Jobsuche: Viele Kandidaten haben nicht die geforderten Kompetenzen
Jede zweite Bewerbung ungenügend
publiziert: Donnerstag, 20. Aug 2009 / 09:30 Uhr

Zürich - Bei der Suche nach einem neuen Job gehen Fachkräfte im Finanz- und Rechnungswesen nicht immer zielgerichtet vor. Dementsprechend beklagen viele Personalverantwortliche einen hohen Anteil von Bewerbern, die nicht die notwendigen Qualifikationen besitzen.

Bewerbungen nach dem Giesskannenprinzip führen lediglich zu Absagen und Frustration.
Bewerbungen nach dem Giesskannenprinzip führen lediglich zu Absagen und Frustration.
Dies ist ein Ergebnis der Studie «Workplace Survey 2009», für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half mehr als 6000 Personal- und Finanzmanager in 20 Ländern befragt hat. Die Workplace Survey wird jährlich durchgeführt und informiert über Trends auf dem Arbeitsmarkt für das Finanz- und Rechnungswesen.

Ungenügend

Qualifikationsprofile werden von vielen Jobsuchenden mehr als vager Hinweis denn als ernstzunehmende Anforderung verstanden. So beanstanden die an der Workplace Survey 2009 teilnehmenden Schweizer Finanz- und Personalmanager im Durchschnitt die Qualität von fast jeder zweiten eingehenden Bewerbung als ungenügend. 63 Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, dass weitaus mehr als die Hälfte aller Kandidaten nicht über die nötigen Kompetenzen verfügt. Lediglich elf Prozent der Personalverantwortlichen sind in der glücklichen Lage, nur jede zehnte Bewerbungsmappe gleich wieder auf die Seite legen zu müssen.

Wenig personelle Änderungen

Für viele Personalabteilungen ist das Problem der unqualifizierten Bewerbungen momentan allerdings kein grosses Thema. So wollen aktuell nur 16 Prozent der Schweizer Unternehmen ihren Personalbestand aufstocken, während fast drei Viertel der befragten Manager keine personellen Änderungen vornehmen wollen. Acht Prozent der Firmen sehen sich dagegen gezwungen, ihre Mitarbeiterzahl zu reduzieren. Jedoch zeigen diese Zahlen, dass sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in der Schweiz bisher nur moderat bemerkbar machen: So planten 2008 sogar noch weniger Unternehmen, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen (13 Prozent), als dies aktuell der Fall ist. Lediglich die Zahl der Personalverantwortlichen, die Entlassungen nicht ausschliessen können, war im Vergleich zu heute im vergangenen Jahr deutlich geringer (ein Prozent).

Krisengewinner

Erfreulicherweise gibt es aber auch nach wie vor prosperierende Bereiche im Finanz- und Rechnungswesen. So nimmt mehr als jeder Zweite der einstellungswilligen HR- und Finanzmanager die zusätzlichen Personalkosten aufgrund von Unternehmenswachstum auf sich (53 Prozent). Ein Viertel der Befragten möchte mit Hilfe der Neueinstellungen wachsende Arbeitspensen bewältigen (24 Prozent) und nahezu jeder Fünfte benötigt die neuen Mitarbeiter für System-Upgrades (18 Prozent).

Personalabbau

Müssen Schweizer Unternehmen ihre Belegschaft verkleinern, versuchen sie dies möglichst sozialverträglich zu tun. So entscheiden sich 33 Prozent der Personalverantwortlichen dafür, Mitarbeiter, die in Pension gehen oder die Firma von sich aus verlassen, nicht mehr zu ersetzen. Die Gründe für eine reduzierte Mitarbeiterzahl waren in jeweils 22 Prozent der Fälle Budgetkürzungen, die zu Entlassungen führten, Unternehmenszusammenschlüsse und abgeschlossene Projekte, nach denen die Fachkräfte nicht mehr benötigt werden.

Vor dem Absenden prüfen

«Angesichts der verringerten Anzahl von Unternehmen, die momentan noch einstellen, ist es für Jobsuchende natürlich schwierig geworden, eine neue Stelle zu finden», bewertet Sven Hennige, Managing Director Central Europe bei Robert Half International, die Ergebnisse der Studie. «Dennoch empfiehlt es sich, vor dem Absenden einer Bewerbung genau zu prüfen, ob man dem geforderten Profil entspricht. Bewerbungen nach dem Giesskannenprinzip führen lediglich zu Absagen und Frustration.»

(ch/KMU Magazin)

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