Marchionne kommt mit Plänen bei Fiat durch
publiziert: Samstag, 15. Jan 2011 / 09:57 Uhr / aktualisiert: Samstag, 15. Jan 2011 / 20:56 Uhr
Fiat-Chef Sergio Marchionne.
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Rom - Der italienische Autohersteller Fiat hat den Beschäftigten mit einem milliardenschweren Investitionsversprechen weitreichende Zugeständnisse abgetrotzt.

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In einer wegweisenden Vereinbarung mit dem Management stimmte die Belegschaft des Turiner Stammwerks Mirafiori einer Reihe von Einschränkungen zu, wie die Gewerkschaften am Samstag mitteilten. Damit sollen Streiks und die hohen Fehlzeiten begrenzt werden.

An dem Referendum nahmen 96 Prozent der Mirafiori-Beschäftigten teil. Davon stimmten 54 Prozent für den neuen Vertrag. Konzernmanagement und Regierung begrüssten das Ergebnis und äusserten Hoffnung auf den Beginn einer neuen Ära.

«Jetzt müssen wir die Kontroversen und gegensätzlichen Positionen hinter uns lassen und die vor uns liegenden Herausforderungen konstruktiv angehen», erklärte der Fiat-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann.

Neue Investitionen

Fiat-Chef Sergio Marchionne will nun zusätzliche Mittel in die fünf verlustträchtigen heimischen Standorte stecken und damit deren Überleben sichern. Für den Fall einer Zustimmung hatte er eine Investitionsoffensive über eine Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Andernfalls sollte das Geld im Ausland eingesetzt werden.

Der Vertrag sieht eine Reduzierung der Arbeitspausen sowie eine höhere Zahl an Wochenschichten vor. Ferner kann Fiat von jedem Beschäftigten im Jahr 120 Überstunden verlangen, ohne dass die Gewerkschaften dem zustimmen müssen.

Die Einigung beim grössten italienischen Industriekonzern soll den Anstoss geben für eine grundlegende Reform der Arbeitsbedingungen in der gesamten Wirtschaft.

Landesweite Initiative

Mit der 20 Mrd. Euro schweren landesweiten Initiative «Fabbrica Italia» soll die heimische Produktion bis 2014 verdoppelt werden. Streiks und immense Fehlzeiten durch Krankschreibungen zur Verlängerung von Ferien und Feiertagen gelten als grosse Hemmnisse in Italiens Wirtschaft.

Europas sechstgrösster Autohersteller baut in seinem Stammwerk den Punto. Künftig sollen dort auch neue Alfa-Romeo- und Chrysler-Modelle von den Bändern rollen.

(bert/sda)

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