Merck schliesst höheres Angebot nicht aus
publiziert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 14:35 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Mrz 2006 / 15:35 Uhr

Berlin - Der Pharma- und Chemiekonzern Merck schliesst nicht aus, sein Übernahmeangebot für das Pharmaunternehmen Schering aufzustocken.

Merck bietet eine Kaufsumme von 14,63 Mrd. Euro.
Merck bietet eine Kaufsumme von 14,63 Mrd. Euro.
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Zunächst wolle man abwarten, ob überhaupt von dritter Seite mehr geboten werde, sagte Aufsichtsratschef Wilhelm Simson in Berlin. Schering hatte die Merck-Offerte von 77 Euro (121 Fr.) pro Aktie am Montag als «unerwünscht» abgelehnt. Simson betonte, keinesfalls werde Merck so viel zahlen, dass die Transaktion am Ende nur mit einer Zerlegung von Schering und dem Verkauf einzelner Teile finanziert werden könne.

Auf die Frage nach Synergien sagte Simson. Merck habe aber schon in der Vergangenheit gezeigt, dass es seine Geschäftspolitik «nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter austrage. Es gebe zwischen beiden Unternehmen »nur auf wenigen Gebieten« Überlappungen. Denkbar seien Einsparungen im Einkauf, in den Patent- und den Rechtsabteilungen.

Merck-Chef: «Fairer Preis»

Die von Merck gebotenen 77 Euro pro Schering-Aktie in bar entsprechen einer Kaufsumme 14,63 Mrd. Euro. Simson nannte dies einen »fairen Preis«. Er enthalte eine Prämie von 35 Prozent auf den durchschnittlichen Schering-Aktienkurs der vergangenen drei Monate.

Grösster Einzelaktionär Scherings ist die Allianz AG mit knapp 12 Prozent der Anteile. Sie hat sich bislang nicht zur geplanten Übernahme geäussert. Merck hat in den vergangenen Wochen knapp 5 Prozent der Schering-Aktien erworben.

Fonds halten 68 Prozent

Institutionelle Investoren wie Fonds halten etwa 68 Prozent der Anteile. Die Fonds-Gesellschaft Union Investment begrüsste den Übernahmeversuch.

Der Aufsichtsrat von Schering wollte nach Informationen aus dem Gremium zu einer Sondersitzung zusammenkommen. »Wir rechnen mit einer klaren Ablehnung des Angebotes«, hiess es.

Schering und Merck sind gemessen an Umsatz und Mitarbeiterzahl etwa gleich gross. Schering ist der einzige Berliner DAX-Konzern.

(fest/sda)

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