Lehrabgänger sollen weiter beschäftigt werden
publiziert: Dienstag, 28. Apr 2009 / 14:21 Uhr

Bern - Ab Sommer 2009 dürfte es für Jugendliche nach dem Lehrabschluss schwieriger werden, eine Stelle zu finden. Das Volkswirtschaftsdepartement und die Sozialpartner wollen darum ihr Aus- und Weiterbildungsangebot ausbauen und Lehrabgänger weiter beschäftigen.

Leuthard beim Rundgang durch eine Übungsfirma mit einem Kursteilnehmer.
Leuthard beim Rundgang durch eine Übungsfirma mit einem Kursteilnehmer.
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Jugendliche sind von konjunkturellen Einbrüchen überdurchschnittlich betroffen, weil ihnen oft die von Firmen geforderte Erfahrung fehlt. So waren im März in der Schweiz 5,1 Prozent Jugendliche (20-24 Jahre) ohne Stelle, während die durchschnittliche Arbeitslosigkeit 3,4 Prozent betrug.

Bundesrätin Doris Leuthard rief in Bern an einer Medienkonferenz mit dem Arbeitgeberverband, dem Gewerbeverband und dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund die Sozialpartner zu einem gemeinsamen Handeln gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf.

Wenn Staat und Wirtschaft nichts unternähmen, könnte die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen laut Leuthard bis Ende Jahr bei 6 Prozent liegen und im kommenden Jahr sogar auf 9,3 Prozent ansteigen.

Praktika und Übungsfirmen zu nutzen

Die Volkswirtschaftsministerin rief die Sozialpartner dazu auf, die arbeitsmarktlichen Massnahmen (Praktika und Übungsfirmen) zugunsten der Jugendlichen zu nutzen. Für das laufende Jahr seien dafür 494 Mio. Fr. budgetiert. Die Kosten dürften allerdings aufgrund der Wirtschaftslage auf 636 Mio. Fr. zu stehen kommen. Die notwendigen Mittel seien allerdings bereit, sagte Leuthard.

Leuthard appellierte an die Privatwirtschaft und die öffentliche Verwaltung in den kommenden Monaten nicht Lehrstellen auf Vorrat abzubauen, Jugendliche nach ihrer Ausbildung weiter zu beschäftigten und die Arbeitsmarktfähigkeit von Jugendlichen auf Jobsuche mit Praktika und Übungsfirmen zu verbessern.

Mit ihrem Anliegen stiess Leuthard bei Gewerkschaftsbund, Gewerbeverband und Arbeitgeberverband auf offene Ohren. Es liege im eigenen Interesse der Arbeitgeber, die Anstrengungen im Ausbildungsbereich und die rasche Integration junger Fachleute in den Arbeitsmarkt zu fördern, sagte Thomas Daum, Direktor des Schweizerschen Argbeitgeberverbandes.

(ht/sda)

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