Italien verschärft den Sparkurs
Monti will Staatsausgaben kürzen
publiziert: Freitag, 6. Jul 2012 / 09:40 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Jul 2012 / 11:17 Uhr
Die Italienische Regierung verstärkt die staatlichen Sparbemühungen.
Die Italienische Regierung verstärkt die staatlichen Sparbemühungen.

Rom - Der italienische Regierungschef Mario Monti hat sich jetzt die öffentlichen Ausgaben des hoch verschuldeten Landes vorgenommen: In einer siebenstündigen Nachtsitzung beschloss die Regierung in Rom Kürzungen von 26 Milliarden Euro bis Ende 2014.

5 Meldungen im Zusammenhang
Die Massnahmen sollen für eine schlankere und effizientere öffentliche Verwaltung sorgen, «ohne die Qualität der Dienstleistungen einzuschränken», sagte Monti in der Nacht zum Freitag.

Das Gesetzesdekret muss vom Parlament abgesegnet werden. Oberstes Ziel dieses Sparpakets ist es, die bereits von der Expertenregierung unter Monti für Oktober beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer von gegenwärtig 21 auf 23 Prozent bis mindestens Mitte 2013 zu verschieben.

«Das wird einen positiven Effekt auf die Wirtschaft haben», sagte Vittorio Grilli, Vize-Finanzminister in der von Staatspräsident Giorgio Napolitano eingesetzten Reformregierung. Italien ist derzeit in einer Rezession.

Effiziente Grossraumgebiete

Im laufenden Jahr sollen noch 4,5 Milliarden Euro eingespart werden, im kommenden Jahr 10,5 Milliarden und 2014 dann noch einmal 11 Milliarden. Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll auf Managerebene um 20 und beim übrigen Personal um 10 Prozent schrumpfen. Gewerkschaften kündigten bereits Proteste an.

Monti will die Löhne beschneiden, Regierungsgebäude besser nutzen und die Zahl der Regionen und Provinzen in Italien verringern. Sie sollen dann durch «schlankere, effizientere Grossraumgebiete ersetzt werden».

Massive Einsparungen um die Hälfte sind bei den «auto blu» genannten Regierungs- und Verwaltungsfahrzeugen vorgesehen. Auch bei den staatlichen Ankäufen und dem Militär soll gekürzt werden. Ausgenommen bleiben vorerst kleinere Spitäler und das Schulwesen.

«Die Einsparungen werden in keinster Weise die Qualität des Dienstes für die Bürger einschränken», sagte Ministerpräsident Monti nach der Sitzung.

Partei- und Gewerkschaftsfinanzen

Monti kündigte nach diesem bisher umfassendsten Versuch, öffentliche Ausgaben zu begrenzen, weitere Überprüfungen in den nächsten Wochen an. Da gehe es dann auch um die Finanzierung der Parteien und Gewerkschaften.

Seit November 2011 im Amt, hat Monti bereits massive Sparpakete, eine Steuer- und eine Arbeitsmarktreform auf den Weg gebracht. Damit will er die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone sanieren, auf Wachstumskurs bringen und aus dem Visier der Finanzmärkte nehmen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Zehntausende Menschen - 150'000 laut den Organisatoren - haben am Samstag in Rom gegen den Spar- und Reformkurs ... mehr lesen
Der harte Spar- und Reformkurs von Mario Monti stösst auf Widerstand.
Regierung Monti gewinnt Vertrauensabstimmung zu Ausgabenkürzungen.
Rom - Die italienische Regierung um Ministerpräsident Mario Monti hat die erste Hürde zur Umsetzung ihrer Sparpläne ... mehr lesen
Frankfurt/Main - Die Ratingagentur Moody's hat die Bewertung italienischer Staatsanleihen um zwei Stufen von A3 auf Baa2 ... mehr lesen
Italienische Staatsanleihen sind nur noch auf Baa2.
Euroländer einigten sich auf Unterstützungsmassnahmen.
Brüssel - Mit direkter Bankenhilfe und erleichtertem Zugriff auf den ... mehr lesen 1
Rom/Mailand - Zehntausende Gewerkschafter haben in Rom für Wachstum, mehr Arbeitsplätze und eine sozialere Verteilung der ... mehr lesen
Mario Monti verteidigt das Sparprogramm als notwendig.
Die EZB fürchtet eine negative Inflationsrate.
Die EZB fürchtet eine negative Inflationsrate.
EZB-Vize warnt  Düsseldorf - Der Ölpreisverfall schürt in der Europäischen Zentralbank (EZB) die Furcht vor einem Teufelskreis der Deflation. EZB-Vizechef Vítor Constâncio warnt vor einem möglichen Abrutschen der Preise auf breiter Front. 
Rubelkurs stabilisiert  Moskau - Die Wirtschafts- und Währungskrise in Russland spitzt sich zu: Ökonomen ...
Der Eingriff der Regierung folgt auf umfangreiche, aber erfolglose Versuche der Zentralbank, den Rubelkurs zu stabilisieren.
Russische Parlamentskammer billigt Milliardenhilfen für Banken Moskau - Russlands Parlament hat Milliardenhilfen für die von den westlichen Sanktionen ...
Der russische Staat hat dieses Jahr bereits mehreren Banken unter die Arme gegriffen.
1. Dezember 2. Dezember 3. Dezember 4. Dezember 5. Dezember 6. Dezember 7. Dezember 8. Dezember 9. Dezember 10. Dezember 11. Dezember 12. Dezember 13. Dezember 14. Dezember 15. Dezember 16. Dezember 17. Dezember 18. Dezember 19. Dezember 20. Dezember 21. Dezember 22. Dezember 23. Dezember 24. Dezember
Adventskalender nachhaltige Entwicklung 2014
Adventskalender 24 Fenster zur Nachhaltigkeit, von innovativen Unternehmen, NGOs und weiteren Partnern.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1101
    So, Italien will? Ein paar Populisten sind noch lange nicht Italien! Welch ein ... Sa, 20.12.14 00:52
  • Kassandra aus Frauenfeld 1101
    Hör ich recht? Der KGB Beamte, der sich hinter der Mauer offensichtlich recht wohl ... Do, 18.12.14 22:41
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2632
    Die... Sanktionen gegen Russland mögen kurzfristig wirken. Langfristig sind ... Do, 18.12.14 13:55
  • Kassandra aus Frauenfeld 1101
    Mittelalter Deutlicher kann es nicht zu Tage treten, die Gold-Initianten leben noch ... Mo, 01.12.14 13:37
  • Kassandra aus Frauenfeld 1101
    Die Dummen sind die Besucher der chinesischen Restaurants, nicht die Köche aus China oder ... Mo, 01.12.14 01:28
  • PMPMPM aus Wilen SZ 166
    Hoffentlich... ...werden diese Kontingente endlich vernünftig eingesetzt und nicht wie ... Fr, 28.11.14 19:54
  • Kassandra aus Frauenfeld 1101
    Die Finanzwelt lacht! Hier eine Meinung einer Bank und eine angesehen Börsenzeitung: "Statt ... Do, 27.11.14 18:56
  • Kassandra aus Frauenfeld 1101
    Teilweise hat er ja Recht, der Jordan Der Wert des Frankens wird in der Finanzwelt durch Nachfrage und ... Mi, 26.11.14 20:30
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
19.12.2014
18.12.2014
OneCasa Logo
18.12.2014
18.12.2014
grape? finder Logo
18.12.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 1°C 5°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel -1°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 1°C 6°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern -2°C 6°C sonnig und wolkenlos nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern -1°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Genf -3°C 9°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 3°C 10°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten