Medikamentenpreise sinken im 2010 um 10 Prozent
publiziert: Freitag, 12. Jun 2009 / 17:50 Uhr

Bern - Die Preise der Medikamente, die von den Krankenkassen erstattet werden, sollen ab 1. Januar 2010 um durchschnittlich 10 Prozent sinken. Auf dieses Ziel haben sich santésuisse und die Pharmabranche geeinigt. Die Versicherer erwarten Einsparungen von 400 Mio. Fr.

Die Preise der Medikamente sollen ab 1. Januar 2010 um durchschnittlich 10 Prozent sinken.
Die Preise der Medikamente sollen ab 1. Januar 2010 um durchschnittlich 10 Prozent sinken.
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«Wir sind extrem zufrieden mit diesem Resultat», sagte Felix Schneuwly, Sprecher des Krankenkassendachverbandes santésuisse, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Das sind keine Peanuts, sondern es ist schlichtweg die grösste Preissenkung bei Medikamenten, die je von der Pharmaindustrie zugestanden worden ist.»

Noch ausstehend ist eine Einigung darüber, wie die Senkung erreicht werden soll. Zur Debatte stehen verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist die Ausweitung des Länderkorbes, der für die Bemessung der Medikamentenpreise herangezogen wird, auf Tiefstpreisländer. Oder die Preissenkung würde auf die teuersten Produkte konzentriert.

«Wenn wir uns nicht einigen können, wird das Bundesamt für Gesundheit entscheiden müssen», sagte Schneuwly. Laut santésuisse würde der Preisnachlass eine Entschärfung des für 2010 erwarteten Anstiegs der Krankenkassenprämien um zwei Prozentpunkte ermöglichen.

Einsparungen von 800 Millionen Franken

Santésuisse erhofft sich weitere 100 Millionen Franken Einsparungen bei den Vertriebsmargen. Grossverteiler, Apotheken, Spitäler und Ärzte, die Medikamente verkaufen, erhalten heute eine Marge von 15 Prozent auf den Verkaufspreis. «Das Bundesamt für Gesundheit will die Marge auf 12 Prozent senken. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung», sagte Schneuwly.

Fügt man zu diesen Massnahmen noch die angekündigte Senkung der Labortarife um 200 Millionen Franken und der Tarife für medizinische Hilfsmittel um 100 Millionen Franken hinzu, kommt man auf ein Total von 800 Millionen Franken. Damit könnte der Prämienanstieg laut Schneuwly um vier Prozentpunkte reduziert werden.

(smw/sda)

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