Leuthard und Ramsauer unterzeichnen Fluglärm-Vertrag
publiziert: Dienstag, 4. Sep 2012 / 12:56 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Sep 2012 / 15:00 Uhr
Flugzeuge dürfen im neuen Vertrag Zürich bereits ab 6.30 Uhr über Süddeutschland anfliegen.
Flugzeuge dürfen im neuen Vertrag Zürich bereits ab 6.30 Uhr über Süddeutschland anfliegen.

Bern - Der Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland zum Flugverkehr ist unterzeichnet. Bundesrätin Doris Leuthard und der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer haben in Bern ihre Unterschriften unter das Abkommen gesetzt.

Kompetenzzentrum für Helikopterflüge
9 Meldungen im Zusammenhang
Beide bezeichneten das Vertragswerk als faire Lösung in einem langwierigen Konflikt zwischen den beiden Ländern. Nach jahrzehntelangem Streit hatten sich Deutschland und die Schweiz Anfang Juli auf einen Vertrag geeinigt.

Der neue Vertrag sieht vor, dass Anflüge auf den Flughafen Zürich am Abend künftig drei Stunden früher als heute über Schweizer Gebiet stattfinden, nämlich ab 18 Uhr. Deutschland verzichtet auf eine zahlenmässige Begrenzung der Anflüge über deutsches Gebiet. An Werktagen dürfen Flugzeuge bereits ab 6.30 Uhr über Süddeutschland anfliegen. Das ist eine halbe Stunde früher als heute.

Ramsauer: Schweiz hat Maximum erreicht

Ramsauer appellierte an die Schweizer Seite, das Verhandlungsergebnis so zu nehmen, wie es sich präsentiere: «Etwas Besseres kann die Schweiz nicht erreichen», sagte er am Dienstag vor den Medien in Bern. In gutem nachbarschaftlichem Einvernehmen stelle der Vertrag ein «ausgesprochen faires Geben und Nehmen» der Länder dar.

Die Schweiz gebe, indem sie Deutschland die «Abendruhe» gewähre, sagte Leuthard. Diese Lärmbelastung müsse nun auf die Schweiz verteilt werden. Dafür lege Deutschland keine fixe Zahl für die Anflüge fest, wie sie im süddeutschen Raum verlangt werde. Das sichere dem Flughafen Zürich Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Vertrag sei in einem schwierigen Kontext entstanden. Es hätten Lärmbelästigung, enge Kapazitäten und Sicherheit berücksichtigt werden müssen, sagte Leuthard weiter. Mit der Regelung, dass der Vertrag erst 2030 zum ersten Mal gekündigt werden dürfe, zeigten die Länder auch, dass sie Stabilität und Rechtssicherheit wollten.

Pistenverlängerung nötig

Umgesetzt werden kann der Vertrag nach den neuen Regeln erst, wenn zwei Pisten am Flughafen Zürich verlängert worden sind. Diese Übergangsfrist dauert aber längstens bis zum Jahr 2020.

Wirkung zeigt das Abkommen schon früher: Sobald es in Kraft tritt, verzichtet die Schweiz auf Anflüge über Deutschland nach 20 Uhr. Bundesrätin Leuthard stellte dies als als Gegenleistung für die lange Übergangsfrist dar. Deutschland erhalte damit eine sofortige Entlastung ab Ratifizierung, sagte Ramsauer.

Mit der Unterzeichnung ist das Abkommen noch nicht unter Dach und Fach: Der National- und Ständerat in der Schweiz sowie der Bundestag und die Länderkammer (Bundesrat) auf deutscher Seite müssen den Staatsvertrag ratifizieren. Leuthard und Ramsauer streben dafür einen Zeitpunkt im zweiten Halbjahr 2013 an.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Die Ratifizierung des Fluglärm-Staatsvertrags zwischen Deutschland und der Schweiz soll vorerst ausgesetzt ... mehr lesen 2
Der Staatsvertrag soll den jahrelangen Fluglärmstreit um die An- und Abflüge über süddeutsches Gebiet beenden. (Symbolbild)
Berlin - Das Steuerabkommen Schweiz-Deutschland werde am Donnerstag im deutschen Bundestag problemlos durchkommen, ... mehr lesen
Wolfgang Schäuble macht klar, dass das Steuerabkommen bei einem Nein der Länderkammer noch nicht tot wäre.
Bielefeld - Die WHO hat anerkannt, dass sich permanenter Umgebungslärm negativ auf die Gesundheit auswirkt. mehr lesen
Verkehrslärm kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Brüssel/Luxemburg - Der Generalanwalt des EU-Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg hat am Donnerstag alle Argumente der Schweiz im Fluglärmstreit mit Deutschland widerlegt. Er schlug dem Gerichtshof in seinen Schlussanträgen vor, das Rechtsmittel der Schweiz zurückzuweisen. mehr lesen 
Berlin - Der Fluglärm-Vertrag kann unterzeichnet werden. Eine Woche nach der Zustimmung des Bundesrats billigte am Mittwoch auch die deutsche Regierung den Staatsvertrag mit der Schweiz, der den Flugverkehr von und nach Zürich neu regelt. mehr lesen 
Zürich - Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) schlägt vor, dass der Bund künftig alleine über das Pistensystem an ... mehr lesen 1
Der Vorschlag findet sich in einem vertraulichen Diskussionspapier.
Kompetenzzentrum für Helikopterflüge
Neuerungen wie die Möglichkeit, gegen Aufpreis feste Sitzplätze zu buchen, hätten neue Kunden angelockt.
Neuerungen wie die Möglichkeit, gegen Aufpreis ...
Flugverkehr  London - Die britische Billig-Fluggesellschaft Easyjet hat trotz der Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten erneut einen deutlichen Gewinnzuwachs verbucht. Unter dem Strich verdiente Easyjet im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 450 Mio. Pfund (rund 677 Mio. Franken). 
Bundesanwaltschaft  Bern - Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, ...  
Tourismus  Bellinzona/London - Nach diversen Finanzspritzen hat sich die Tessiner Milliardärsfamilie Mantegazza von der Fluggesellschaft Monarch Airlines getrennt. 90 Prozent der Gesellschaft gehen an die britische Investmentfirma Greybull Capital. Diese will 125 Mio. Pfund in die Airline stecken.  
Die Wrackteile sollen nach der Bergung zur Untersuchung in die Niederlande geschickt werden.
Ukraine  Grabowe - Am Unglücksort der mutmasslich abgeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine in der Ostukraine hat am Sonntag die Bergung ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1063
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... gestern 00:51
  • HeinrichFrei aus Zürich 350
    UBS, Crédit Suisse, Kantonalbanken, usw. finanzieren Firmen die Atombomben fabrizieren Schlimm sind nicht nur die Devisenmanipulationen der UBS zulasten von ... Mo, 17.11.14 16:00
  • Kassandra aus Frauenfeld 1063
    Sag ich doch! " Im Juni 2002 traten die Bilateralen I in Kraft. Zuvor habe die ... So, 16.11.14 17:19
  • Kassandra aus Frauenfeld 1063
    Seht her, was andere können, das können wir schon lange! Gut haben wir so ... Fr, 14.11.14 20:14
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2581
    Eine... Nichtlieferung dieser Schiffe würde das Aus für die französische ... Fr, 14.11.14 10:21
  • Kassandra aus Frauenfeld 1063
    Gut so, denn Zufriedenheit immer schlecht! Nur Kritik führt zur Verbesserung der ... Di, 11.11.14 18:24
  • LinusLuchs aus Basel 46
    Offene Märkte, geschlossene Demokratie Wenn Schneider-Ammann, der neoliberale Prototyp im Bundesrat, vom ... Di, 11.11.14 10:55
  • Kassandra aus Frauenfeld 1063
    Aber dann bitte sowohl unsere als die Gesetze der Handelspartner achten und ... Di, 11.11.14 00:33
Treibstoff ist bald billiger herstellbar - zudem freuts die Umwelt.
Green Investment Methanolverarbeitung wird umweltschonender Los Angeles - Forscher der UCLA Henry Samueli ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
19.11.2014
18.11.2014
SAFESWISSCLOUD Logo
18.11.2014
HOSPITAL TRIBUNE Logo
17.11.2014
MEDICAL TRIBUNE Logo
17.11.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 2°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel -0°C 7°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 4°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 1°C 7°C nebelig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 2°C 6°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 3°C 10°C nebelig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 5°C 13°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten