Kampf gegen Schwarzarbeit
publiziert: Donnerstag, 16. Mrz 2006 / 16:30 Uhr

Lausanne - Der Kanton Waadt will Schwarzarbeit für Arbeitgeber teurer und riskanter machen.

Der Kanton Waadt will mit Kontrollen und Strafen der Schwarzarbeit einen Riegel schieben.
Der Kanton Waadt will mit Kontrollen und Strafen der Schwarzarbeit einen Riegel schieben.
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Die Annahme, dass die hiesige Wirtschaft Papierlose brauche, sei falsch, sagte Staatsrat Jean-Claude Mermoud vor den Medien. «Diese Idee müssen wir den Leuten austreiben.»

Scharf geahndet

Die Kantonsregierung hat beschlossen, die Sanktionen gegen fehlbare Arbeitgeber zu verschärfen. Angestellte ohne gültige Papiere sollen ausgewiesen werden. Denn mit den Bilateralen sei die Rekrutierung von Arbeitskräften einfach geworden. Deshalb sei die Beschäftigung von Sans-papiers nicht akzeptabel und werde in Zukunft scharf geahndet. Zudem gelte es, die während den Krisenjahren in die Langzeitarbeitslosigkeit gefallenen Menschen wieder ins Arbeitsleben einzugliedern.

Bislang hätten die Sanktionsmöglichkeiten fehlbare Arbeitgeber nicht eben abgeschreckt, räumte Volkswirtschaftsdirektorin Jacqueline Maurer ein. Dies soll sich nun ändern.

Härtere Kontrollen

Die aufgeflogenen Arbeitgeber müssen künftig alle nicht bezahlten Abgaben nachbezahlen und die Kosten für die Ausschaffung der papierlosen Angestellten übernehmen. Dies koste rasch 10 000 Franken, manchmal viel mehr, sagte Mermoud.

Die Waadt will auch das Kontrollregime verschärfen. Zurzeit stehen der Verwaltung drei Inspektoren für die Bauindustrie sowie zwei für die Hotellerie und Gastronomie zur Verfügung. Im Rahmen der flankierenden Massnahmen kann der Kanton sechs Inspektoren zusätzlich anstellen. Die Hälfte der Kosten übernimmt der Bund.

Die Botschaft der Waadtländer richtet sich nicht nur an die Arbeitgeber. «Wir werden Ausweisungsentscheide nun systematisch vollziehen», sagte Mermoud an die Adresse der Sans-papiers.

Gleichzeitig will die Waadt mit der Einzelfallprüfung von Papierlosen fortfahren. Bislang wurden in 150 von 800 untersuchten Dossiers der Aufenthaltsstatus der Betroffenen regularisiert.

(sda)

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