Zielband für Drei-Monats-Libor bleibt
Nationalbank führt bisherige Geldpolitik unverändert fort
publiziert: Donnerstag, 10. Dez 2015 / 10:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Dez 2015 / 12:43 Uhr
Das Zielband für den Drei-Monats-Libor bleibt bei -1,25 bis -0,25 Prozent.
Das Zielband für den Drei-Monats-Libor bleibt bei -1,25 bis -0,25 Prozent.

Bern - Trotz wirtschaftlicher Stagnation und weiterhin starkem Franken sieht die Schweizerische Nationalbank zurzeit keinen Grund, ihre Geldpolitik zu verschärfen. Sie belässt die Leitzinsen und die Negativzinsen auf Giroguthaben auf dem bisherigen Niveau.

7 Meldungen im Zusammenhang
So bleibt das Zielband für den den Drei-Monats-Libor-Zinssatz, für den Geschäftsbanken untereinander Geld verleihen, bei -1,25 bis -0,25 Prozent. Die Negativzinsen auf einem Teil der Giroguthaben bei der Nationalbank belaufen sich weiterhin auf 0,75 Prozent. Damit setzt die Nationalbank ihren geldpolitischen Kurs unverändert fort, obwohl sich das wirtschaftliche Umfeld für die Schweiz seit der letzten Lagebeurteilung im September eher verschlechtert hat.

So hat sich die Schweizer Wirtschaft schwächer entwickelt als erwartet. Im dritten Quartal ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) nicht mehr gewachsen und auch der Franken hat sich gegenüber dem Sommer wieder leicht verstärkt. Dazu kommen die Weltwirtschaft, die sich unter den Erwartungen entwickelt hat und der Entscheid der Europäischen Zentralbank, die Geldschleusen weiter zu öffnen.

SNB zeigt sich optimistisch

All das hätte genügend Gründe für eine Kurskorrektur der Nationalbank geliefert. Die SNB jedoch bewegt sich nicht, wie sie am Donnerstag bekannt gab. SNB-Präsident Thomas Jordan begründete dieses Stillhalten in seiner Rede in Bern mit zwei Faktoren. So präsentiere sich erstens die Konjunkturlage der Schweiz bei genauerer Betrachtung etwas besser als die BIP-Daten allein zeigten.

So seien diese nämlich einerseits von Sonderfaktoren geprägt, die nichts mit der Konjunktur zu tun hätten. Unter anderem sei im Sommer die Energieproduktion ungewöhnlich stark zurückgegangen, was jedoch das Wirtschaftswachstum nicht beeinflusse. Andererseits hätten sich sowohl der Konsum wie auch der Export dynamischer entwickelt als im ersten Halbjahr. Ganz allgemein zeigte sich die SNB in Bezug auf die weitere Wirtschaftsentwicklung der Schweiz optimistisch. Sie geht weiterhin von einer langsam Erholung der Schweizer Wirtschaft aus.

Als zweiten Grund für das Stillhalten nannte Jordan die Zinsdifferenz zur Eurozone. Diese sei auch nach der leichten Zinssenkung durch die EZB deutlich grösser als zu Jahresbeginn, sagte er. Die Zinsdifferenz bestimmt unter anderem, wie attraktiv für Anleger eine Währung gegenüber einer anderen Währung ist. Die Nationalbank hat mit der deutlichen Zinssenkung Anfang Jahr Anlagen in Schweizer Franken unattraktiver gemacht.

Die SNB hält zwar weiterhin den Franken als «deutlich» überbewertet. Zusätzliche Massnahmen braucht es laut Jordan zurzeit jedoch nicht. Die Nationalbank bleibe ja auch am Devisenmarkt aktiv, um bei Bedarf Einfluss auf die Wechselkursentwicklung zu nehmen, sagte der SNB-Präsident.

Erwarteter Nullentscheid

Jordan erfüllt mit seinem Nullentscheid auch die Erwartungen. Der Grossteil der Ökonomen und auch die Finanzmärkte gingen von einem Stillhalten der Nationalbank aus. Marktbeobachter führen dazu einen weiteren, von Jordan nicht erwähnten Grund an. Es wird nämlich allgemein erwartet, dass die US-Zentralbank Fed Mitte Dezember zum ersten Mal seit fast zehn Jahren die Zinsen wieder anhebt.

Das würde den Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken dämpfen, was der SNB gelegen käme. Zudem gingen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass die Nationalbank seinen letzten Pfeil im Köcher gegen die Frankenstärke - nämlich eine weitere Verschärfung der Negativzinsen - nicht bereits schon jetzt verschiesst. Dies zumal Negativzinsen langfristig negative Folgen für die Volkswirtschaft haben können.

So geraten nämlich nicht nur die Pensionskassen unter Druck. Es ist auch zu befürchten, dass die Hortung von Bargeld zunehmen wird, wenn auch normale Bankkunden auf ihren Konten Negativzinsen zahlen müssten. Bis jetzt erhebt nur eine Bank solche Strafzinsen auf Privatkonten. Mit einer weitere Anhebung der Negativzinsen könnten jedoch weitere Banken nachziehen.

(nir/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Ein Jahr ist es her, dass Nationalbankpräsident Thomas Jordan und die beiden Direktoren Jean-Pierre ... mehr lesen
Die Schweizerische Nationalbank brachte die Wirtschaft durcheinander.
Fremdwährungen trieben den Verlust voran.
Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte das Jahr 2015 mit einem Verlust von 23 Milliarden Franken abschliessen. ... mehr lesen
Versicherungen Bern - Auf rund 632'000 Konten liegen ehemalige Pensionskassengelder, von denen die ... mehr lesen
Meist gingen die Gelder bei einem Stellenwechsel oder Arbeitsunterbruch vergessen. (Symbolbild)
«Ostschweiz am Sonntag»: Ende Jahr sollen in der Schweiz zwölf Zollstellen geschlossen werden.
Die heutigen Schlagzeilen: mehr lesen
Zürich - Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ... mehr lesen
Ob die SNB im November am Devisenmarkt interveniert hat, ist nicht genau aus den Zahlen abzulesen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Strafzins wird verschärft.
Frankfurt - Die EZB verschärft den Strafzins für Banken. Der sogenannte Einlagensatz sei auf minus 0,3 Prozent von bislang minus ... mehr lesen
Bern - Der Ökonom Ernst Baltensperger gibt sich angesichts des starken Frankens gelassen. Während manche vor einer ... mehr lesen
«Der Strukturwandel war bisher insgesamt zum Vorteil der Schweiz.»
Finanzdienstleistungen, Private Equity und Vermögensberatung
Individuelle Vermögensverwaltung - Unabhängig, Transparent, Zuverlässig
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
1,2 Millionen US-Dollar wurden nach Argentinien überwiesen.
1,2 Millionen US-Dollar wurden nach Argentinien ...
Konto auf Bahamas aufgegeben  Buenos Aires - Der argentinische Präsident Mauricio Macri will sein auf den Bahamas geparktes Geld nun in Staatsanleihen in der Heimat investieren. Er habe den Verwalter des Kontos angewiesen, die 1,2 Millionen US-Dollar aus der Karibik nach Argentinien zu überweisen. 
Massenproteste in Argentinien Buenos Aires - Hunderttausende Menschen sind in Argentinien gegen Entlassungen und Inflation ...
Argentinien kehrt nach 15 Jahren an die Finanzmärkte zurück Buenos Aires - Argentinien hat nach einer Staatspleite und ...
Janet Yellen hat die Märkte auf die Zinserhöhung vorbereitet.
Geldpolitische Straffung  Washington - US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung vorbereitet. ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Meine Anwälte sagen: "Aus einem Esel wird wird in tausend Jahren kein Golfisch, ... Di, 14.06.16 20:10
  • jorian aus Dulliken 1754
    Saudumm? Die Frage ist nur WER! Sie haben mich verleumdet. Sie haben übel über mich geredet! (Dies ... Di, 14.06.16 03:57
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Wer Kritik als persöliche Beleidigung empfindet, wer Kritik als mundtot-machen ... So, 12.06.16 12:24
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Sehr, sehr traurig... Für den Jorian ist eine Redaktion eine Anstalt, die Zenzur immer dann ... Mo, 06.06.16 21:11
  • mcdale aus St. Gallen 106
    Pech aber auch Mit den Freidenkern wollte man unabhängig erscheinen, vergass aber ... Fr, 03.06.16 11:36
  • Pacino aus Brittnau 730
    Gute, unzensierte Plattform . . . . . . es ist echt schade darum. Klar wurden gelegentlich Blogger auch ... Fr, 03.06.16 09:19
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 13
Das Crowdfunding hat um 73 Prozent zugelegt.
Startup News Crowdfunding in der Schweiz markant gewachsen Luzern - Auf tiefem Niveau ist der Markt für Schwarmfinanzierung (sog. Crowdfunding) in der Schweiz erneut stark gewachsen. Diese Art der Geldbeschaffung ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
Publinews
                   
Kaffee gehört für viele Arbeitnehmer fest zum Büroalltag dazu
Publinews Eine gute Tasse Kaffee gehört für viele Menschen fest zum Alltag. Während manche den Muntermacher hauptsächlich morgens nach dem Aufstehen brauchen, trinken ... mehr lesen
Online-Dating wird immer beliebter - heute setzen schon viel mehr Menschen bei der Partnersuche auf das Internet als noch einige Jahre zuvor. Die Tendenz geht zudem zum mobilen Online-Dating.
Publinews Online-Dating erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies ist angesichts von ca. 1,5 Millionen Singles in der Schweiz auch kein Wunder. Dabei sind für den ... mehr lesen
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine ...
Ist das gewünschte Grundstück tatsächlich für das eigene Bauprojekt geeignet? Worauf sollten Käufer dabei achten?
Publinews Laut Statistik Schweiz waren im Jahr 2000 fast drei Viertel der in der Eidgenossenschaft existierenden 3,57 Millionen Wohnungen in der Hand von ... mehr lesen
-1
Publinews Die meisten von uns sitzen den ganzen Tag an ihrem Arbeitsplatz – unser Rücken bestraft das auf längere Sicht mit Rückenschmerzen. Um sie ... mehr lesen
Warte nicht länger, sondern mach dich auf den spannenden Weg zu deinem eigenen Film.
Publinews Kamera läuft!  Smartphones machen es möglich: wir haben unsere kleine Video-Kamera immer dabei und filmen laufend, was uns bewegt, was lustig, skurril oder sehenswert ist. ...
Gilt ein MBA auch heute noch als Karriereboost? Diese Frage lässt sich grundsätzlich bejahen.
Publinews Wer seine berufliche Karriere als Ingenieur oder in einem technischen Beruf startet, muss nicht stets in dieser Position verharren. Gerade Ingenieure und ... mehr lesen
Webhosting meint die Bereitstellung des nötigen Speicherplatzes für deine Seite im Netz.
Publinews Webhosting - das Beste für deine Website  Was steckt eigentlich hinter einer Internetseite? Nun ja, das sind natürlich vor allem deren Inhalte. Ob Text, Grafik, Video ...
Der Kauf einer Immobilie sollte immer abgewogen werden.
Publinews Auch am Schweizer Kapitalmarkt sind die Entwicklungen der vergangenen Jahre hinsichtlich der Leitzinssenkungen nicht spurlos vorübergegangen. Betrachtet ... mehr lesen
Nimm noch heute Kontakt mit uns auf.
Publinews Tipps für erfolgreiches Online Marketing  Hast du schon einmal darüber nachgedacht, die alten Marketing-Pfade zu verlassen und vielversprechende, modernere Wege zu gehen?
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
S Logo
S
23.06.2016
23.06.2016
23.06.2016
rose's choice Logo
23.06.2016
rose's choice Logo
23.06.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten