Medikamente kosten in der Schweiz immer noch zuviel
publiziert: Donnerstag, 7. Aug 2008 / 16:19 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 7. Aug 2008 / 18:10 Uhr

Bern - Medikamente in der Schweiz sind im Vergleich zum Ausland immer noch zu teuer. Zu diesem Schluss kommt santésuisse. Gemäss dem Krankenkassendachverband könnten jährlich über 850 Millionen Franken eingespart werden.

Schweizer Patienten müssen im Vergleich mit dem Ausland immer noch zu tief ins Portemonnaie greifen.
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Allein bei den Originalprodukten könnten die Kosten um eine halbe Milliarde Franken gesenkt werden, teilte santésuisse mit. So liegen etwa die Fabrikabgabepreise in Österreich, Frankreich und Italien zwischen 17 und 25 Prozent unter dem Schweizer Niveau.

Im Markt der Nachahmerpräparate (Generika) stellte santésuisse ein Sparpotenzial von rund 360 Millionen Franken fest. Würden beispielsweise alle Patienten nur noch das günstigste Generikum in der Schweiz verwenden, ergäbe das Einsparungen von 160 Millionen Franken. Die restlichen Kosten könnten durch ein Ausweichen auf die günstigsten ausländischen Nachahmerprodukte gespart werden.

Für die Studie verglich der Verband die Schweizer Preise einer Anzahl der umsatzstärksten Originalpräparate und Generika mit den Preisen der gleichen Produkte in Deutschland, Dänemark, Holland, England, Österreich, Frankreich und Italien; den Vergleichsländern zur Preisfestsetzung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Parallelimporte nicht im Vordergrund

«Die Studie zeigt, dass sich trotz nach wie vor hoher Preise die Differenz zwischen der Schweiz und dem Ausland verringert hat», sagte Markus Ziegler, Gesundheitsökonom bei santésuisse, vor den Medien in Bern. Das liege einerseits am starken Euro sowie speziell in Deutschland an der Mehrwertsteuererhöhung.

Um den Preisunterschied bei den Originalpräparaten weiter zu verringern, fordert santésuisse deshalb vom BAG, für seine Preisüberprüfung alle sieben Länder gleichwertig beizuziehen. Bisher stützt sich das Bundesamt primär auf Deutschland, Dänemark, Holland und England. Nur in Einzelfällen greift es auf die Daten von Österreich, Frankreich und Italien zurück, die tiefere Medikamentenpreise haben.

Parallelimporte stehen für santésuisse hingegen nicht im Vordergrund. Die Senkung der Preise durch den Bund wäre laut dem Ständeratspräsidenten aber die einfachere und schnellere Möglichkeit.

(smw/sda)

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