Nahrungsmittelspekulation verteidigt
Kritik an Nahrungsmittelspekulation laut Forschern ist überzogen
publiziert: Sonntag, 9. Dez 2012 / 18:28 Uhr
Laut Studie bestimmen hauptsächlich Angebot und Nachfrage den Preis von Agrargütern.
Laut Studie bestimmen hauptsächlich Angebot und Nachfrage den Preis von Agrargütern.

Halle - Die zunehmende Kritik an der Spekulation mit Finanzinstrumenten im globalen Geschäft mit Agrarrohstoffen ist laut einer Untersuchung der Universität Halle-Wittenberg in vielen Fällen überzogen.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Gemäss aktuellem Erkenntnisstand spricht wenig für die Auffassung, dass die Zunahme der Finanzspekulation in den letzten Jahren das Niveau der Preise hat ansteigen lassen», schreiben vier Forscher in einem am Sonntag veröffentlichten Papier.

Statt Barrieren etwa für den Handel mit entsprechenden Nahrungsmittel-Zertifikaten zu fordern, müsse man die Transparenz über die Preisentwicklung erhöhen. Die Wissenschaftler hatten 35 Arbeiten zum Thema Agrarspekulation aus den Jahren 2010 bis 2012 analysiert.

Nach eigenen Angaben fanden sie in den meisten Fällen keinen Nachweis für einen Zusammenhang zwischen spekulativen Deals und stark schwankenden Preisen auf den Weltmärkten für landwirtschaftliche Rohstoffe: «Insofern ist der zivilgesellschaftliche Alarm als Fehlalarm einzustufen.»

Viele Entwicklungsexperten, aber auch Umweltschutzorganisationen sehen in Wetten auf die Preisentwicklung wichtiger Agrargüter wie Weizen oder Soja in Verbindung mit knapperen Ernten einen Grund für die Zunahme des Hungers in den Entwicklungsländern.

Probleme in der Landwirtschaft

Die Autoren Matthias Georg Will, Ingo Pies, Thomas Glauben und Sören Prehn sehen das anders. Nicht Finanzgeschäfte, sondern Probleme im Agrarbereich seien dafür verantwortlich: «Wer den Hunger in der Welt bekämpfen will, muss realwirtschaftlich dafür Sorge tragen, dass das Angebot mit der auf absehbare Zeit steigenden Nachfrage Schritt halten kann.»

Zu den Kritikern kurzfristiger Termin-Deals gehören mittlerweile allerdings auch etliche Vertreter der Finanzwirtschaft selbst. Eine Reihe von Banken hat ihren Rückzug aus der Agrarsparte bekannt gegeben.

Die Befürworter betonen hingegen, dass zumindest längerfristige «Future»-Kontrakte dabei helfen, Landwirte gegen künftige Einnahmeausfälle abzusichern.

Kurzfristgeschäfte in Kritik

Umstritten sind aber vor allem kurzfristige «Spot»-Geschäfte. Auch das niedrige Zinsniveau führt aus Sicht von Skeptikern dazu, dass es immer leichter wird, Finanzprodukte für den Agrarhandel aufzulegen, die anfällig für reine Spekulation sind.

