Den wirklichen Wandel gebe es nicht
Massenproteste gegen Montis Sparprogramm
publiziert: Sonntag, 17. Jun 2012 / 00:03 Uhr
Mario Monti verteidigt das Sparprogramm als notwendig.
Mario Monti verteidigt das Sparprogramm als notwendig.

Rom/Mailand - Zehntausende Gewerkschafter haben in Rom für Wachstum, mehr Arbeitsplätze und eine sozialere Verteilung der Steuerlasten in Italien demonstriert.

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Sie verlangten von der Regierung von Mario Monti ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie eine «epochale Wende im Kampf gegen Steuerhinterziehung».

Die grossen Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL hatten zu der Kundgebung am Samstag aufgerufen, an der nach ihren Angaben 200'000 Menschen teilnahmen. «Den wirklichen Wandel, den das Land braucht, gibt es nicht», sagte CGIL-Chefin Susanna Camusso.

Zu einigen Zwischenfällen kam es bei kleineren Protestzügen in Bologna gegen den am Samstag in der Stadt anwesenden Regierungschef. Gegner einer «Regierung der Banken» und die Polizei gerieten kurz aneinander, dann flogen auch Farbbeutel gegen den Sitz der Deutschen Bank, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Die Demonstranten wenden sich gegen eine von den Finanzmärkten gelenkte Demokratie.

Monti verteidigt sich

Monti verteidigte seine jüngsten Massnahmen als notwendig, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Sein Kabinett hatte am Freitag ein Paket verabschiedet, das den Verkauf von Staatseigentum, die Ausgabe von speziellen Anleihen für Infrastrukturprojekte sowie unter anderem weniger Mitarbeiter im Finanzministerium vorsieht.

Monti warnte davor, dass sich Italien wieder auf ein wirtschaftliches Desaster zubewege. «Wir waren schon vom Abgrund zurückgetreten», sagte er am Samstag. «Das Loch wird aber grösser und droht uns zu verschlingen. Wir stecken wieder in einer Krise.»

Die Ankündigung von Hilfsmassnahmen für die spanischen Banken und ein drohender Euro-Austritt Griechenlands haben die Renditen für zehnjährige italienische Staatsanleihen wieder auf über sechs Prozent ansteigen lassen. Renditen von über sieben Prozent zwangen Griechenland, Irland und Portugal unter den internationalen Rettungsschirm.

(bg/sda)

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