Migros-Chef greift Aldi und Lidl scharf an
publiziert: Sonntag, 27. Dez 2009 / 11:24 Uhr

Bern - Auch die Migros spürt die Krise. Das Weihnachtsgeschäft blieb hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Und auch im Gesamtjahr macht der Grossverteiler kaum mehr Umsatz. Schuld sind sinkende Preise - und die «Preisdrückerei» der Konkurrenz aus Deutschland, sagt Migros-Chef Herbert Bolliger.

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«Die Preisdrückerei in Deutschland schwappt auf die Schweiz über», sagt Bolliger.
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«Die Preisdrückerei in Deutschland schwappt auf die Schweiz über», sagt Bolliger im Interview mit der Zeitung «Sonntag». «Das ist eine ungesunde Entwicklung, die auch hierzulande volkswirtschaftliche Probleme verursacht.»

Bolliger greift in dem Interview die deutschen Harddiscounter Aldi und Lidl scharf an. «Die Besitzer von Aldi und Lidl werden immer reicher und drücken auf Kosten der Produzenten und Mitarbeiter permanent die Preise», sagt der Migros-Chef.

«Der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm, der brutale Preiskampf vernichtet ganze Existenzen.» Die Harddiscounter drückten die Preise bei den falschen Produkten. Bei den Milchbauern werde der letzte Cent rausgewürgt, damit der Milchpreis nochmals gesenkt werden könne.

Gefährliche Spirale

Eine gefährliche Spirale sei auch bei den Löhnen im Gang, wo in Deutschland Leiharbeiter zu einem Stundenlohn von 7 Euro eingestellt würden. Am Schluss müssten die Steuerzahler die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger zahlen.

Angesichts dieses Drucks aus dem Ausland bleibe Migros keine andere Wahl, als die Preise ebenfalls zu senken. Die verkauften Mengen seien zwar höher, die Preise aber im Schnitt viel günstiger als letztes Jahr.

Für das kommende Jahr stellt Bolliger einen Umsatz im Detailhandel auf dem Niveau von 2009 in Aussicht. Einen generellen Stellenabbau schliesst Bolliger aus, doch werde die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern zurückgehen. Der Abbau soll aber über die natürliche Fluktuation abgewickelt werden.

(smw/sda)

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Nein, liebe hubabuba
Ich leiste mir doch keine so teuren Gurken, wenn ich in ein paar Monaten um die Hälfte eine ganze Pflanze kaufen kann.Ebensowenig wie etwa Pfirsiche oder Erdbeeren.

Ungünstig ist mein Garten nicht gelegen, und wenn Sie den Zuckerhut mit Plastik abdecken und den Salat nach der Ernte in Zeitung eingewickelt im Kühlschrank auftauen lassen, wird er auch nicht "glasig" und Sie können trotz Schnee ernten.

Randen habe ich übrigens auch aber keine Kürbisse. Dafür Spinat, immer noch im Garten.

Ich gebe aber gerne zu, dass mich ein Gurkensalat schon mal wieder gelüsten würde, sonst hätte ich wohl kaum den Preis angeschaut. Im Sommer schaue ich mir nämlich keine Preise an von Produkten, die ich selber habe. So habe ich zum Beispiel null Ahnung, was Kartoffeln, Zwiebeln oder Bohnen im Laden kosten. Aber fantasielos fühle ich mich deswegen nicht.
jahreszeitgerechte ernährung
ich hab dasselbe gedacht: wer jetzt im winter hier in der Schweiz unbedingt Gurken haben will, der soll auch den entsprechenden Preis bezahlen. Es ist LUXUS und absolut nicht normal, dass ein Mensch hier in unserem Breitengrad zwischen Oktober und Mai/Juni Gurken isst. Daher wüsste ich nicht, warum diese jetzt auch noch günstig bis billig zu haben sein sollen. Im Gegenteil sollen solche Produkte teuer sein, richtig teuer! Damit der Konsument sich eben wieder bewusst wird, welche Produkte überhaupt Saisongerecht sind und welche zuerst entweder energieaufwändig in geheizten Kulturen gezüchtet oder um die halbe Welt geschippert werden müssen.

Wintergemüse ist übrigens auch viel besser auf die winterlichen Bedürfnisse des menschlichen Körpers abgestimmt. Es macht also durchaus Sinn, jetzt eher Kohl und Karotten und kältefestes Gemüse zu essen und nicht sie zarten Sommerkandidaten. Leider sind noch viele Ernährungszusammenhänge verloren gegangen, welche unseren Grosseltern noch selbstverständlich waren.... vielleicht nicht gleich bewusst weil noch mangelhaft erforscht. Aber heute weiss die Ernährungsforschung sehr wohl, warum die natürliche und jahreszeitgerechte Ernährung durchaus Sinn macht.
phantasielos
Wieso brauchen Sie im Winter Gurken? Es gibt doch genügend Gemüse und zu jedem Gemüse lassen sich Rezepte (er)finden.

Da Sie offenbar auch im Winter Zuckerhut ernten können, kann ihr Garten gar nicht so ungünstig gelegen sein und Sie könnten mehr Auswahl haben als nur gerade den Zuckerhut. Mein Garten jedenfalls liegt zur Zeit unter einem halben Meter Schnee.
Das Wurzelgemüse lagert in Sagex-Boxen auf dem Balkon und im Keller machen sich die Kürbisse breit. Gerade habe ich wieder eine grosse Schüssel Randengemüse gekocht.
wenn dann wieder Saison ist
... brauche ich keine Gurken zu kaufen, die wachsen bei mir im Garten.
Gurken sind zu teuer?
Vielleicht auch darum, weil jetzt keine Gurkensaison ist.
Migros ist gar nicht sooo teuer
Ich kaufe oft bei Migros ein und übers Internet bei Le Shop. Dort schaue ich immer zuerst bei den Aktionen und Neuheiten nach - nun, vielleicht kaufe ich halt einen anderen Käse als ursprünglich vorgesehen, oder eine andere Jogurtsorte. Gurken sind tatsächlich viel zu teuer. Ich geniesse das Einkaufen am Sonntag oder abends im Internet, am nächsten Werktag stehen dann meine Einkäufe vor der Haustür, wenn ich etwas später von der Arbeit nach Hause komme. Auch ein Vorteil ist, dass ich nicht mit dem Wägeli im Laden herumstöbern muss und trotzdem noch jedes Mal etwas vergesse. Oder die Aktionen nicht sehe.

Gemüse und Salat habe ich sowieso vom Garten, auch jetzt noch Zuckerhut.

Ich weiss nicht, wie gross Ihre Familie ist, aber für grosse Mengen können Sie günstige M-Budget Produkte haben. Für mich rentiert das nicht.
ja und nein
Einkommensschwache Haushalte sind sicher heilfroh, dass es Aldi und Lidl nun auch in der Schweiz gibt. Ihnen fällt es so sicher leichter, das allernötigste kaufen zu können.

Ich denke, es gibt auch einige Leute, die eigentlich nicht bei Aldi und Lidl einkaufen müssen, aber einfach den billigsten Preis herausschinden wollen, ganz nach der Devise "Geiz ist geil"

Ich bin aber sehr froh, dass ich auch Qualität kaufen kann. Zum entsprechenden Preis, versteht sich. Migros und Coop machen mir den Produktvergleich manchmal nicht leicht. Wenn das M-Budget/PrixGaranti Produkt meine Qualitätsansprüche aber vollständig erfüllt, muss aber auch ich nicht das teurere kaufen. Dies ist allerdings häufig nicht der Fall.

Es kommt aber auch vor, dass Migros/Coop die gewünschte Qualität auch nicht haben. Aber dazu gibt es schliesslich Spezialitätenläden.
noch ausrufen
Da die Migros Preise ausschliesslich für die reicheren sind, sind wir alle froh, dass wir einen Aldi und Lidl haben, Aldi ist ein preiswerter Laden, und somit haben auch die armen etwas zu essen. Die Migros Genossenschaft ist nicht mehr das was es einmal war. Vorbei, zu teuer Migros, willkommen noch mehr Aldis und Lidls.
Meckern
Wenn Sie heute die Sonntagszeitung lesen, sehen Sie, dass Aldi die besten Löhne im Detailhandel bezahlt. Uebrigens zahlt Aldi auch in Deutschland "über Tarif". Was das mit Ausbeutung zu tun haben soll, weiss ich nicht.
Dass die Gebr. Albrecht zu den reichsten Menschen der Welt zählen, stört mich persönlich nicht (Karl Albrecht 6. Platz, Theo Albrecht auf dem 9. Platz der Weltrangliste). Neidisch bin ich nicht.
der mündige Bürger
oder Kunde sollte nicht die Ausnahme, wie immer noch, sondern die Regel sein. Nicht der, der hinterfragt, eine Erklärung verlangt vom Verkäufer, der Stadtverwaltung oder der Polizei, sollte von den ewig angepassten, homologisierten Kleinbürgern kritisiert oder als Querulant bezeichnet werden, sondern als Vorbild genommen werden. Nur so kann der Kunde seine ewig gepriesene, nie praktizierte Macht auch ausüben. Wollen wir wetten, daß ein Verkäufer sein Verhalten ändert, wenn nachmittags um 4 der 10. Kunde den Laden verläßt ohne zu kaufen? Wenn es nur einer ist, geht er kalt lächelnd darüber hinweg. Leider gibt es viel zu viele, die zwar von Zivilcourage gehört haben, aber sie nie ihre Wesenseigenschaft nennen konnten. Aber genau die braucht es in einer lebendigen Demokratie. Unbequem und knorrig, aber felsenfest dahinterstehen wenn er weiß worum es geht. Man sollte begreifen, den Bürger nicht länger zum Befehlsempfänger degradieren zu wollen. Da enstehen Reibungen, die sich in Konflikten entladen. Einer Demokratie unwürdig.
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