Lufthansa streckt ihre Hände nach Österreich aus
publiziert: Montag, 25. Aug 2008 / 07:21 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Aug 2008 / 20:00 Uhr

Frankfurt - Kurz nach der erfolgreichen Integration der Swiss will die Deutsche Lufthansa nun die österreichische Fluglinie Austrian Airlines (AUA) übernehmen. Luftfahrt-Experten halten den Zusammenschluss für sinnvoll.

AUA soll offenbar Lufthansa als Käufer bevorzugen.
AUA soll offenbar Lufthansa als Käufer bevorzugen.
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Die Lufthansa ist offiziell in den Bieterwettkampf um die AUA eingestiegen. «Wir haben unser Interesse bekundet», sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels am Montag in Frankfurt. Als weitere möglichen Käufer gelten Air France/KLM und Turkish Airlines.

Auch Russlands zweitgrösste Fluggesellschaft S7 hat Interesse an der österreichischen Austrian Airlines (AUA) bekundet. «Wir prüfen, ob wir an dem Bieterprozess teilnehmen können», sagte die Sprecherin der früheren Airline Sibir, Irina Kolesnikowa. «Für uns wäre dies für die Unternehmensentwicklung als auch aus internationaler Sicht interessant.»

Bis zum 12. September haben die Bieter Zeit, ihre Konzepte zu präsentieren

Beim Ringen um die deutsch-österreichische Hochzeit kann die grösste deutsche Fluggesellschaft mit der erfolgreichen Integration der Swiss werben: Die Schweizer sind seit Mitte 2007 in der Konzernbilanz der Lufthansa enthalten. Die Synergien bezifferte Lufthansa im Geschäftsbericht mit 233 Mio. Euro für 2007 und damit deutlich mehr als ursprünglich geplant. Vertrieb und Flugbetrieb wurden verzahnt, die Flugpläne aufeinander abgestimmt, die Flotte der Swiss ausgebaut.

Swiss als Erfolgsmodell

«Das Swiss-Modell ist zweifellos ein Erfolgsmodell», sagt Martin Gaebges vom Airline-Verband Barig, der die in Deutschland aktiven Fluglinien vertritt. «Ob man das eins zu eins auf Österreich überträgt - warum eigentlich nicht?»

Früher habe jedes Land in Europa eine nationale Fluggesellschaft haben wollen - egal ob es dafür auch einen Markt gebe. Künftig würden Einsparpotenziale und Grössenvorteile wichtiger. Allerdings dürfte Lufthansa nicht der einzige Bieter sein - Air France-KLM wird ebenso wie zahlreichen kleineren Gesellschaften ein Interesse an der AUA nachgesagt.

Ein Verkauf der angeschlagenen Austrian Airlines trifft viele national gesinnte Österreicher allerdings hart. Noch im Mai hatten bei einer Umfrage 56 Prozent einen Verkauf der AUA abgelehnt, nur 37 Prozent waren dafür.

Nach späteren Umfragen sieht inzwischen aber eine ganz knappe Mehrheit (46 zu 45 Prozent) die Notwendigkeit eines «strategischen Partners» ein. Unter den grossen Parteien spricht sich lediglich die rechtsgerichtete Freiheitliche Partei (FPÖ) vehement gegen den «Ausverkauf» des österreichischen Prestige-Unternehmens aus. Und auch die Betriebsräte der AUA hatten sich gegen die Vollprivatisierung ausgesprochen.

Vorbehalte in Österreich

Wenige Wochen vor der Parlamentswahl am 28. September reagierte die noch amtierende grosse Koalitionsregierung deshalb mit einer Reihe von Bedingungen an einen künftigen Käufer, durch die die AUA vor einer Demontage geschützt werden soll. Dazu gehören die Beibehaltung des Namens AUA sowie die Sicherung der Arbeitsplätze.

Auch will die Wiener Regierung durchsetzen, dass eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie in österreichischem Besitz bleibt. Allerdings wird von österreichischen Luftverkehrsexperten bezweifelt, dass Wien dies am Ende durchsetzen kann.

Bei aller latent vorhandenen Abneigung vieler Österreicher gegen «die Deutschen» gilt bei einer deutlichen Mehrheit von 69 Prozent die Lufthansa als der beste Partner.

Karin Cvrtila vom österreichischen Meinungsforscher OGM sagte: «Die Lufthansa geniesst hierzulande einen hohen Bekanntheitsgrad und grosses Vertrauen. Sie wird ähnlich wie deutsche Autos betrachtet: teuer, aber von hoher Qualität.»

Fehlende Sanierung

Ob die deutsch-österreichische Hochzeit stattfinden kann, steht aber noch keineswegs fest. Denn im Gegensatz zur Swiss hat die AUA nach Einschätzung von Experten bislang keine schmerzhafte Sanierung eingeleitet.

Und ein grosser Teil der Synergien, die bei einer Fusion entstehen könnten, dürften bereits vorweggenommen sein, weil die AUA mit Lufthansa im Bündnis Star Alliance bereits zusammenarbeitet.

(fest/sda)

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