Ausgedient
Letzte Ruhe für Proteus
publiziert: Dienstag, 23. Feb 2016 / 13:18 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Feb 2016 / 13:41 Uhr
Am Nullleistungs-Forschungsreaktor Proteus untersuchten Forscher unterschiedliche Kernbrennstoff-Konfigurationen. (Archivbild)
Am Nullleistungs-Forschungsreaktor Proteus untersuchten Forscher unterschiedliche Kernbrennstoff-Konfigurationen. (Archivbild)

Würenlingen AG - Der Forschungsreaktor Proteus am Paul Scherrer Institut (PSI) in Würenlingen AG soll endgültig stillgelegt und abgebaut werden. Das Gesuch für die Ausserbetriebnahme einer der ältesten Nuklearanlagen der Schweiz liegt ab Ende Februar öffentlich auf.

Die Anlage galt als Nullleistungsreaktor und diente hauptsächlich der Untersuchung reaktorphysikalischer Parameter von unterschiedlichen Kernbrennstoff-Konfigurationen. Die thermische Leistung des Reaktors war auf maximal 1 kW begrenzt. Der Versuchsreaktor wurde bei so niedriger Leistung betrieben, dass kein Kühlmittel erforderlich war.

Mit dem Bau wurde am 1. Juni 1965 begonnen. Anfang 1968 wurde Proteus in Betrieb genommen. Im April 2011 entschied die PSI-Direktion, Proteus aus wirtschaftlichen Gründen ausser Betrieb zu nehmen, da er in den beiden Jahren zuvor kaum genutzt worden war.

Um mit dem Reaktor heutige Fragestellungen in der Reaktortechnik untersuchen zu können, müsste die Anlage mit einem Aufwand im zweistelligen Millionenbereich modernisiert werden, schreibt das PSI auf seiner Webseite.

Kernbrennstoff wurde 2012 entfernt

Im März 2012 wurde der Kernbrennstoff aus dem Reaktorkern entfernt. Das Eidgenössische Finanzdepartement beantragte danach im Auftrag des PSI beim Bundesamt für Energie die Stilllegung und damit den Rückbau des Reaktors. Damit fällt die Anlage nicht mehr unter die Kernenergiegesetzgebung.

Der modular aufgebaute Proteus kann von einem kleinen Rückbauteam innert zwei Jahren demontiert werden. Nach der Demontage sämtlicher Reaktorstrukturen soll das Gebäude als radiologisch frei bezeichnet und und für andere Zwecke genutzt werden.

Das PSI reichte die erforderlichen Dokumente für das Stilllegungsprojekt im Dezember 2014 beim Bundesamt für Energie ein. Das Gesuch liegt zwischen dem 29. Februar und dem 14. April in der Gemeinde Würenlingen öffentlich auf.

(arc/sda)

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