Insolvente American Airlines steht vor Fusion
publiziert: Montag, 13. Aug 2012 / 15:47 Uhr
Bei den derzeitigen Abwägungen über eine Fusion ist die Rolle der bestehenden internationalen Bündnisse nicht zu unterschätzen. (Symbolbild)
Bei den derzeitigen Abwägungen über eine Fusion ist die Rolle der bestehenden internationalen Bündnisse nicht zu unterschätzen. (Symbolbild)

CEO sieht attraktive Option - US Airways wirbt bei Gläubigern

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London/Fort Worth/Schörfling - Die in die Insolvenz geschlitterte Fluggesellschaft American Airlines (AA) prüft Fusionspläne mit dem Mitbewerber US Airways und steht somit vor einer wichtigen strategischen Entscheidung. «Es wird vielleicht nur Wochen dauern. Wir sind mittendrin im Prozess», so Tom Horton, Chef des AA-Mutterkonzerns AMR. Sofern die Rahmenbedingungen passen, sieht er in dem möglichen Zusammenschluss eine attraktive Option.

«In der Branche wird allgemein erwartet, dass wenn American Airlines aus der Insolvenz herauskommt, sie um ein Vielfaches schlanker und schlagkräftiger sein wird als zuvor», erklärt Luftfahrtexperte Kurt Hofmann im Interview mit pressetext.

Alternativen werden geprüft

Auch US Airways ist einer Fusion nicht abgeneigt. Der Konzern aus dem Bundesstaat Arizona versucht bereits seit Monaten Gläubiger, Geschäftsführung sowie Personal von American Airlines von dem geplanten Zusammenschluss zu überzeugen. Horton lässt aber wissen, dass auch andere Kombinationen in Erwägung gezogen werden. Eine eigenständige Zukunft will er ebenfalls nicht ausschliessen.

Die International Airlines Group (IAG), Mutter von British Airways und Iberia, könnte sich eine kleine Beteiligung vorstellen. «Wenn wir genügend Argumente für zusätzlichen strategischen Wert finden, dann sind wir dazu bereit», sagt IAG-Chef Willie Walsh. Auch Delta soll an American Airlines interessiert sein.

Frage der internationalen Bündnisse

Bei den derzeitigen Abwägungen über eine Fusion ist die Rolle der bestehenden internationalen Bündnisse nicht zu unterschätzen. Innerhalb dieser Luftfahrt-Bündnisse stimmen die Airlines ihre Flugpläne aufeinander ab und verkaufen Anschlussflüge für ihre Partner. AA ist gemeinsam mit British Airways, Air Berlin und Iberia Mitglied von One World. US Airways gehört hingegen zu Star Alliance, genauso wie die Lufthansa. Delta und Air France-KLM sind Teil von Skyteam. Wie sich diese Partnerschaften auf die bevorstehende Entscheidung von AA auswirken, ist schwer abschätzbar.

Klar ist jedenfalls, dass Flugzeugbauer auf dem US-Markt einiges an Potenzial sehen. «In den USA herrscht ein grosser Bedarf an neuen Flugzeugen. Auch Airbus hat dies erkannt und will mit seinem geplanten Werk in Alabama näher an den amerikanischen Kunden heranrücken», sagt Hofmann. Dadurch, dass Flugzeuge in US-Dollar bezahlt werden, wird Airbus beim Absatz nicht länger unter dem vergleichsweise hohen Euro leiden, so der Experte.

Flugzeugflotte überaltert

Aufgrund hoher Personalkosten und dem hohen Treibstoffbedarf ihrer überalterten Flugzeugflotte musste AMR im vergangenen November Insolvenz anmelden. Seitdem befindet sich das Unternehmen im Gläubigerschutz. Pläne für die Beendigung dieses Schutzverfahrens kann AMR bis 28. Dezember einbringen.

Die Airline scheint die Kurve zu kriegen. Nach herben Verlusten in den vergangenen Jahren hat der Konzern im vergangenen Quartal wieder Erfolge einfahren können. Zwischen April und Juni kletterte der Umsatz um 5,5 Prozent auf 6,5 Mrd. Dollar. Gleichzeitig ging der Verlust um 16 Prozent auf 241 Mio. Dollar zurück.

(knob/pte)

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