Während den Vorbereitungen des Anlasses wurden die Nestlé-Kritiker selbst zur Zielscheibe von Unbekannten. Kurz vor der symbolischen Anhörung der kolumbianischen Gewerkschafter in Bern wurde beim Sekretariat von Multiwatch eingebrochen.

Die Polizei klassierte den Fall damals als Beschaffungskriminalität. Wertgegenstände und Geld waren bei dem Einbruch allerdings nicht gestohlen worden. In der Folge liefen auch mehrere anonyme Anrufe beim Multiwatch-Sekretariat ein.

Ein zur Anhörung in Bern geladener kolumbianischer Gewerkschafter wurde vor der Abreise in die Schweiz erstochen. Die Hintergründe des Mordes seien nicht bekannt, sagt Stephan Suhner von der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien. Es sei dies aber nicht der einzige gewaltsame Todesfall eines kolumbianischen Gewerkschafters.

Ermordete Gewerkschafter

«Kolumbien ist ein Land mit einer hohen Gewaltrate», räumt Suhner ein. Eine grosse Mehrheit der Morde an Gewerkschaftern habe jedoch einen politischen Hintergrund, ist er überzeugt. Suhner fordert, dass der gewaltsame Tod von zehn kolumbianischen Gewerkschaftern, die bei Nestlé tätig waren, aufgeklärt wird.

«Ein Unternehmen muss sich überlegen, was es heisst, in einem Land wie Kolumbien Geschäfte zu machen, einem Land mit diesem Gewalthintergrund», ist Suhner überzeugt. Dies gelte nicht nur für Nestlé,sondern auch für andere Unternehmen mit Sitz in der Schweiz wie Glencore und Xstrata.

(ht/sda)

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