Klimaerwärmung lässt US-Medien kalt
publiziert: Donnerstag, 16. Aug 2012 / 13:05 Uhr
Nur nicht mit der eigenen Verantwortung auseinandersetzen. (Symbolbild)
Nur nicht mit der eigenen Verantwortung auseinandersetzen. (Symbolbild)

Washington - US-Medien ignorieren die globale Klimaerwärmung in ihrer Berichterstattung.

11 Meldungen im Zusammenhang
Zu diesem Ergebnis kommt das Medienforschungsinstitut Media Matters. Die Hitzewelle, die Amerika im Juli in Atem hielt, wurde von den Medienhäusern kaum mit den klimatischen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte in Zusammenhang gebracht. Nur in 14 Prozent aller Beiträge wurde eine Verbindung hergestellt. Vor allem TV-Sender halten nichts von der weltweiten Erhitzung - nur in 8,7 Prozent aller Berichte über die Hitzewelle wurde einen Bezug zur Klimaerwärmung hergestellt.

Wirtschaftliche Interessen dominieren

«Von 1000 Forschern in den USA sind gerade einmal zehn der Meinung, dass die Klimaerwärmung nichts mit der Wetterereignissen der letzten Monate zu tun hat. Dahinter stecken eindeutige wirtschaftliche Interessen», sagt Peter Molner vom Klimabündnis Österreich.

Der Experte betont, dass grundsätzlich zwischen Klima- und Wetterphänomenen unterschieden werden muss. «Wir stellen aber eine deutliche Tendenz fest - der Klimawandel ist Fakt. Europa ist die einzige Region auf der Welt, in der der Klimaschutz ernst genommen wird und dementsprechend wird auch objektiver darüber berichtet. In den USA wird der Klimawandel immer noch negiert», stellt Molnar abschliessend fest.

New York Times vorbildlich

Die Fernsehsender CNN und ABC heben sich im Vergleich mit dem Durchschnitt ab. «Wir haben die sechs grössten TV-Sender untersucht. ABC erwähnte die Klimaerwärmung im Zusammenhang mit der Hitzewelle in nur zwei Prozent der Beiträge und CNN kommt auf vier Prozent», erklären die Forscher. Nur der als liberal eingestufte Sender MSNBC überzeugte mit seiner Programmgestaltung und kommt in der Studie auf einen Wert von 88 Prozent. Wenig überraschend fällt das Resultat für Fox News aus. Der rechtslastige TV-Sender Rupert Murdochs berichtete im Beobachtungszeitraum über die Hitzewelle sechsmal. «Nur einmal wurde die Verbindung zur Klimaerwärmung hergestellt, um sie schnell wieder als Unsinn abzustempeln», so die Forscher.

In der Studie wird auch die Qualität der Berichterstattung untersucht. Dabei stellt sich die New York Times als bestes Medium heraus, während die Nachrichtenagentur Associated Press und die Los Angeles Times am Ende der Bewertungsskala landen. Katastrophal schneidet das Wall Street Journal ab - kein einziges Mal wurde die Klimaerwärmung erwähnt.

Heissester Monat seit 1895

Die Verbindung zwischen Klima und Wetter ist unter Wissenschaftlern so gut wie unumstritten. Die National Oceanic and Atmospheric Administration stellt in einer Analyse fest, dass der diesjährige Juli in den USA der heisseste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895 war. Auch die NASA beobachtet in einer Studie: «Hitzewellen sind sehr wahrscheinlich die Folge der globalen Erwärmung.»

Noch konkreter argumentieren deutsche Wissenschaftler. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung kommt in einer Untersuchung zum Schluss, dass die Hitzewelle in Moskau, bei der 2010 hunderte von Menschen ums Leben kamen, ohne klimatische Veränderungen, die von Menschen hervorgerufen wurden, nicht passiert wäre.

(bert/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Der Klimawandel verlangsamt derzeit die weltweite Wirtschaftsproduktion um 1,6 Prozent. Das geht aus einer Studie ... mehr lesen
«Beispielloser Schaden für die menschliche Gesellschaft und die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung»
Der Wald wird durch den Klimawandel immer südländischer geprägt werden.
Birmensdorf ZH - Der Klimawandel könnte den wirtschaftlichen Wert der europäischen Wälder bis ins Jahr 2100 halbieren. Die ... mehr lesen
Wiesbaden - Im Windschatten der Energiewende hat sich der Klimaschutz zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. ... mehr lesen
Zugpferd des Umsatzschubs waren mit 11,7 Mrd. Euro die Produzenten von Photovoltaik-Anlagen. (Symbolbild)
Das Landwirtschaftsministerium hat die Ernteprognose deutlich gesenkt.
Washington - Die US-Regierung will Farmern in den USA Fleisch im Wert von 170 Millionen Dollar abkaufen. Damit will sie die ... mehr lesen
London/Washington - Der Druck auf die Produzenten der umstrittenen Biokraftstoffe wächst. Angesichts der schlimmen Dürre in den USA forderte die ... mehr lesen
Der Preis für Mais ist seit Anfang Juni um 40 Prozent gestiegen. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Kommt noch eine Dürre dazu, ist das System am Limit.
Etschmayer Wir können von Zivilisation und Technologie reden, solange wir wollen, davon, wie wir die Natur beherrschen. Doch nur schon die Tatsache, dass wir uns übers Wetter nerven, beweist, wie hilflos wir eigentlich ... mehr lesen
ETH-Klimablog Ich finde es sehr spannend zu verfolgen, welche Fortschritte die Klimawissenschaft in den Fragestellungen, in der Methodik und ... mehr lesen
Gastautor Prof. Klaus Ragaller war bis zu seiner Pensionierung Direktor bei ABB. Seither setzt er sich im Rahmen der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW für den Wissenstransfer ein.
Pine Island Glacier: 900km2 Millionen Jahre altes Eis am Abbrechen.
Etschmayer Es ist ein Phänomen, dass genauer betrachtet werden sollte: Jedesmal, wenn der Thermometer für längere Zeit unter die Null-Linie ... mehr lesen 7
Das Privatleben des illustren Londoner Bürgermeisters Boris Johnson ist um eine Episode reicher.
Das Privatleben des illustren Londoner ...
Daily Mail gewinnt Prozess  London/Berlin - Das Privatleben des illustren Londoner Bürgermeisters Boris Johnson ist um eine Episode reicher. Der Politiker hatte eine aussereheliche Affäre, aus der eine mittlerweile dreijährige Tochter hervorgegangen ist - und die Öffentlichkeit hat ein Recht auf diese Information. 
News Fox  Washington/Wien - Die Regierung in ...
Die amerikanische Regierung hat einen weiteren Journalisten ausgespäht.
Hochrangige Personen, die normalerweise mit der Presseagentur AP sprechen würden, sorgen sich, dass sie von der Regierung beobachtet werden könnten.
Bespitzelungsaffäre: Agentur AP mit Problemen konfrontiert Washington - Nach der Telefon-Bespitzelung von Journalisten der Presseagentur Associated Press (AP) durch die ...
Die US-Behörden hab sich heimlich an Verbindungsdaten von mehr als 20 Journalisten des US-Unternehmens beschafft. (Archivbild)
Heimliche Telefonüberwachung von US-Nachichtenagentur Washington - Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ist nach eigenen Angaben zwei Monate lang vom ...
Zeitung muss schrumpfenden Werbeumsatz mit Gebühren abfangen.
Online-Vorsprung von Dailymail aufgeholt  London - Die britische Sun benötigt nach der Einführung einer Bezahlschranke zwischen 250'000 und ...  
Titel Forum Teaser
Flugplatz in Phoenix in Arizona.
Green Investment Solar Impulse zu zweiter US-Etappe gestartet Phoenix/New York - Drei Wochen nach dem ersten ...
Das neuste Aroma von finestbite: Cherry Tomato & Herbs.
Startup News Knuspriges aus Schottland Die finestbite GmbH aus dem bernischen Jegenstorf versorgt die Schweiz mit köstlichen Chips aus Schottland. Die Jungunternehmer greifen fürs Business und ihren Onlineshop auf ...
Wettbewerb
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
17.05.2013
16.05.2013
16.05.2013
V Voltaire Logo
16.05.2013
EV Eaux-Vives Logo
16.05.2013
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 6°C 6°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel 6°C 8°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen 8°C 9°C bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 9°C 12°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern 9°C 10°C bedeckt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 10°C 14°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 7°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten