
Washington - US-Medien ignorieren die globale Klimaerwärmung in ihrer Berichterstattung.
Wirtschaftliche Interessen dominieren
«Von 1000 Forschern in den USA sind gerade einmal zehn der Meinung, dass die Klimaerwärmung nichts mit der Wetterereignissen der letzten Monate zu tun hat. Dahinter stecken eindeutige wirtschaftliche Interessen», sagt Peter Molner vom Klimabündnis Österreich.
Der Experte betont, dass grundsätzlich zwischen Klima- und Wetterphänomenen unterschieden werden muss. «Wir stellen aber eine deutliche Tendenz fest - der Klimawandel ist Fakt. Europa ist die einzige Region auf der Welt, in der der Klimaschutz ernst genommen wird und dementsprechend wird auch objektiver darüber berichtet. In den USA wird der Klimawandel immer noch negiert», stellt Molnar abschliessend fest.
New York Times vorbildlich
Die Fernsehsender CNN und ABC heben sich im Vergleich mit dem Durchschnitt ab. «Wir haben die sechs grössten TV-Sender untersucht. ABC erwähnte die Klimaerwärmung im Zusammenhang mit der Hitzewelle in nur zwei Prozent der Beiträge und CNN kommt auf vier Prozent», erklären die Forscher. Nur der als liberal eingestufte Sender MSNBC überzeugte mit seiner Programmgestaltung und kommt in der Studie auf einen Wert von 88 Prozent. Wenig überraschend fällt das Resultat für Fox News aus. Der rechtslastige TV-Sender Rupert Murdochs berichtete im Beobachtungszeitraum über die Hitzewelle sechsmal. «Nur einmal wurde die Verbindung zur Klimaerwärmung hergestellt, um sie schnell wieder als Unsinn abzustempeln», so die Forscher.
In der Studie wird auch die Qualität der Berichterstattung untersucht. Dabei stellt sich die New York Times als bestes Medium heraus, während die Nachrichtenagentur Associated Press und die Los Angeles Times am Ende der Bewertungsskala landen. Katastrophal schneidet das Wall Street Journal ab - kein einziges Mal wurde die Klimaerwärmung erwähnt.
Heissester Monat seit 1895
Die Verbindung zwischen Klima und Wetter ist unter Wissenschaftlern so gut wie unumstritten. Die National Oceanic and Atmospheric Administration stellt in einer Analyse fest, dass der diesjährige Juli in den USA der heisseste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895 war. Auch die NASA beobachtet in einer Studie: «Hitzewellen sind sehr wahrscheinlich die Folge der globalen Erwärmung.»
Noch konkreter argumentieren deutsche Wissenschaftler. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung kommt in einer Untersuchung zum Schluss, dass die Hitzewelle in Moskau, bei der 2010 hunderte von Menschen ums Leben kamen, ohne klimatische Veränderungen, die von Menschen hervorgerufen wurden, nicht passiert wäre.
(bert/pte)
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