«Grobe Fehlentwicklung»
Kleinbauern fordern eine Obergrenze für Direktzahlungen
publiziert: Dienstag, 2. Feb 2016 / 11:23 Uhr
Die Kleinbauern-Vereinigung fordert eine Beschränkung der jährlichen Subventionen. (Symbolbild)
Die Kleinbauern-Vereinigung fordert eine Beschränkung der jährlichen Subventionen. (Symbolbild)

Bern - Die Kleinbauern-Vereinigung will die Höhe der Direktzahlungen begrenzen. Damit will sie den Trend zu immer grösseren Betrieben brechen und die kleinen und mittleren Bauernhöfe stärken.

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Die Kleinbauern-Vereinigung spricht von einer «groben Fehlentwicklung», wie sie am Dienstag an einer Medienorientierung in Bern ausführte. Laut dem Verein profitieren zusehends die grössten Bauernbetriebe von den Unterstützungsgeldern des Bundes.

Ein Viertel der Direktzahlungen komme heute den zehn Prozent grössten aller Bauernbetriebe zu - und dieser Trend halte an. So nimmt nach Angaben des Vereins die Zahl jener Betriebe zu, die jährlich mehr als 150'000 Franken erhalten. Deren Zahl ist von 1029 im Jahr 2013 auf 1310 im Jahr 2014 gestiegen.

Für den Verein ist dies eine Folge des neuen Direktzahlungssystems, das spezialisierte Grossbetriebe fördere. Das System verleite «auf Biegen und Brechen» dazu, mehr Fläche zu bewirtschaften. Dies unabhängig davon, ob dieses Wachstum für den einzelnen Betrieb überhaupt Sinn mache.

Die Kleinbauern-Vereinigung fordert deshalb eine Beschränkung der jährlichen Subventionen auf 150'000 Franken pro Betrieb. Diese Limite trage sowohl sozialen und ökonomischen Aspekten als auch dem Wunsch der Bevölkerung nach einer kleinräumigen Landwirtschaft Rechnung.

Weniger Geld für Grossbauern

Zudem propagiert der Verein - wie bereits vor einem Jahr - eine Umverteilung der Beiträge. Derzeit wird bis zu einer Fläche von 60 Hektaren ein einheitlicher Basisbeitrag von 900 Franken pro Hektare ausbezahlt. Die Kleinbauern-Vereinigung will abgestufte Beiträge von 1350 Franken (für die 1. bis 10. Hektare), 810 Franken (für die 11. bis 20. Hektare) und 270 Franken (für die 21. bis 30. Hektare). Ab der 31. Hektare sollen keine Basisbeiträge mehr ausgerichtet werden.

Mit diesem Verteilschlüssel würden mehr als 40'000 Betriebe, also gut zwei Drittel aller Bauernbetriebe in der Schweiz, höhere Direktzahlungen erhalten. «Die kleinen und mittleren Bauernbetriebe, welche das Rückgrat einer vielfältigen Schweizer Landwirtschaft bilden, werden so gefördert», hält die Vereinigung fest.

Der Bund richtet den Landwirtschaftsbetrieben Direktzahlungen aus. Er fördert damit, wie es die Bundesverfassung vorsieht, die «gemeinwirtschaftlichen Leistungen», welche die Landwirte erbringen. So werden unter anderem Biodiversitätsbeiträge, Kulturlandschaftsbeiträge und Versorgungssicherheitsbeiträge ausgerichtet. 2014 waren es insgesamt 2,8 Milliarden Franken.

(cam/sda)

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