Madoff-Liquidator
Klagen gegen drei Schweizer Banken
publiziert: Donnerstag, 7. Jun 2012 / 08:08 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 7. Jun 2012 / 14:37 Uhr
Waadtländer Kantonalbank
Waadtländer Kantonalbank

Zürich/Genf/New York - Die Waadtländer Kantonalbank (BCV) und die Genfer Privatbank Lombard Odier weisen eine Mitschuld am Finanzdesaster des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff erneut von sich. Sie reagieren damit auf eine neue Klagenflut aus New York.

Finanzdienstleistungen und Vermögensberatung
3 Meldungen im Zusammenhang
Der Liquidator der Investmentfirmen des Anlagebetrügers Madoff, Irving Picard, hatte am Mittwoch eine Vielzahl neuer Klagen gegen Finanzinstitute in aller Welt eingereicht. Von den neuen Klagen betroffen ist neben Lombard Odier und der Waadtländer Kantonalbank mit EFG International auch eine dritte Bank in der Schweiz.

Picard schreibt in seiner Anklageschrift, dass Madoff über Konten dieser Institute so genannte Feeder Fonds betrieben habe, die von den Kunden gespiesen wurden. Picards Auftrag ist mit der Abwicklung der Ansprüche zahlreicher Opfer vor allem in den USA, die durch Madoffs betrügerisches Anlagesystem Geld verloren haben.

Picard fordert nun, von der EFG Bank 354,9 Mio. Dollar einzuziehen. Bei Lombard Odier macht er 179,4 Mio. Dollar aus, bei der Waadtländer Kantonalbank rund 10 Mio. Dollar. Da die Banken mit Madoffs Fonds Fairfield Sentry eine Erklärung unterzeichnet hätten, die die USA als Rechtsstand festlegt, müssten sie sich der Klage stellen, schreibt Picard in der Anklage.

Genfer wehren sich juristisch

Die Waadtländer Kantonalbank reagierte am Donnerstag mit einer Mitteilung und betonte, sie habe direkt mit den Einzahlungen auf die fraglichen Konten nichts zu tun gehabt. Die Strategie und Vorgehensweise Picards bezeichnet die Staatsbank als «anfechtbar»: Sie sei schon mehrfach juristisch angeeckt, hiess es aus Lausanne.

Auch Lombard Odier unterstrich am Donnerstag, das Institut habe nie Madoff-Fonds und auch keine Feeder-Fonds empfohlen. Investitionen über fragliche Konten der Genfer Bank seien von den Kunden selbst oder von externen Vermögensverwaltern getätigt worden, wiederholte die Bank einmal mehr.

Lombard Odier kündigte an, sich juristisch zu wehren. Die EFG Bank in Zürich lehnte jeglichen Kommentar zum Rechtsstreit ab.

Auch UBS, CS und Bär im Visier

Die drei Banken sind nicht die ersten Schweizer Finanzinstitute, die der Madoff-Liquidator ins Visier nimmt. Im Dezember wurden Klagen gegen die Credit Suisse und die Bank Julius Bär eingereicht. Und auch bei der UBS versucht Picard Geld einzutreiben - in erster Instanz hat eine Richterin sein Begehren allerdings abgelehnt.

