Merck will Serono vollständig übernehmen
publiziert: Dienstag, 9. Jan 2007 / 13:46 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Jan 2007 / 14:38 Uhr

Darmstadt - Merck will den Biotechkonzern Serono vollständig übernehmen. Der Darmstädter Pharmakonzern bietet den verbleibenden Aktionären pro Aktie so viel wie der Besitzerfamilie Bertarelli. Das Management erhält Abgangsentschädigungen in Millionenhöhe.

Merck hält an Serono 84 Prozent des Kapitals und 89 Prozent der Stimmen.Bild: Merck in Darmstadt.
Merck hält an Serono 84 Prozent des Kapitals und 89 Prozent der Stimmen.Bild: Merck in Darmstadt.
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Merck bezahlt pro Serono-Aktie wie vorgesehen 1100 Franken. Das Angebot laufe bis am 5. Februar und sei verlängerbar, heisst es im öffentlichen Kaufangebot. Das Angebot sei an keine Bedingungen geknüpft.

Am Freitag hatte Merck die Übernahme des Genfer Biotechunternehmens abgeschlossen. Der deutsche Konzern hält 84 Prozent des Kapitals und 89 Prozent der Stimmen.

Neben des Anteils der Familie Bertarelli von rund zwei Dritteln hat Merck bereits über die Börse weitere Aktien hinzugekauft. Merck legt für Serono 16 Mrd. Franken auf den Tisch. Die Familie Bertarelli erhielt für ihr Aktienpaket 10,4 Mrd. Franken.

Stellen in Corsier-sur- Vevey

Am Montag hatte Merck bekannt gegeben, dass die Biotechnologie in Genf konzentriert wird. Das Krebsmittel Erbitux soll in Corsier-sur- Vevey VD produziert werden, die Zahl der Arbeitsplätze in dem Werk wird deshalb um 50 bis 80 Stellen erhöht. Ursprünglich wollte Merck die Produktionsstätte für das Krebsmittel in Darmstadt bauen.

Zudem hat Merck das Management neu bestellt. Neuer Konzernchef wird Elmar Schnee. Neben dem bisherigen Chef Ernesto Bertarelli scheiden Jacques Theurillat, Stuart Grant und Anders Härfstrand aus der Geschäftsleistung aus.

Sie erhalten laut Angebotsprospekt Abgangsentschädigungen in Millionenhöhe. Demnach kassiert Theurillat 9,7 Mio. Franken, Grant 3,2 Mio. Franken und Härfstrand 1,8 Mio. Franken.

Optionen für das Management

Das Management hält zudem im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms Optionen. Nach Ausübung sämtlicher Optionen und Aktien erzielen die Geschäftsleitungsmitglieder einen Betrag von 21,9 Mio. Franken.

Wenn Bertarellli seine Optionen ausübt und ins Angebot andient, erhält er einen Betrag von 12,5 Mio. Franken. Mit dem Ausscheiden aus der Geschäftsleitung erhält er aber keine besondere Abfindung.

(fest/sda)

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