Nanomedizin aus den Alpen
publiziert: Freitag, 3. Aug 2007 / 06:52 Uhr

Das CSEM hat in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Tourismus des Kantons Graubünden verschiedene Möglichkeiten für die Schaffung eines Kompetenz- und Exzellenzpools in der Ostschweiz untersucht, um den Wirtschaftsstandort Alpenrheintal zu stärken. Dieses gemeinsame Engagement führte zur Eröffnung eines CSEM Innovationszentrums in Landquart (GR), das sich speziell mit der Nanomedizin beschäftigt.

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Guter Schachzug: In vier Jahren sollen zirka 40 Mitarbeiter im Forschungszentrum für Nanomedizin in Landquart arbeiten.
Guter Schachzug: In vier Jahren sollen zirka 40 Mitarbeiter im Forschungszentrum für Nanomedizin in Landquart arbeiten.
Obwohl die Gegend des Alpenrheintals schon mehrere weltweit bekannte Unternehmen wie Oerlikon OC, EMS Chemie, Hamilton, Trumpf oder Cedes beherbergt, sind sich die Behörden des Kantons Graubünden und des Fürstentums Liechtenstein bewusst, dass die Attraktivität ihrer Region noch ungenügend ist, um Hochtechnologie-Unternehmen in grösserer Zahl dort ansiedeln. Diese Feststellung führte dazu, dass das Amt für Wirtschaft und Tourismus des Kantons Graubünden einen mutigen Schritt unternahm. 2006 beauftragten die Bündner Behörden das CSEM mit einer Studie über die viel versprechendsten Möglichkeiten zur Stärkung des wirtschaftlichen Potenzials der Region.

Ziel und Lösung

Das Ziel lautet: Die nachhaltige Steigerung der Attraktivität der Region, um die besten Spezialisten der Schweiz und aus dem Ausland anzuziehen. Die Ambition: Die Region mit einer zukunftsorientierten Vision dynamisieren und mit kreativen Forschungsleistungen zu unterstützen, um die Innovationskraft des Alpenrheintals langfristig zu steigern. Die Lösung: Ein Kompetenz- und Wissenszentrum mit starker regionaler Wirkung aufbauen, das als zentrales Thema einen strategischen Aktivitätsbereich für die regionale Wirtschaft, nämlich die Nanomedizin, beinhaltet.

Die Nanomedizin

Die Biowissenschaften und -technologien sind ein bedeutender technologischer und industrieller Sektor des 21. Jahrhunderts; sie werden die Volksgesundheit und das Wirtschaftswachstum immer stärker beeinflussen. Sie repräsentieren in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht ganz klar einen strategischen Sektor. Es ist kein Zufall, dass sich die technologischen Kompetenzen, die in diesem neuen Zentrum erarbeitet werden, auf die Verbindung der Nanowissenschaften und Nanotechnologien im Dienst der Gesundheit, und somit auf die Nanomedizin, konzentrieren werden. Die vorgesehenen Themen beinhalten die dreidimensionale mikroskopische Bilderfassung mit Röntgenstrahlung, die Funktionalisierung biologischer Objekte durch Modifikation (Aktivierung und Passivierung) ihrer Oberflächen, und die Realisierung von Miniatur-Biosensoren zur empfindlichen und zuverlässigen Detektion von biochemischen Substanzen und Molekülen.

Biowissenschaften als Stärke

Das CSEM-Zentrum Landquart wird im August mit einem Team von fünf Mitarbeitern unter der Leitung von Peter Seitz, Vize-Präsident des CSEM und Professor für Optoelektronik am Institut für Mikrotechnik der Universität Neuchâtel, seinen Betrieb aufnehmen. Dieses technologische und industrielle Innovationszentrum wird zum Motor für den akademischen und wirtschaftlichen Austausch zwischen den verschiedenen Hochtechnologie-Unternehmen der Ostschweiz, und es soll zu einem Aushängeschild für das technologische Know-how der Region werden. In vier Jahren sollen zirka 40 Mitarbeiter im Forschungszentrum für Nanomedizin in Landquart arbeiten, das dann mit einem Budget von fast acht Millionen Schweizer Franken operieren wird.

Innovationszentrum

Das 1984 gegründete CSEM, Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique SA, ist ein privates Forschungs- und Entwicklungszentrum, das sich auf Mikro- und Nanotechnologie, Mikroelektronik, Systems Engineering und Kommunikationstechnologien spezialisiert hat. Es bietet seinen Industrie-Kunden und -Partnern innovative und massgeschneiderte Lösung, basierend auf seinem Marktwissen und seinen technologischen Kompetenzen, die aus den Resultaten seiner angewandten Forschung hervorgehen. Mit der Eröffnung mehrerer Start-up trägt es zum Wirtschaftsstandort Schweiz bei. In den 24 Jungunternehmen, die bis heute gegründet wurden, arbeiten mehr als 500 Personen. Mehr als 300 hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus wissenschaftlichen und technischen Bereichen arbeiten für das CSEM in Neuchâtel, Zürich, Alpnach und Landquart. Sie stammen aus mehr als 20 verschiedenen Ländern und bilden die kreative und dynamische Basis des Unternehmens sowie das Innovationspotenzial.

(pd/)

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