Bernard Madoff war 2008 festgenommen worden, nachdem er über Jahre hinweg tausende Anleger um geschätzte 65 Mrd. Dollar betrogen hatte. 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess gestand er, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese wirtschaft.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Änderung der Rechtsform bei der Privatbank Lombard Odier hat weder mit Fusionsplänen noch mit einem ... mehr lesen
Privatbank-Teilhaberin Anne-Marie de Weck: «Unser Privatvermögen steckt in der Bank.»
Mehr Umsatz ist in diesen schwierigen Zeiten ein erfreuliches Zeichen. (Symbolbild)
Genf - Die Genfer Banken haben im ersten Halbjahr ihre verwalteten Vermögen gesteigert. Für den Präsidenten der Stiftung ... mehr lesen
Lausanne - Die Waadtländer Kantonalbank (BCV) hat in den ersten sechs ... mehr lesen
Die Kantonalbank Waadt konnte den Reingewinn um 2 Prozent steigern.
"Schweiz" "Svizzera" "Suisse"
Für jede neu gegründete Firma ist es untersagt, den Namen "Schweiz" im Firmennamen zu tragen.
Nicht ganz ohne Grund.
Da müsste man sich längst überlegen, den Banken das Tragen des Begriffs im Namen ebenfalls zu untersagen.
Da der Finanzplatz jetzt sowieso zwischen Scheintod und Verwesung liegt, wäre das kein Reputationsschaden insgesamt, aber ein Reputationsgewinn für das Land.
Finanzdienstleistungen und Vermögensberatung
Individuelle Vermögensverwaltung - Unabhängig, Transparent, Zuverlässig
IWF-Chefin Christine Lagarde kandidiert für eine zweite Amtszeit.
IWF-Chefin Christine Lagarde kandidiert für eine zweite Amtszeit.
Gute Chancen für Wiederwahl  Washington - Beim Internationalen Währungsfonds (IWF) steht einer zweiten Amtszeit von Chefin Christine Lagarde praktisch nichts im Wege. Die in Washington ansässige internationale Finanzinstitution hat die Französin für eine zweite Amtszeit nominiert. 
Russland stärkt IWF-Chefin Lagarde den Rücken Moskau - Auch Russland stärkt Christine Lagarde den Rücken für eine ...
Lagarde kandidiert für zweite Amtszeit Paris - Christine Lagarde tritt noch einmal als IWF-Chefin an. Sechs Monate vor dem ...
180 Millionen Franken  Zürich - Die Bank Vontobel hat trotz tiefer Zinsen, Unsicherheiten in den Schwellenländern und fallenden Börsenkursen mehr verdient. Der Gewinn stieg ...  
Der Betriebsertrag erhöhte sich auf 988,6 Millionen Franken.
Hans Vontobel trat im Jahr 1943 in die Bank ein.
Bankier Hans Vontobel gestorben Zürich - Der ehemalige Leiter der Bank Vontobel ist tot: Hans Vontobel starb am Sonntag im Alter von 99 Jahren, wie die Bank am Montag ...
Titel Forum Teaser
  • Midas aus Dubai 3761
    Glaub ich nicht Na dazu müsste man das TTIP-Abkommen aber ja auch erst mal lesen ... So, 07.02.16 11:23
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Abkommen TTIP ist das Beste was Europa passieren kann. Es braucht strenge ... Do, 04.02.16 09:55
  • Pacino aus Brittnau 710
    Zu spät . . . Die atomare Verseuchung ist beispielsweise im Irak, aber auch in Japan, ... Di, 19.01.16 07:52
  • HeinrichFrei aus Zürich 407
    Davos: Wird auch über eine weltweite atomare Abrüstung diskutiert? Wird in Davos auch über eine weltweite atomare Abrüstung diskutiert? ... Mo, 18.01.16 14:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Seit... dem Anschlag durch den Islamisten Merah ist die Rate an antisemitischen ... Mo, 11.01.16 17:52
  • Pacino aus Brittnau 710
    Rosarote Brille . . . Wir wären schon längst in der Lage, intelligentere Energiesysteme (auch ... Mo, 04.01.16 18:38
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3722
    Dass... die Chinesen in der Rüstungstechnologie noch deutlich hinterherhinken ... Do, 31.12.15 16:45
  • Kassandra aus Frauenfeld 1664
    Wind und Sonne kann man auch durch Sanktionen und Kriege nicht lahmlegen! Die ... Mo, 28.12.15 17:53
Doris Leuthard macht sich für erneuerbare Energien stark.
Green Investment Leuthard wirbt für erneuerbare Energien London/Bern - Auf ihrem Arbeitsbesuch in ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
Wettbewerb
   
Die geladenen Gäste werden eine Fahrt durch den mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel der Welt machen.
Gotthard-Basistunnel  Bern - 160'000 Personen haben sich bis zum Ablauf des Wettbewerbs für Fahrkarten in jenen beiden Zügen beworben, die am 1. ...
Eröffnungsfahrt zu gewinnen  Bern - Wer am 1. Juni 2016 in einem der beiden Züge, die den Gotthard-Basistunnel eröffnen, mitfahren will, kann sich nun um Fahrkarten bewerben. ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
IG Zöliakie der Deutschen Schweiz Logo
10.02.2016
09.02.2016
09.02.2016
m MULTIWAVE Logo
08.02.2016
M MASTER CHRONOMETER Logo
08.02.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -3°C -0°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel -2°C 1°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen -1°C 3°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern -2°C 4°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Luzern -1°C 5°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf -1°C 5°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Lugano 2°C 8°C bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten