China und Indien profitieren vom Ölembargo
Iran muss Öl zu Dumpingpreisen verschachern
publiziert: Samstag, 14. Apr 2012 / 21:37 Uhr / aktualisiert: Samstag, 14. Apr 2012 / 23:35 Uhr
Die Regierung in Teheran gewährt Preisnachlässe von mehreren Dollar pro Barrel.
Die Regierung in Teheran gewährt Preisnachlässe von mehreren Dollar pro Barrel.

Teheran/Wien - Der Iran versucht verzweifelt das Ölembargo, das Anfang Juli voll in Kraft tritt, zu umgehen. Die islamische Republik verbessert daher die Konditionen für Abnehmer aus asiatischen Ländern, wie die Financial Times berichtet.

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Demnach gewährt die Regierung in Teheran Preisnachlässe von mehreren Dollar pro Barrel. «Der Iran versucht durch attraktive Rabatte das Öl an den Mann zu bringen. Das Land hat in dieser Situation auch keine andere Wahl», betont Ölexperte Hannes Loacker von der Raiffeisen Bank International gegenüber pressetext.

Situation nicht optimal

Teheran gewährt den Handelspartnern 180 Tage lang gratis Kredit. Auf Monatssicht sollen sich dadurch für Importeure Ersparnisse zwischen 1,20 und 1,50 Dollar pro Barrel ergeben. Bisher hatte Iran einigen Ländern 60 bis 90 Tage Zahlungsaufschub gewährt. Vor allem China und Indien als weltweit grösste Abnehmer des iranischen Öls profitieren von den Diskontpreisen. «Für die asiatischen Länder ist diese Massnahme eine willkommene Gelegenheit. China und Indien sind aufgrund des Rohstoffhungers auf Ölimporte angewiesen», erklärt Loacker.

Der Iran zeigt sich bisher unbeeindruckt und hat bereits Monate vor Eintritt des Embargos Lieferungen in einige europäische Länder gestoppt. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat vor kurzem erklärt, sein Land könne der Sperre für einige Jahre durchstehen. «Bei dem derzeitigen hohen und robusten Ölpreis kann der Iran das Embargo einige Monate verkraften. Aber auf die Dauer wird es schon schwieriger. Die wirtschaftliche Situation ist nicht optimal und die Bevölkerung ist unzufrieden», kontert Loacker.

Ölpreis bleibt hoch

Die EU hat gegen den Iran, der verdächtigt wird, nach der Atombombe zu streben, Ende Januar ein Embargo verhängt. Auch die USA sanktionieren das Land, um dessen wichtigste Einnahmequelle auszutrocknen.

Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (11:45 Uhr) notiert der Ölpreis (Brent) mit einem Plus von 0,23 Prozent bei 120,41 Dollar. «Wir erwarten bis zum Jahresende einen Ölpreis von 114 Dollar, unter der Vorraussetzung, dass es nicht zu einem Militärschlag gegen den Iran kommt», so Loacker, der davon ausgeht, dass bis 2015 der Ölpreis über der 100-Dollar-Marke bleibt. «Die Zeiten des billigen Öls sind vorbei», sagt der Experte im pressetext-Gespräch.

(knob/pte)

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