Fernfachhochschule Schweiz: Studie zum Mediennutzungsverhalten
Klassische Medien behaupten sich gegen Neue
publiziert: Mittwoch, 28. Mai 2008 / 08:12 Uhr

Die Fernfachhochschule Schweiz hat in Zusammenarbeit mit Radio Rottu Oberwallis und dem Technologiezentrum Wirtschaftsinformatik eine Studie zum Mediennutzungsverhalten am Beispiel Oberwallis durchgeführt. Die Hauptaussagen: Zeitung und Fernsehen behaupten sich. Und regionale Radio- und Fernsehanbieter müssen sich weiter verbessern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Personen mit einer höheren Ausbildung und Gutverdienende nutzen häufiger Zeitungen.
Personen mit einer höheren Ausbildung und Gutverdienende nutzen häufiger Zeitungen.
Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) untersuchte mit ihren zwei Partnern die Trends, Präferenzen, Motive und Muster crossmedialer Mediennutzung am Beispiel Oberwallis. Die Studie «Mediennutzungsverhalten von Rezipientinnen und Rezipienten privater Schweizer Radio- und Fernsehveranstalter» wurde vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) unterstützt. Die Befragung erfolgte schriftlich im November und Dezember 2007.

Grosse Vielfalt

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich auf, dass die Oberwalliser Bevölkerung medienspezifisch sehr gut ausgestattet ist und der Vielfalt eine grosse Bedeutung zuschreibt. Die Crossmedialität ist heute Realität: 77 Prozent der Befragten informieren sich gleichzeitig über mehrere Medien. Die klassischen Medien Zeitung, Fernsehen und Radio belegen dabei sowohl bei der Beliebtheit als auch bei der Nutzungshäufigkeit die ersten drei Plätze. Den neuen Informationsmitteln Internet und Handy fällt es etwas schwerer, sich zu etablieren. Der Trend zeigt jedoch, dass auch sie bald unabdingbar sein werden. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass der Trend eine Verschiebung der Mediennutzung beziehungsweise der Zeiteinteilung für einzelne Medien nach sich ziehen wird, auch wenn die klassischen Mediengeräte dadurch kaum an Wichtigkeit einbüssen werden.

Fernsehen zur Entspannung

Pro Tag wird im Oberwallis 164 Minuten Radio gehört, 110 Minuten ferngesehen, 53 Minuten im Internet verbracht, 42 Minuten Zeitung gelesen und 24 Minuten das Handy genutzt. Durchschnittlich verbringt der Oberwalliser also sechseinhalb Stunden pro Tag mit Medien. Die Wahl des Mediums hängt dabei in erster Linie von seiner Funktion ab: Zur Entspannung sieht man fern, während man zur Informationssuche am häufigsten Zeitungen und Zeitschriften benutzt.

Trends im Online-Bereich

Von den neuen Internetanwendungen sind die Tauschbörsen (eBay, Ricardo), Nachrichtenportale (Digg, Google News) und Wikis (Wikipedia) am bekanntesten und werden am meisten genutzt. Sie werden von den Mediennutzern auch als wichtige Trends wahrgenommen. Die klassischen Medienangebote werden aber zurzeit noch häufiger genutzt als die entsprechenden Online-Angebote. So wird WB-Online von 31 Prozent, die Printausgabe des Walliser Boten hingegen von 92 Prozent der Befragten genutzt. Das Online-Angebot von Radio Rottu Oberwallis (rro) nutzen 42 Prozent, das Radio 78 Prozent. Und auch beim Schweizer Fernsehen (SF1 und SF2) zeigt sich dasselbe Bild: 28 Prozent nutzen das Online-, 86 Prozent das TV-Angebot. Ein grosser Teil der Befragten ist jedoch überzeugt, dass Online-Medien in Zukunft häufiger genutzt werden – insbesondere jene der nationalen Zeitungen (52%), des Walliser Boten (47%) und des rro (42%). Bei den regionalen Fernsehsendern VS1 und VS2 denken hingegen nur 27 Prozent, dass das entsprechende Online-Angebot Zukunft hat. VS1 und VS2 wurden am 4. Januar 2008 durch Tele Oberwallis ersetzt.

Anschluss nicht verlieren

Der regionale und nationale Vergleich zeigt auf, dass bis auf das lokale Zeitungsangebot (Walliser Bote und Rhone Zeitung) die nationalen Mediendienstleistungen die Spitzenposition einnehmen. Das Schweizer Fernsehen (SF1 und SF2) und das Schweizer Radio DRS stehen in der Beliebtheitsskala und Nutzungshäufigkeit ganz klar vor dem regionalen Fernseh- und Radioangebot. Die Autoren der Studie schliessen daraus, dass sich die regionalen Medien weiter verbessern müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem sollte das Themenangebot stärker auf die jeweiligen Zielgruppenbedürfnisse eingehen – zum Beispiel mit RSS-Feeds, mit denen sich die Kunden selber ein Angebot an Informationen zusammenstellen können.

10 Kernaussagen der Studie

1. Männer kaufen häufiger Medienprodukte als Frauen: Männer geben mehr Geld für Medienprodukte und -dienstleistungen aus als Frauen.

2. Das Oberwallis ist eine Zeitungsregion: 98 Prozent der Oberwalliser Haushalte haben zwar mindestens einen Fernseher, dennoch ist die Zeitung das beliebteste Medium.

3. Zeitungen und Internet sind Elite-Medien: Personen mit einer höheren Ausbildung und Gutverdienende nutzen häufiger Zeitungen und das Internet zur Informationssuche.

4. Alle lesen Zeitungen: Niemand der Befragten gibt an, nie Zeitungen zu lesen.

5. Junge interessieren sich weniger für Politik: Personen unter 40 Jahren sind weniger interessiert am Politikgeschehen als Ältere.

6. Das Oberwalliser Zeitungsangebot ist top: Das regionale Zeitungsangebot wird rege genutzt und sehr positiv bewertet. Beim Radio und Fernsehen hingegen wird das schweizweite Angebot eher bevorzugt.

7. Das Oberwallis nutzt vor allem klassische Medien: Die klassischen Medien werden (noch) häufiger genutzt als die Neuen Medien. Der Trend zeigt jedoch, dass Internetanwendungen und Online-Angebote in Zukunft wichtiger werden.

8. Die Neuen Medien sind nur was für Junge: Jüngere Menschen sind offener gegenüber den Neuen Medien und nutzen diese auch häufiger.

9. Die Crossmedialität existiert: 77 Prozent der Befragten nutzen gleichzeitig mehrere Medien, um sich über ein aktuelles Ereignis zu informieren.

10. Das Internet wird noch wenig genutzt: Das Internet steht für die Oberwalliser in der Medienrangliste an zweitletzter Stelle, knapp vor dem Handy.

(jh/KMU Magazin)

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