Nachwuchs im Monatstakt - dank venture kick
publiziert: Dienstag, 13. Mai 2008 / 14:18 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 14. Mai 2008 / 11:09 Uhr

Biotechnologie und Kommunikation sind zwei Schwerpunkte auch bei den Projekten, die aus schweizerischen Hochschulen kommen und von der Initiative venture kick gefördert werden. Die folgenden vier Beispiele zeigen, auf wie vielfältigen Gebieten dabei Foschungsarbeit geleistet wird.

Vitali Verin: Effizientere Therapie gegen das Vorhofflimmern
Vitali Verin: Effizientere Therapie gegen das Vorhofflimmern
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Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das so genannte Vorhofflimmern. Eine heute mögliche Therapie verwendet einen Katheter, welcher schädliche Leitbahnen im Vorhof des Herzens durch Erhitzung des Gewebes durchtrennt. Nur: «Die Effizienz im Vorhof ist dabei niedrig und das Risiko von Komplikationen noch zu hoch», sagt der Genfer Kardiologe Vitali Verin. Sein Produkt Maestro-AF – entstanden in Zusammenarbeit mit der Universität Genf und der EPFL – soll der Methode nun aber Schub geben. «Neuartig dabei ist, dass wir nicht Punkt für Punkt trennen, sondern dem Gewebe entlang gleiten», erklärt Verin. Das verkürzt den Eingriff um Stunden. Ausserdem misst ein Sensor die Gewebetemperatur, was Komplikationen vermeidet.

Vitali Verin ist von venture kick mit 10'000 Franken unterstützt worden. Und er ist auch bschon mit Investoren im Gespräch. Darin hat er Übung, denn bereits 2003 gründete er den Spin-off Endosense, ebenfalls eine Medizinaltechnikfirma, die rund 26 Millionen Franken Risikokapital generieren konnte. «Ich hoffe, mit Maestro-AF geht es in dieselbe Richtung», lacht Verin.

Miniaturisierte Antikörper

Konventionelle Antikörper haben eine hochkomplexe Struktur. «Das macht sie voluminös und beschränkt ihren Einsatz vor allem auf die Blutbahnen», erklärt Christian Heinis. Der 32-jährige promovierte Molekularbiologe von der ETHZ und ein Forscherteam an der Universität im englischen Cambridge haben nun eine Technik entwickelt, die es ermöglicht, Antikörper derart zu miniaturisieren, dass sie einfacher ins Gewebe vordringen. Das Verfahren ist patentiert, und in einem ersten Schritt haben die Forscher für drei verschiedene Krankheiten je einen Antikörper entwickelt. Die Firmengründung ist im Jahr 2009 vorgesehen. «Bis dahin treiben wir die Forschung weiter, führen Gespräche mit Investoren und stellen ein Team mit zwei Business-Entwicklern auf die Beine», sagt Heinis. «Ach ja, und wir suchen derzeit noch nach einem geeigneten Firmennamen» für das künftigr Unternehmen, das von venture kick ebenfalls mit 10'000 Franken gefördert wird.

Der beratende Verkäufer auch im Online-Shop

Online Shops haben gegenüber konventionellen Läden einen Nachteil: Nie steht ein Verkäufer beratend zur Seite. Zwar gibt es Personalisierungstechniken, die den Kunden simple Empfehlungen weitergeben. Zu sehen etwa beim Versandhändler Amazon. «Aber das ist nicht mehr als: Nimm es oder lass es», sagt Vincent Schickel-Zuber. Der 29-Jährige hat in seiner Doktorarbeit an der EPFL ein System entwickelt, das mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Kaufempfehlungen wesentlich verfeinert. «Prediggo teilt dem Kunden sogar mit, warum er die Entscheidung getroffen hat», erklärt der gebürtige Franzose. Das Produkt steht zurzeit bei zwei Testfirmen im Einsatz. Das Feedback, so Schickel-Zuber, sei grandios. Ab September rechnet er mit ersten Lizenzeinnahmen. «Bis dann sollen auch zwei Verkaufsspezialisten angestellt sein», meint der Computerwissenschaftler, «denn wir wollen so schnell wie möglich expandieren.» Von venture kick hat das Projekt 10'000 Franken bekommen.

Kommt die Video-Revolution aus Lausanne

Der Mikrosystem-Ingenieur Nicolas Abelé will mit seiner Scanlight Imaging nicht weniger als die Videoprojektion revolutionieren. «Mit unserem neuartigen Mikrospiegel können wir solche Geräte auf einen Bruchteil ihrer heutigen Grösse verkleinern», meint Abelé, Postdoktorand an der EPFL.

Damit verbunden ist auch eine Kostenreduktion, welche die Projektoren endgültig zu einem Massenprodukt macht. In Zukunft könnten so etwa Mobiltelefone oder Laptops über einen eingebauten winzigen Projektor Filme oder Powerpoint-Präsentationen zeigen.

«Nächsten Monat gründen wir zu dritt offiziell die Firma», freut sich der 27-jährige Abelé. Und dann soll es zügig vorwärts gehen. 2009 will Scanlight Imaging bereits 10 bis 15 Mitarbeiter beschäftigen und Kontakte zu potenziellen Abnehmern wie Handy-Ausrüstern suchen. Die ersten industriell herstellbaren Videoprojektoren sollen laut Abelés Businessplan 2011 auf den Markt kommen.

Neue Projekte im Monatstakt

Seit dem Start im September 2007 hat venture kick bereits 29 Start-up-Projekte mit 610 000 Franken unterstützt. Für 2008 stehen rund 2 Millionen Franken für innovative Geschäftsideen zur Verfügung. Das Ziel: Verdoppelung der Anzahl Spin-offs an den Hochschulen.

Jeden Monat werden acht Bewerbe vor eine Expertenjury zum venture pitch eingeladen. Die bessere Hälfte von ihnen wird mit 10 000 Franken gefördert und qualifiziert sich für die zweite Stufe venture case, bei der es um 20 000 Franken geht. Spätestens neun Monate später präsentieren sich die Besten venture kick, der Stufe drei. Hier können sie weitere 100 000 Franken à fonds perdu gewinnen.

(IFJ)

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