Medikamente sind billiger geworden
Medikamentenpreise im Auslandvergleich gesunken
publiziert: Dienstag, 21. Dez 2010 / 12:29 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 21. Dez 2010 / 23:19 Uhr
Die 200 umsatzstärksten patentgeschützten Originalmedikamente waren in der Schweiz ab Fabrik 6 Prozent teurer. (Symbol)
Die 200 umsatzstärksten patentgeschützten Originalmedikamente waren in der Schweiz ab Fabrik 6 Prozent teurer. (Symbol)

Bern - Die Preisunterschiede bei Medikamenten zwischen der Schweiz und dem Ausland haben sich weiter verringert. Originale mit abgelaufenem Patent sind nun gar 3 Prozent billiger als im Durchschnitt von sechs Vergleichsländern. Weiterhin viel teurer sind Generika.

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Das zeigt der Preisvergleich 2010 des Krankenversicherungsverbands santésuisse und der Branchenverbände Interpharma und vips, der am Dienstag in Bern vorgestellt wurde. Sie führen den Vergleich seit 2009 durch. Verglichen wurde mit Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Grossbritannien, Frankreich und Österreich.

Die 200 umsatzstärksten patentgeschützten Originalmedikamente waren in der Schweiz ab Fabrik trotz des starken Frankens noch 6 Prozent teurer als im Durchschnitt der sechs Vergleichsländer. Im Vorjahr hatte die Differenz noch 9 Prozent betragen, 2006 gar noch gut 35 Prozent.

«Das Schweizer Preisniveau nähert sich dem ausländischen Preisniveau an», sagte santésuisse-Vertreter Stephan Colombo vor den Medien. «Die ausserordentliche Preisüberprüfung zeigt Wirkung.»

160 Millionen «Einsparpotenzial»

Die 6 Prozent entsprechen 160 Millionen Franken. Deutschland und Dänemark sind teurer als die Schweiz. Österreich, die Niederlande, Frankreich und England sind billiger. Auffallend ist die grosse Spannweite: Deutschland ist knapp 20 Prozent teurer, England knapp 20 Prozent billiger.

«Hätte man den Euro-Stand von 2009 verwendet, wäre man sogar auf eine Preisdifferenz von noch vier Prozent gekommen», sagte vips-Geschäftsführer Thomas Binder.

Bei den patentabgelaufenen Medikamenten mit Generika-Konkurrenz liegen die Schweizer Preise um 3 Prozent unter dem Schnitt der sechs Vergleichsländer. In diesem «währungssensitiven» Bereich spielten der schwache Euro und der starke Franken eine Rolle, erklärte Sven Krause von IMS Health, das den Preisvergleich anstellte.

Generika immer etwas teurer

Fast doppelt so teuer, nämlich 46 Prozent über dem Durchschnitt der sechs Vergleichsländer, blieben die 179 umsatzstärksten Generika in der Schweiz. Allerdings sank der Unterschied zu den sechs Vergleichsländern. Das sei «die logische Folge der diesjährigen Preissenkungen auch für Generika», sagte Christoph Stoller vom Verband Intergenerika.

(fest/sda)

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