Bei langfristigen Termingeschäften kann jedoch ebenfalls das Ziel dominieren, Preisunterschiede auszunutzen. So sollen im Handel mit mineralischen Rohstoffen schon ganze Frachtschiffe angemietet worden sein, um Metalle in ihnen so lange zwischenzulagern, bis diese bei grösserer Knappheit gewinnbringend verkauft werden können.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Für das Volksbegehren «Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln» ... mehr lesen
Landwirt bei der Getreideernte.
Die Schweizer Banken - allen voran die CS - reden ihren Einfluss bei Nahrungsmittelspekulationen klein.
Bern - Schweizer Banken sollen die unethische Spekulation auf Nahrungsmittel stoppen, fordern die Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer. Nach ihren Angaben bieten in der Schweiz ... mehr lesen
Chicago/München - Wegen der ... mehr lesen
Spekulationen und Dürre treiben den Preis für Weizen nach oben.
Die Jungen Grünen seien sich sicher, dass keine Partei sich von Banken finanzieren lassen kann, ohne längerfristig deren Politik zu übernehmen.
Bern - Die Jungen Grünen sind mit dem am Samstag verabschiedeten Parteispenden-Reglement der Mutterpartei nicht einverstanden. Ihnen fehlen «klar definierte Ausschlusskriterien ... mehr lesen
Bern - Die JUSO kann die Unterschriftensammlung für ihre Volksinitiative gegen Nahrungsmittelspekulation beginnen. Das Begehren ist am Dienstag im Bundesblatt publiziert worden und damit offiziell lanciert. mehr lesen 
Vor allem die Romandie interessiert sich nicht für die Kritik des Tierschutz.
Vor allem die Romandie interessiert sich ...
Tierquälerei  Zürich - 300 Tonnen Stopfleber, 200 Tonnen Hummer und 90 Tonnen Froschschenkel pro Jahr: Auf Schweizer Tellern landen immer noch Delikatessen aus tierquälerischer Haltung. Die Kritik des Tierschutzes lässt viele Gourmets und Gastronomen aber kalt - vor allem in der Romandie. mehr lesen 
Besonders in Europa  Zürich - Der Tiefkühlbackwarenhersteller Aryzta ist im dritten Quartal 2015/16 organisch stärker gewachsen als in den beiden Vorquartalen. Auf ... mehr lesen  
Aryztas Umsatz kleterte um 2,8 Prozent.
Emmi erweitert die Konzernleitung.
Heim übernimmt Spitze  Luzern - Bei dem Milchverarbeiter Emmi geht der Schweiz-Chef Ende dieses Jahres in Pension. Das löst ein allgemeines Sesselrücken ... mehr lesen  
Dank neuen Produkten  Bern - Der Aargauer Chips- und Snackhersteller Zweifel Pomy-Chips hat im vergangenen Jahr den Umsatz mit 209,9 Millionen Franken in etwa auf Vorjahreshöhe gehalten. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
EasyGov.swiss vereinfacht die Bürokratie für Startups
Startup News EasyGov.swiss vereinfacht die Bürokratie und die Finanzierung für Startups Viele Gründerinnen und Gründer wünschen sich, dass der Austausch mit den Behörden einfacher und schneller abgewickelt werden ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Schlüsseldienste versprechen bei einer Aussperrung schnelle und kompetente Hilfe.
Publinews Binnen weniger Sekunden ist es passiert: Die Tür fällt hinter Ihnen ins Schloss, und der Schlüssel befindet sich im Inneren des Hauses. ... mehr lesen
Eine Haustür kann mit Zusatzschlössern, Querriegeln und Schutzbeschlägen nachgerüstet werden.
Publinews Nach dem Erwerb einer Immobilie ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll, um zu ermitteln, ob Sanierungsbedarf vorhanden ist. Für die betroffenen ... mehr lesen
Weltweite Einsetzbarkeit, hohe und bargeldlose Zahlungssicherheit - die Kreditkarte überzeugt seit jeher mit vielseitigen Vorteilen.
Publinews Immer häufiger kommt sie in Alltag, Urlaub oder bei der Arbeit zum Einsatz. Kein Wunder, denn sie bietet eine Vielzahl an Leistungen und Extras. Die Kreditkarte existiert ... mehr lesen
Wer sich als Unternehmen der Online-Welt verschliesst, der grenzt damit auch wichtige Kunden und Absatzkanäle aus.
Publinews Dass sich grosse Unternehmen es sich nicht nehmen lassen, umfangreichen Online-Aktivitäten nachzugehen, ist heute selbstverständlich. Kleinere und mittlere Unternehmen, ... mehr lesen
Wohnung putzen? Gönnen Sie sich eine professionelle Reinigungsfirma.
Publinews Es mag tatsächlich Menschen geben, die meinen, dass das Putzen der Wohnung oder des Hauses ihnen einen grossen Spass bereitet. Wenn man zu diesen Menschen ... mehr lesen
Damit man herausfinden kann, welche Sanierungsarbeiten getätigt werden müssen, muss man einen Sachverständigen beauftragen.
Publinews Wenn der Putz bröckelt und der Wind durch die alten Fenster pfeift, dann wird es so langsam an der Zeit das Haus zu sanieren. Unter Sanierung wird die Wiederherstellung des Bauwerks ... mehr lesen
Schulkids
Publinews Vielleicht kennen Sie den Klassiker aus den 1980 er Jahren, in dem der österreichische Popsänger Falco den Titel «Nie mehr Schule» anklingen liess. Damals wie heute für viele Kinder und ... mehr lesen
Videos werden in Zeiten der Digitalisierung immer wichtiger - der User favorisiert dieses Medium.
Publinews Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und bringt den Menschen wie den Unternehmen wunderbare Möglichkeiten. Viele Tätigkeiten werden ... mehr lesen
Viele Offshore Firmen für Aktenschränke und andere Produkte haben sich in der Schweiz niedergelassen.
Publinews Im Jahr 2018 ist die Schweizer Wirtschaft kräftig gewachsen. Doch waren die guten Resultate im zweiten Halbjahr eher verhalten. Seit diesem ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
15.08.2019
15.08.2019
15.08.2019
15.08.2019
15.08.2019
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 14°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
Basel 15°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
St. Gallen 16°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
Bern 13°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen viele Gewitter
Luzern 14°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
Genf 14°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
Lugano 18°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten