Milchbauern blockieren Migros-Unternehmen
publiziert: Montag, 21. Sep 2009 / 15:50 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Sep 2009 / 17:05 Uhr

Estavayer-le-Lac FR - Der sinkende Milchpreis treibt die Bauern auf die Strasse. In Brüssel schütteten sie Milch vor dem Gebäude des EU-Rats auf die Strasse. Auch in der Schweiz gingen die Protestaktionen weiter.

Lastwagen, die Milch anliefern wollten, mussten umkehren. (Archivbild)
Lastwagen, die Milch anliefern wollten, mussten umkehren. (Archivbild)
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Rund 100 Milchbauern blockierten am Morgen mit ihren Traktoren die Zugänge zur Milchverarbeitungsfirma ELSA in Estavayer-le-Lac FR. Lastwagen, die Milch anliefern wollten, konnten nicht mehr zur Firma gelangen und mussten umkehren. Die Kundgebung verlief friedlich. Die Migros-Tochter ELSA gehört zu den grössten Michaufkäufern in der Schweiz.

Die aus der Region stammenden Bauern waren einem Aufruf der Bauerngewerkschaft Uniterre gefolgt. An einer Versammlung am Dienstag wollen die Milchbauern das weitere Vorgehen festlegen. Sie sind in Aufruhr, seit im Mai dieses Jahres die Milchkontingentierung aufgeboben worden ist.

Einige hundert Bauern protestieren gemäss Interssenverbänden bereits mit einem Lieferboykott gegen den sinkenden Preis. Andere haben ihre Milch verschenkt oder direkt verkauft. Mit ihren Aktionen fordern sie vor allem eine Einschränkung der Milchmenge, um den Preis zu stabilisieren.

Gleiches Anliegen in der EU

Dasselbe Anliegen verfolgen ihre Kollegen in der EU. Dort gibt es die Milchquote, das Pendant zu dem in der Schweiz abgeschafften Milchkontingent, zwar noch bis 2015. Sie wird aber jedes Jahr um 1 Prozent angehoben - in den Augen der Bauern mit ein Grund für den Preiszerfall.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel lehnte es bisher ab, die Erhöhung der Milchquote zu stoppen, obwohl dies inzwischen 18 der 27 EU-Mitgliedstaaten fordern. Die Landwirte ihrerseits verliehen dem Anliegen in Brüssel handfest Nachdruck: Vor dem EU-Ratsgebäude schütteten sie Milch auf die Strasse und stellten einen Milch-Pool auf.

Die Aktion war von einer Delegation von Milchbauern des European Milk Board (EMB) durchgeführt worden. EMB-Präsident Romuald Schaber verlangte, dass «hier schnell etwas passiert, sonst wird es in einer Katastrophe enden». Zehntausende Milchbauern in der EU stünden kurz vor dem Ruin, schreibt das EMB in einem Communiqué.

(smw/sda)

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Ich hatte einmal ein Detailhandelsgeschäft
und musste es aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben (es warf keinen Verdienst mehr ab). Kaufen Sie Ihre Milch bei dieser Bauernfamilie, dann kommt es direkt Ihrem Bauern zu Gute. Auch ich konnte nicht längerfristig Produkte anbieten, die zu den existenznotwendigen Preisen keine oder zu wenig Abnehmer fanden. Ich empfand dies nicht als Schande sondern als Chance für einen Neubeginn.
Schöne Bescherung
Da gebe ich Ihnen völlig recht. Bedanken Sie sich bei unseren "lieben berner EU-Bundestrotteln". Die wollen sich ja immer mehr abhängig vom EU-Gebilde machen. Wenn die Schweiz in den letzten Jahren nicht EU-Konform gemacht worden wäre und nicht von "Immigranten" überschwemmt worden wäre und sich mehr Richtung Eigenständigkeit entwickelt hätte, dann wären unsere Bauern wohl einiges besser dran. Aber das interessiert die "studierten Universitäts-Fritzen" nicht besonders - die glauben wohl immer noch die Milch entstehe in der Migro.
Fair trade auch für Schweizer Bauern
Es ist eine Schande, dass unsere Bauern keinen angemessen Preis für ihre Milch erhalten. Wir haben eine persönliche Beziehung zu einer Bauernfamilie in der Region und sehen mit wie viel Engagement und Liebe der Betrieb geführt wird. Nun sehen auch sie ihre Existenz gefährdet. Wir hätten keine Mühe für die Milch mehr zu bezahlen, wenn es direkt unseren Bauern zu Gute käme.
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