Luft für französische Steuerflüchtlinge wird dünner
publiziert: Montag, 6. Aug 2012 / 17:57 Uhr
Die Schweiz würde für wohlhabende Franzoden unattraktiver.
Die Schweiz würde für wohlhabende Franzoden unattraktiver.

Bern - Für reiche Franzosen könnte es künftig schwieriger werden, in der Schweiz der französischen Erbschaftssteuer auszuweichen. Die geplanten Änderungen sorgen jedoch für heftige Diskussionen, insbesondere in der Westschweiz.

Finanzdienstleistungen und Vermögensberatung
5 Meldungen im Zusammenhang
Die Schweiz und Frankreich haben sich im Grundsatz geeinigt: Im Herbst wollen sie ein Abkommen unterzeichnen. Es geht um die Revision des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bei Erbschaftssteuern (DBA).

Dass das Abkommen auf Wunsch Frankreichs revidiert werden soll, hatte das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) im Juli mitgeteilt. Der genaue Inhalt sollte erst bei der Unterzeichnung bekannt gegeben werden.

In den vergangenen Tagen haben Westschweizer Medien die umstrittenen Punkte jedoch bekannt gemacht. Zu Wort meldeten sich vor allem Anwälte, deren Klienten davon betroffen wären. Sie kritisieren die Pläne und warnen davor, dass die Schweiz für wohlhabende Franzosen weniger attraktiv werde.

Französisches Recht in der Schweiz

Auch der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren (FDK) bereiten die Pläne Sorgen. «Das Abkommen wird schwerwiegende Konsequenzen haben», sagte der freisinnige FDK-Präsident Christian Wanner am Montag auf Anfrage der sda.

Er sieht gar die Steuerhoheit der Schweiz bedroht: Die Zugriffsrechte des französischen Fiskus würden stark ausgeweitet, gibt Wanner zu bedenken. Es gehe nicht bloss darum, dass den Kantonen - insbesondere in der Westschweiz - Einnahmen entgingen.

Schweiz unter Druck gesetzt

Die FDK hat sich am Ende dennoch mit der geplanten Revision einverstanden gezeigt. «Wir kommen nicht darum herum», sagt Wanner. Frankreich habe damit gedroht, das DBA zu den Erbschaftssteuern einseitig zu kündigen. Damit würden die in der Schweiz lebenden Franzosen bei Erbschaften unter Umständen doppelt besteuert, was aus Sicht der FDK schlimmer wäre.

Das neue Abkommen dürfte gemäss der französisch-schweizerischen Anwaltskanzlei FBT im Wesentlichen jene Regeln enthalten, die Frankreich mit Deutschland ausgehandelt hat. Dies würde bedeuten, dass Erben in Frankreich künftig auch dann nach französischem Recht besteuert werden, wenn der Verstorbene zuletzt in der Schweiz gelebt hat.

Heute bezahlen die Erben in einem solchen Fall die Erbschaftssteuern in der Schweiz - sofern der Wohnkanton überhaupt Erbschaftssteuern kennt. In jedem Fall bezahlen sie einen Bruchteil dessen, was sie dem französischen Staat abgeben müssten.

Zustimmen müssen allerdings noch die Parlamente beider Staaten. In der Schweiz ist kein diskussionsloses Ja zu erwarten.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die strittigen Fragen zur Erbschaftssteuer zwischen der Schweiz und Frankreich werden nochmals diskutiert. Das ist das ... mehr lesen
Didier Burkhalter war zu Besuch in Paris. (Archivbild)
Bern - Die Schweiz führt laut Staatsekretär Michael Ambühl Gespräche mit diversen Regierungen für die Einführung ... mehr lesen
Staatsekretär Michael Ambühl wirbt für weitere Steuerabkommen.
Dunkle Wolken über dem Bundeshaus. (Symbolbild)
Bern - Das Verhältnis der Schweiz zum Ausland hat die führenden Schweizer ... mehr lesen 1
Bern - Die Steuerabkommen der Schweiz mit Deutschland und Grossbritannien sind am Dienstag erneut in die Kritik ... mehr lesen
Französische Senatoren recherchierten für ihren Bericht sogar im Ausland.
Finanzdienstleistungen und Vermögensberatung
Individuelle Vermögensverwaltung - Unabhängig, Transparent, Zuverlässig
Die Bank hat das schwache Vorjahresquartal klar übertroffen.
Die Bank hat das schwache Vorjahresquartal klar ...
Banken  Zürich - Die Credit Suisse hat im dritten Quartal einen Reingewinn von 1,025 Mrd. Franken erzielt. Damit hat die Grossbank den Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern könne. Zum guten Ergebnis hat vor allem das Investmentbanking beigetragen. 
Venezuela  Caracas - Wegen steigender Zinsen will sich Venezuela nach Worten von Präsident Nicolas Maduro ...  
Venezuela nimmt 96 Prozent seiner Devisen mit dem Verkauf von Öl ein und ist vom jüngsten Preisverfall an den Weltmärkten besonders betroffen. (Symbolbild)
Spekulation auf Überangebot drückt Ölpreis in den Keller Bern - Der Verfall der Ölpreise hält an. Am Montag sank der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent ...
Seit dem Sommer haben die Ölpreise über 20 Prozent eingebüsst. (Symbolbild)
Weil-Prozess  Fort Lauderdale - Raoul Weil sei «eine der einflussreichsten Stimmen» innerhalb der UBS gewesen, sagte Martin Liechti am Mittwoch im Prozess gegen den früheren UBS-Topmann aus. Der ehemalige Leiter des US-Überseegeschäftes Liechti ist der Hauptzeuge der amerikanischen Regierung.  
Titel Forum Teaser
  • tigerkralle aus Winznau 98
    Ecopop löst keine Probleme Frau Sommaruga , Ecopop löst sicher nicht alle Problehme , aber Sie ... Di, 14.10.14 13:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2513
    Dass... die Chinesen die lachenden Dritten im Bunde sein werden, war schon ... Mo, 13.10.14 17:33
  • jorian aus Dulliken 1512
    Der aufgezwungen Boykott! Nun spürt also die BRD, dass sie Russland boykottiert. Wer hat den ... Fr, 10.10.14 03:25
  • LinusLuchs aus Basel 37
    Beziehungskorruption schafft sich nicht selber ab Kritiker einlullen, besänftigen, ruhigstellen. Zu nichts anderem dient ... Mo, 29.09.14 15:09
  • Menschenrechte aus Bern 112
    Milliardäre Für jeden Milliardär, gibt es tausende Arme, jedoch ist das denen ... Do, 25.09.14 00:55
  • BigBrother aus Arisdorf 1451
    Was ist die Alternative? Warum nur China? Wollte die Schweiz nur noch mit lupenreinen Ländern ... Mi, 24.09.14 10:32
  • Argovicus aus Aarau 7
    Cham Papier Schon ein Jammer und Zeugnis von grossen Management Fehlern, wenn ein ... Mo, 22.09.14 14:18
  • kubra aus Port Arthur 3177
    Schlupflöcher stopfen Im Energiebereich wird von den meisten Regierungen empfohlen, weniger ... So, 21.09.14 12:29
Molybdändisulfid: dünn und durchsichtig.
Green Investment Forscher erfinden dünnen, tragbaren Generator New York/Atlanta - Forscher haben aus ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
ethimedix Logo
21.10.2014
20.10.2014
Zermatter Weizen BIGLER BRAUEREI ZERMATT Logo
20.10.2014
20.10.2014
17.10.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 1°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 1°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 5°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 3°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 5°C 9°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 4°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 15°C 20°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten