Coop streicht 95 Markenartikel aus Sortiment
Keine Einigung wegen Währungsgewinne zwischen Coop und Herstellern
publiziert: Sonntag, 14. Aug 2011 / 11:16 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 14. Aug 2011 / 13:48 Uhr
Coop hatte den Herstellern bis letzten Donnerstag 12 Uhr ein Ultimatum gesetzt, die Preise zu senken.
Coop hatte den Herstellern bis letzten Donnerstag 12 Uhr ein Ultimatum gesetzt, die Preise zu senken.

Zürich - Der Detailhändler Coop nimmt 95 Markenartikel aus den Regalen. Damit wolle man ein Zeichen setzen gegen zu hohe Preise der Hersteller, die damit Währungsgewinne einstrichen, sagte Coops Einkaufs- und Marketingchef Jürg Peritz der «SonntagsZeitung».

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Betroffen sind Artikel von L'Oréal (StudioLine), Mars (Uncle Ben's) sowie «Kinder»-Produkte von Ferrero, wie Coop auf seiner Homepage schreibt. «Seit Monaten fordern wir von unseren Lieferanten, ihre Wechselkursgewinne über Preissenkungen an unsere Kunden weiterzugeben. Viele Grosskonzerne und Importeure weigern sich heute, dieser Forderung nachzukommen», steht dort geschrieben.

Gemäss Jürg Peritz hatte Coop den Herstellern bis letzten Donnerstag 12 Uhr ein Ultimatum gesetzt, die Preise zu senken. «Diese Frist ist abgelaufen, ohne dass die Betroffenen Bereitschaft gezeigt hätten, die Währungsgewinne angemessen an die Kunden weiterzugeben», sagte er der «SonntagsZeitung».

Insgesamt handelt es sich bei den gestrichenen Produkten um ein Umsatzvolumen von 30 Mio. Franken, wie Coop-Sprecherin Sabine Vulic der Nachrichtenagentur sda bestätigte. Dass weitere Produkte aus dem Sortiment gekippt werden, liege «im Bereich des Möglichen».

Derzeit stehe man in harten Verhandlungen mit verschiedenen anderen Produzenten und Lieferanten. Einige hätten bereits eingelenkt und Preissenkungen zugestimmt, so Vulic. In den nächsten Tagen werde sich zeigen, welche weiteren Artikel möglicherweise aus den Coop-Regalen verschwinden.

Preisabschlag angekündigt

Bereits am Freitag hatte Coop einen Preisabschlag von durchschnittlich 9 Prozent auf 177 Artikeln angekündigt. Auch Denner und Spar hatten Preissenkungen angepriesen. Denner senkt die Preise für etwa 50 Produkte. Der Lebensmitteldiscounter will Markenprodukte mit 20 Prozent tieferen Preisen in die Regale stellen. Spar will bei verschiedenen Eigenmarken die Preise senken.

Die Nummer 1 im Schweizer Detailhandel, Migros, will einen möglichen Entscheid, Produkte aus dem Sortiment zu nehmen, «frühestens nächste Woche» fällen, wie Sprecher Urs Peter Naef sagte.

(asu/sda)

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Eigenverantwortung der Importeure
Ich finde hier - mit der SVP -, dass die Eigenverantwortung wirklich da ist. Die Kampage vom Konsumentenschutz usw. gegen zu teure Anbieter in der Schweiz finde ich passend, öffentlichen Druck aufbauen, informieren, so wird eher und nachhaltger etwas bewegt als durch staatliche Eingriffe. Man muss natürlich auch den Coop im Auge behalten und darauf drängen, dass die Preisunterschiede im Laden gegenüber Deutschland gering bleiben.

In vielen Fällen haben es die Konsumenten selbst in der Hand, etwas zu bewirken, gerade beim Kauf von grösseren Anschaffungen (z.B. Auto) hat man genügend Zeit, um Alternativen zu finden.
Druck steigt
Coop und Migros befürchten wohl zum Ersten Mal einen Imageverlust.
Nur das kann diese ebenfalls abzockenden Detailhändler dazu bewogen haben, diesen Schritt zu tun.

Dies darf aber nicht nur eine Imagepflegeaktion bleiben.

Coop, Migros & Co. werden jetzt nicht mehr zurück können ohne die Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Was l'Oreal, Mars oder Ferrero jetzt tun bleibt abzuwarten.

Würde mich nicht wundern, wenn diese Produkte in ein zwei Wochen wieder in den Regalen stehen würden mit 10% Verbilligung, obwohl man diese Produkte mindestens 40% billiger verkaufen müsste, selbst dann wären sie noch zu teuer.

Skeptisch wie ich bin, vertraue ich aber jetzt mal Coop & Co. und hoffe, dass dies der Anfang war, es gibt noch massenweise andere Hersteller, die uns seit Jahr(zehnten) abzocken.

Übrigens ist vor allem die SVP gegen dieses vorgehen, die "Volkspartei", die setzt ja auf...tatahh...Eigenverantwortung der Importeure !

Aber das ist halt zu hoch für die typischen SVP Wähler, die lieber in warmwohligen Angstgefühlen vor Minaretten und den vielen vielen bööösen kriminellen Ausländer baden.
Super, Coop!
Ich finde das Vorgehen von Coop beispielhaft - aber wieso erst jetzt? Schweizer Kunden werden seit Jahren abgezockt von den Markenherstellern, schon vor dem Euro-Wertverlust. Wieso darf Coop nicht einfach in Deutschland ihre Mengen beziehen?
Sonntagszeitung
COOP wirft Produkte von l'oreal, Ferrero und Mars aus den Regalen.

Die Tochter vom Bundesrat Schneider- Ammann streicht Währungsgewinne ein.
Kunden an Bord
Coop, Mikros und Dener würde ich eines empfehlen:

Holt die Kunden an Bord zu einem gemeinsamen Kampf und nehmt die entsprechenden Hersteller einfach aus dem Regal. Mal sehen wie stur die bleiben, wenn sie in der Schweiz keine Verkäufe mehr haben.
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