Lebendige Gemälde
publiziert: Dienstag, 13. Dez 2011 / 00:00 Uhr
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Ein Wandbild aus Pflanzen.
Ein Wandbild aus Pflanzen.

Zunehmend erobert die vertikale Begrünung auch Innenräume. Ob wilde, flächige oder grafische Kompositionen von Pflanzen: eingerahmt und an die Wand gehängt, sind sie das, was sie sind, Kunstwerke der lebendigsten Art.

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Verticalis
Vertikale Bepflanzung.
verticalis.ch

Vorbild ist die Natur. Beispielsweise jenes Stück Fels am schattigen Wegrand, aus dessen Ritzen feine Moose, Farne und Sukkulente wachsen. Entsprechend den Standortbedingungen variieren die Arten respektive Grössen. An anderen Stellen mögen Efeukaskaden die Steinmauern überziehen. So stimmungsvoll der jeweilige Anblick ist, ein Stück bewachsene Felswand lässt sich nur schwer nach Hause nehmen, ein Pflanzenbild von «Verticalis» hingegen schon.

«Verticalis» heissen die lebendigen Gemälde des Zürcher Unternehmens Hydroplant. Jedes flächige, grafische oder wilde Pflanzenbild ist ein Unikat. Es entsteht während zwei bis drei Monaten. In dieser Zeit haben nämlich die gewünschten Arten, beispielsweise Cryptanthus, Peperomia oder Hoyas, ihre Grösse erreicht und können auf der vorgesehenen Bildfläche arrangiert werden. Fast wie in der Natur kommen «hängende» Pflanzen ohne Erde aus. Der vertikale Boden besteht hier aus einem Kasten mit einem ausgeklügelten Kapillarsystem. Dieses hat Hydroplant zusammen mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW Wädenswil entwickelt. Vom eingebauten Tank aus tröpfelt Wasser ohne Fremdenergie zu den einzelnen Pflanzen. Fürs feuchte Klima sorgt zudem die eingebaute Fliessmatte.

Derzeit ist man daran, zusätzliche Grünvariationen und Rahmenmöglichkeiten zu entwickeln. Aber in welcher Form auch immer: «Verticalis trägt nachweislich zum Wohlbefinden der Menschen im Raum bei», sagt Geschäftsinhaber Moritz Küderli. «Lebendiges Grün wirkt beruhigend und anregend auf die Psyche. Zudem können die Bilder je nach Grösse Feinstaub binden und Schall dämpfen.» Dass Pflanzen an der Wand oder auf dem Boden das Raumklima weiter beeinflussen, wie ihnen manchmal angedichtet wird, bezweifelt Küderli. Nur der Cyperus Papyrus halte die Luft genügend feucht. Eine auf die Raumgrösse abgestimmte Cyperus-Menge kann nach Messungen von Radtke Biotec die Klimaanlage ersetzen.

(fest/news.ch)

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