Italiens Rechnungshof kritisiert Montis Sparpolitik
publiziert: Mittwoch, 3. Okt 2012 / 09:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Okt 2012 / 10:33 Uhr
In der Kritik: Italiens Ministerpräsident Mario Monti.
In der Kritik: Italiens Ministerpräsident Mario Monti.

Rom - Der italienische Rechnungshof kritisiert die strenge Sparpolitik der Regierung Monti, die die Rezession in Italien noch mehr vertiefen könnte. Der Rechnungshof warnte vor einem «Kurzschluss» unter dem Druck der Sparpolitik und des hohen Steuerdrucks, der in diesem Jahr auf über 45 Prozent klettern sollte.

9 Meldungen im Zusammenhang
Die strengen Sparmassnahmen in einem Land, in dem der Wohlfahrtsstaat ineffizient sei, sei eine «schmerzhafte und zum Teil nutzlose Therapie», behauptete der Präsident des Rechnungshofes, Luigi Giampaolino, in einer Ansprache vor den Bilanzkommissionen des Parlaments nach Angaben italienischer Medien.

Es sei nicht sicher, dass die drakonischen Rationalisierungsmassnahmen zu einem Ende der spekulativen Angriffe gegen Italien seitens internationaler Finanzmärkte führen werde. Giampaolino warnte auch vor den Privatisierungsplänen der Regierung Monti. Es bestehe die Gefahr einer Verschleuderung von Unternehmen in öffentlicher Hand.

Regierung will «kein Haus auf Sand» bauen

Der italienische Wirtschaftsminister Vittorio Grilli reagierte kritisch auf Giampaolinos Worte. «Wachstum ohne solide Bilanzen bedeutet, ein Haus auf Sand zu bauen», betonte der Minister.

Inzwischen zeigen sich die italienischen Industriellen über die Aussichten auf Wirtschaftswachstum pessimistisch. 2013 wird laut den Industriellen weiterhin ein Jahr der Rezession sein, auch wenn diese sich abschwächen sollte.

«Im nächsten Jahr wird es keinen Aufschwung geben. Ich wäre schon froh, wenn sich die Lage 2015 auflocken wird», prophezeite Industriellenchef Giorgio Squinzi pessimistisch.

Pakt zur Wirtschaftsförderung gefordert

Die Industriellen drängen die Regierung Monti zu einem Pakt zur Wirtschaftsförderung. Ziel sei, die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Industrie zu erhöhen.

«Italien hat das Potenzial für ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von zwei Prozent pro Jahr. Dieses Resultat erreicht man jedoch mit harter Arbeit und dem Einsatz aller Mitglieder der Gesellschaft», meinte Squinzi.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - In der Krise schnallen viele Italiener den Gürtel buchstäblich enger. In Italien sinkt die Zahl der Dicken, und die wirtschaftlichen ... mehr lesen
Weniger dicke Menschen in Italien seit der Wirtschaftskrise
Mario Monti, Ministerpräsident Italien
Rom - Italiens Ministerpräsident ... mehr lesen
Rom - Zehntausende Menschen - 150'000 laut den Organisatoren - haben am Samstag in Rom gegen den Spar- und Reformkurs ... mehr lesen
Der harte Spar- und Reformkurs von Mario Monti stösst auf Widerstand.
Rom - Tausende Studenten und Schüler haben in Italien gegen Sparmassnahmen der Regierung protestiert. In zahlreichen Städten, darunter Rom, Mailand, Neapel und Turin, gingen die jungen Demonstranten am Freitag auf die Strasse. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Rom - Der Regierung im hoch verschuldeten Italien weht bei ihrer strikten ... mehr lesen
Italiens Premier Mario Monti. (Archivbild)
Die Italiener sind weniger konsumfreudig.
Rom - Italien klagt über den stärksten Konsumrückgang seit dem Zweitem Weltkrieg. Im Gesamtjahr 2012 wird der Konsum ... mehr lesen
Rom - Der italienische Ministerpräsident Mario Monti hört mit dem Ende der Legislaturperiode im kommenden Frühjahr auf. «Ich werde nicht zur Wahl antreten», verkündete der Chef einer Technokraten-Regierung am Dienstag im US-Fernsehsender CNN. mehr lesen 
Mailand/Rom - Zur Standortsicherung in der Heimat will die italienische Regierung Fiat in der Absatzkrise unter die Arme greifen. ... mehr lesen
Gewerkschaftsvertreter werteten das fünfstündige Treffen bei Ministerpräsident Mario Monti als positives Signal.
Die Banken müssen 55 Milliarden Euro in einen Abwicklungsfonds überweisen.
Die Banken müssen 55 Milliarden Euro in einen ...
EU-Parlament billigt Kompromiss  Strassburg - Die Steuerzahler in der Europäischen Union sollen künftig nicht mehr für die Rettung maroder Banken in die Tasche greifen müssen. Darauf zielen einheitliche Regeln zur Abwicklung von Krisenbanken ab, die das EU-Parlament in abschliessender Lesung verabschiedet hat. 
Historischer Rekord  Athen - Nach Griechenland sind im vergangenen Jahr fast 18 Millionen Touristen gereist - ein ...  
Die Tourismus-Branche macht rund 17 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus.
Griechenland erzielt erstmals seit Jahrzehnten Überschuss Athen - Griechenland hat erstmals seit mehr als 65 Jahren einen Überschuss in seiner ...
Für Griechenland gehts es finanziell allmählich bergauf. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Henau 2213
    Fertige Propagandalüge Ich halte - was nicht überraschen mag - diese Angaben für eine rein ... heute 19:52
  • keinschaf aus Henau 2213
    Richtig, aber... Natürlich könnten - theoretisch - solche Löhne bezahlt werden... Aber ... heute 19:14
  • HeinrichFrei aus Zürich 314
    Ohne Beruf: eher arbeitslos und vielleicht Working poor Fachkräftemangel in der Schweiz. In der Propagandaschlacht gegen die ... heute 17:37
  • keinschaf aus Henau 2213
    Patchwork Wird eine Firma MWSt-pflichtig, so kann sie künftig jeglichen ... gestern 07:00
  • keinschaf aus Henau 2213
    Verteuerbare Energie Sie machen immer wieder denselben Schreibfehler, Patrick Etschmayer. Es ... Di, 15.04.14 21:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2088
    Aber,... aber R. Müller! Sagen Sie doch einfach mit ihren eigenen Worten In ... Fr, 11.04.14 21:19
  • keinschaf aus Henau 2213
    Sozialschmarotzer!! Wenn Schweizer Arbeitslose, die RAV oder SKOS-Gelder beziehen, so ... Fr, 11.04.14 07:00
  • keinschaf aus Henau 2213
    Lesen Sie dazu... ....auch den Artikel in der AZ. Es gibt dort einen interessanten ... Fr, 11.04.14 04:42
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
15.04.2014
B BERYL DJ Logo
15.04.2014
14.04.2014
14.04.2014
SWISS PSY INSTITUTE Logo
14.04.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 5°C 7°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 3°C 7°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen 9°C 9°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 4°C 10°C bewölkt, wenig Regen bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt
Luzern 4°C 11°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 5°C 14°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 8°C 17°C bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten