Österreich: Insolvenzen im ersten Halbjahr 2006
Managementfehler bremsen KMU
publiziert: Montag, 7. Aug 2006 / 06:09 Uhr

Die aktuelle Insolvenzstatistik der Creditreform Österreich für das erste Halbjahr 2006 zeigt zwei grundsätzlich unterschiedliche Entwicklungen: Die Gesamtzahl der insolventen Unternehmen verringerte sich zwar um 6,7 Prozent, dafür gibt es Firmeninsolvenzen fast nur noch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU).

Die Mehrheit sieht Managementfehler und Kapitalmangel als Ursache für die meisten Insolvenzen.
Die Mehrheit sieht Managementfehler und Kapitalmangel als Ursache für die meisten Insolvenzen.
In der im Frühjahr 2006 durchgeführten Mittelstandsanalyse der Creditreform nannte die Mehrheit der 1679 befragten KMU Managementfehler und Kapitalmangel als Ursache für diese Entwicklung. Dies ist insofern beachtlich, weil eine Vielzahl der Konkurse aus einem dieser beiden Gründe zumeist durch verbesserte Rahmenbedingungen vermeidbar gewesen wäre.

Wettbewerb als Auslese

Anders sieht die Lage bei den am zweithäufigsten genannten Ursachen für unternehmerisches Scheitern aus, denn sowohl der Wettbewerb als auch Schwankungen der allgemeinen Wirtschaftslage sind fest mit dem Wirtschaftssystem verankert und daher nicht auszuschliessen. Darüber hinaus tragen diese zwei Faktoren auch dazu bei, dass nicht mehr wettbewerbsfähige Unternehmen zunächst vom innovativeren Mitbewerb überholt werden und bei der nächsten Konjunkturdelle gänzlich aus dem Markt ausscheiden müssen.

In einem geringen Ausmass sind diese Fälle nicht grundsätzlich schädlich, sondern stellen sogar ein «gesundes» Ausleseverfahren dar. Sie fördern letzten Endes die Forschung, die Innovationsfreudigkeit und die dazugehörigen Investitionen einer Volkswirtschaft. Denn nur so kann der unternehmerische Erfolg langfristig gegen den Mitbewerb aus dem In- und Ausland gesichert werden.

Eigenkapital fördern

Um zu verhindern, dass das eigene Unternehmen letztlich an nicht mehr marktgerechten Produkten scheitert, sind innovationsfreudige Manager und eine solide Finanzierungsbasis für Investitionen nötig. In der Mittelstandsanalyse steht bei den Unternehmen denn auch die Forderung nach verbessertem Zugang zu Eigenkapital und bessere Aus- und Weiterbildung für Unternehmer an oberster Stelle. Tatsächlich stellt eine ausreichende Eigenkapitaldecke zumindest mittelfristig einen guten Insolvenzschutz dar, aber gerade in diesem Punkt hinkt das traditionell kreditfinanzierte Österreich dem europäischen Durchschnitt hinterher.

Dem entsprechend sollte die Politik die weitere Entwicklung der Finanzierungsszene mit Eigenkapital oder ähnlichen Finanzierungsinstrumenten aktiv fördern. Weiter ausgebaut werden sollten auch Initiativen zur Insolvenzprävention wie der «Leitfaden Fortbestehensprognose», in dem die Kammer der Wirtschaftstreuhänder gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und der KMU Forschung Österreich heimischen Unternehmern wertvolle Richtlinien zur Konkursvermeidung zur Verfügung stellt.

Insolvenzmissbrauch unterbinden

Darüber hinaus sprechen sich zahlreiche Vertreter österreichischer Unternehmen für eine Senkung der Mindestausgleichsquote von 40 auf 30 Prozent aus, um das Ausgleichsrecht praxisnäher zu gestalten. Tatsächlich gab es unter den zehn grössten Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr 2006 nur ein einziges Ausgleichsverfahren.

Konsequent ein Riegel vorgeschoben werden sollte jedoch jeglichem Missbrauch eines Insolvenzverfahrens zwecks Entschuldung. Dementsprechend fordern knapp drei Viertel der in der Mittelstandsanalyse befragten Unternehmen eine konsequentere und härtere Bestrafung zwecks Verhinderung von betrügerischem Verhalten. Schliesslich kann es für eine Volkswirtschaft nur schädlich sein, wenn einige Unternehmer Verluste missbräuchlich auf Kreditgeber, Lieferanten und andere Gläubiger «umverteilen».

(pd)

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