Mehrere Schweizer Banken von Madoff-Betrug betroffen
publiziert: Montag, 15. Dez 2008 / 12:12 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Dez 2008 / 15:32 Uhr

Bern - Der mutmassliche Milliardenbetrug des US-Vermögensverwalters Bernard Madoff zieht auch in der Schweiz immer grössere Kreise. Die Grossbank UBS hat direkt in die Anlagevehikel von Madoff investiert.

Die UBS hat direkt in Anlagevehikel von Madoff investiert.
Die UBS hat direkt in Anlagevehikel von Madoff investiert.
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Die UBS bezeichnet ihr Engagement als «limitiert». Das Risiko daraus sei unbedeutend, erklärte UBS-Sprecher Dominique Gerster auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur AWP. Ob Kunden direkt oder indirekt betroffen sind, mochte die Grossbank nicht kommentieren.

Die Credit Suisse hat nicht direkt in Madoff-Vehikel investiert. Sie prüft derzeit, ob Kunden betroffen sind, wie ein CS-Sprecher gegenüber AWP erklärte.

5 Millionen Dollar

Die Zürcher NPD Neue Privat Bank meldete, sie habe rund 5 Mio. Dollar in ein Madoff-Zertifikat investiert. Das sei weniger als 1 Prozent der verwalteten Kundenvermögen. Weitere 0,25 Mio. Dollar habe die NPD aus eigenen Mitteln in dieses Zertifikat investiert.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Luzerner Privatbank Reichmuth fast 400 Mio. Fr. in Madoff-Anlagen investiert hatte. Die Genfer Privatbank Bénédict Hentsch hatte ihr Engagement am Freitag auf 56 Mio. Fr. beziffert. Unterdessen zog das Genfer Bankinstitiut die Konsequenzen und beendete ihre Partnerschaft mit dem US-Hedge Fund Fairfield Greenwich Group.

St. Galler Kantonalbank

Indirekt muss sich nun auch die St. Galler Kantonalbank (SGKB) mit den vom US-Vermögensverwalters Bernard Madoff verschuldeten Milliardenverlusten beschäftigen. Kunden ihrer Privatbank-Tochter Hyposwiss Genf hatten Madoff Gelder anvertraut. SGKB-Sprecher Simon Netzle bestätigte auf Anfrage eine Meldung der «HandelsZeitung Online», wonach Kundengelder von weniger als 200 Mio. Fr. vom Betrugsfall tangiert seien.

Der Anlageberater Madoff soll Investoren mit einem «Schneeball-System» um ihr Geld gebracht haben, wie Staatsanwaltschaft und US-Bundespolizei FBI am Donnerstag erklärt hatten.

(sl/sda)

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