Höhere Preise
Medikamente sind in der Schweiz immer noch teurer als im Ausland
publiziert: Freitag, 26. Okt 2012 / 13:04 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Okt 2012 / 16:35 Uhr
Die Medikamentenpreise in der Schweiz bleiben immer noch auf einem hohen Niveau.
Die Medikamentenpreise in der Schweiz bleiben immer noch auf einem hohen Niveau.

Bern - Nach wie vor sind rezeptpflichtige Medikamente in der Schweiz deutlich teurer als im Ausland. Santésuisse liess die Margen von 6700 Medikamenten mit jenen in sechs europäischen Referenzländern vergleichen. Das Fazit: In der Schweiz sind die Margen um 410 Millionen Franken höher.

12 Meldungen im Zusammenhang
Der Dachverband der Krankenversicherer, santésuisse, präsentierte am Freitag seinen zweiten Margenvergleich. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ergebnisse laut santésuisse stabil geblieben. Dass der Schweizer Margenüberhang letztes Jahr mit 300 Millionen Franken beziffert wurde, ist laut dem Verband methodologisch bedingt.

Für den Margenvergleich wurden die Referenzländer herangezogen, auf die sich das Bundesamt für Gesundheit für die Festsetzung der Medikamentenpreise stützt (Dänemark, Deutschland, England, Holland, Frankreich und Österreich).

Verschreibungspflichtige Medikamente belasteten die Schweizer Prämienzahler in der Grundversicherung letztes Jahr mit rund 4,7 Milliarden Franken, wie santésuisse weiter schreibt. Davon seien 1,2 Mrd. Franken als Marge an den Handel geflossen. Die 410 Mio. Franken entsprächen 2,1 Prämienprozenten zulasten der Prämienzahler.

Annäherung an Europa möglich

Laut santésuisse könnte eine Angleichung an den europäischen Durchschnitt auf verschiedenen Wegen erreicht werden.

Zurzeit erhalten Medikamente abgebende Ärzte zum einen eine Vergütung über den Einzelleistungstarif Tarmed, zum anderen über die Handelsmarge bei den Medikamenten. «Diese doppelte Vergütung ist ökonomisch nicht begründbar», schreibt santésuisse.

Eine Annäherung der Handelsmargen der Apotheker an das europäische Niveau könnte laut dem Verband abgefedert werden, indem den Apothekern mehr Leistungen im Rahmen der Grundversicherung übertragen werden, wie etwa die Betreuung chronisch Kranker.

Apotheker reagieren gereizt

Der Schweizerische Apotheker-Verband pharmaSuisse wirft santésuisse vor, mit der neuerlichen Kritik an den Vertriebsmargen «von den längst bekannten strukturellen Problemen und Fehlanreizen im Gesundheitswesen» ablenken zu wollen.

Die Forderung nach einer Senkung der Vertriebsmargen komme einem Angriff auf das Apothekennetz gleich und gefährde sowohl die Versorgungssicherheit als auch Arbeitsplätze, heisst es in einer Stellungnahme.

Als positiv wertet der Apotheker-Verband den Umstand, dass santésuisse bei den Lösungsvorschlägen auch die selbstdispensierenden Ärzte ins Visier nimmt. Endlich werde der Medikamentenverkauf durch Ärzte auch von santésuisse in Frage gestellt.

Preisdifferenz akzeptiert

Gleichentags publizierte Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Internetvergleichsdienstes comparis.ch ergaben, dass die Schweizer Versicherten eine Preisdifferenz im Vergleich zum Ausland akzeptieren würden: Aus der Spannweite ergab sich ein Durchschnitt von 14 Prozent für Originalpräparate und von 10 Prozent für Generika. Befragt wurden im Sommer 1200 Personen in der ganzen Schweiz.

Ende September hatte der Nationalrat als Erstrat eine Motion gutgeheissen, die den Bundesrat verpflichten will, mit den Pharmafirmen und den Krankenkassen über die Festsetzung der Medikamentenpreise neue Verhandlungen aufzunehmen.

(laz/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Chronisch kranke Menschen sollen teure Medikamente nicht im Voraus ... mehr lesen
Chronisch erkrankte Menschen, beispielsweise Diabetiker, sollen künftig nicht mehr im Voraus bezahlen für ihre Medikamente.
Generika eindeutig zu teuer in der Schweiz.
Bern - Generika sind in der Schweiz so teuer wie nirgends sonst in Europa. Der Preisüberwacher schlägt deshalb die Einführung eines Festbetragssystems vor: Alle Präparate desselben ... mehr lesen
Bern - Versicherer und Patienten in ... mehr lesen
Der Streit um die Medikamentenpreise scheint beendet zu sein.
Für Generika muss man in der Schweiz immer noch viel tiefer in die Tasche greifen als im Ausland. (Symbolbild)
Bern - Der Streit um die Medikamentenpreise beschäftigt derzeit Politik und Gerichte. Eine Studie zeigt nun, dass Medikamente in der Schweiz noch immer viel teurer sind als ... mehr lesen
Bern - In einer Gesamtschau skizziert der Bundesrat, wie er die ... mehr lesen
Reiche sollen einen grösseren Anteil ihrer Gesundheitskosten übernehmen. Kinder könnten dagegen befreit werden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Apotheken sollen Medikamente ohne Rezept abgeben dürfen
Bern - Der Bundesrat will die Regeln zur Medikamenten-Abgabe lockern: Apotheken sollen einige rezeptpflichtige Medikamente nach einem Beratungsgespräch abgeben dürfen. Für den Detailhandel und ... mehr lesen
Bern - Der Nationalrat will bei der ... mehr lesen 1
Die Pharmaindustrie kritisierte, dass sich der Bundesrat zu stark am Auslandpreis der Medikamente orientiere.
Die Idee ist, Industrie, Behörden und den Spitalapotheken mehr Zeit zu verschaffen, um auf den Engpass zu reagieren.
Bern - Meldungen über Engpässe bei Medikamenten sorgen regelmässig für Verunsicherung. Nun zeichnet sich eine mögliche Lösung ab: Pharmaunternehmen sollen verpflichtet werden, über ... mehr lesen 1
Bern - Der Pharmaindustrie gehen ... mehr lesen
Die Pharmaindustrie wehrt sich gegen Preissenkungen bei Medikamenten.
Bern - Die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK) will den Bundesrat verpflichten, die Medikamentenpreise neu auszuhandeln und dabei der Pharmaindustrie stärker entgegenzukommen. Sie stellt sich damit gegen einen Entscheid von Bundesrat Alain Berset. mehr lesen  1
Der Bundesrat rechnet mit jährlichen Einsparungen für die Krankenversicherung.
Bern - Die Preise kassenpflichtiger ... mehr lesen
Bern - Die Medikamentenpreise in der Schweiz haben sich 2011 dem europäischen Umfeld angenähert. Das zeigt der am Freitag veröffentlichte Preisvergleich mit sechs europäischen Ländern. Allerdings sind die Preise immer noch höher, bei Generika sogar erheblich. mehr lesen 
Die meisten von uns sitzen den ganzen Tag an ihrem Arbeitsplatz – unser Rücken bestraft das auf längere Sicht mit Rückenschmerzen. Um sie zu vermeiden, müssen wir uns zwischendurch bewegen! mehr lesen  
Etschmayer In den USA ist bei einer Frau mit Harnwegsinfektion zum ersten mal ein Bakterium aufgetaucht, das gegen das letzte Reserve-Antibiotikum resistent ist. Wer ... mehr lesen   4
«Hier hätte ich noch eine Resistenz - gern geschehen!» Schematische Darstellung, wie ein Bakerium einen Plasmidring weiter gibt.
«Chem-Phys»  San Diego - Forscher der University of California San Diego (UCSD) haben den ersten flexiblen, tragbaren ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
EasyGov am Laptop
Startup News EasyGov.swiss vereinfacht die nötigen Behördengänge Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) baut den Online-Schalter für Unterneh-men EasyGov.swiss bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr aus. Mit ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Kryptowährung
Publinews Staaten in aller Welt diskutieren aktuell über die Einführung einer nationalen Kryptowährung der Schweiz. Hier soll mit einem E-Franken eine ... mehr lesen
Auf bewährte Mittel zurückgreifen.
Publinews Egal, ob es um die Reinigung der eigenen vier Wände oder auch des Unternehmens geht - Sauberkeit ist nur einer der vielen Punkte, der hier im Vordergrund ... mehr lesen
Interessenten das Gefühl geben, die richtige Wahl zu treffen.
Publinews Der Beruf des Immobilienmaklers ist eine vielfältige Tätigkeit, die in Zeiten wachsender Märkte lukrative Gehaltsaussichten bietet. ... mehr lesen
Der grosse Durchbruch.
Publinews Immer mehr Menschen wollen sich angesichts günstiger Zinsen ihren Wohntraum erfüllen. Das Eigenheim im Grünen erscheint dadurch erschwinglich zu sein. mehr lesen
Können Art und Weise der eigenen Lebensführung stark beeinflussen.
Publinews CBD Produkte werden mittlerweile in einer Vielzahl angeboten. Doch um was handelt es sich bei diesem pflanzlichen Produkt eigentlich genau? Welche Eigenschaften ... mehr lesen
Startup Forum Graubünden 2020
Publinews Trotz Corona Ausnahmezustand durften die Organisatoren des diesjährigen Startup Forum Graubünden am 02. Juni 2020 über 200 Gäste auf ... mehr lesen
Firma Acin
Publinews Der Schweizer Dienstleister Acin AG hat mitten in der Corona-Krise schnell reagiert und in seinem Betrieb kurzerhand eine vierte Packstrasse ... mehr lesen
Extrakte, die einen hohen Reinheitswert aufweisen, sind bei Konsumenten beliebt.
Publinews Heute bekommt man praktisch sämtliche CBD Produkte im Fachhandel. Im Internet hat der Trend begonnen und der Fachhandel ist schnell ... mehr lesen
Der Rheinfall - eine einzigartige Erfahrung.
Publinews Die Schweiz wird oft als ein unparteiisches Land assoziiert. Neben einigen Wintersportaktivitäten und der Hauptstadt gibt es jedoch nur wenig, das die Gesellschaft als ... mehr lesen
Von Zuhause aus gründen.
Publinews Gratis  Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Menschen. Heute und morgen sind mutige Macher/innen gefragt. Mehr denn je. mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
MALREYI Logo
06.07.2020
06.07.2020
06.07.2020
06.07.2020
06.07.2020
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 10°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 9°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 10°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 11°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 13°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 21°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten