A.T. Kearneys Global Retail Development Index 2006
Indien ist erste Wahl für Handelsfirmen
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 07:23 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Mai 2006 / 08:09 Uhr

Vor dem Hintergrund einer sich beschleunigenden Globalisierung im Einzelhandel hat Indien seine Position als weltweit attraktivster Markt für internationale Handelsunternehmen behauptet. China dagegen ist im Ranking um einen Platz auf Platz fünf gesunken und weist bereits einige etablierte internationale Einzelhändler auf.

In Südamerika und im Fernost ist der Einzelhandel geprägt von einer Vielzahl Kleinhändler.
In Südamerika und im Fernost ist der Einzelhandel geprägt von einer Vielzahl Kleinhändler.
Russland konnte seinen zweiten Platz behaupten. Die Aufsteiger im diesjährigen GRDI sind Vietnam auf Rang drei und Chile auf Rang sechs. Beide Länder konnten sich im Vergleich zum Vorjahr um jeweils fünf Plätze verbessern. Das geht aus dem jährlich ermittelten Global Retail Development Index (GRDI) 2006 hervor, bei dem A.T. Kearney, eine weltweit tätige Unternehmensberatungsfirmen, die Attraktivität von 30 Wachstumsmärkten für Einzelhandelsinvestitionen untersucht und die Potenziale eines raschen Markteintritts bewertet.

Osteuropa mit enormen Wachstumsraten

Der für Handelsunternehmen wichtige osteuropäische Raum zählt mit enormen Wachstumsraten weiterhin zu den bedeutendsten Regionen für die globale Expansion des Einzelhandels. Mehr als ein Drittel der 20 attraktivsten Märkte entfallen auf Osteuropa. Neben Russland befinden sich dabei die Ukraine, Lettland, Slowenien und Kroatien unter den Top Ten der attraktivsten Zielmärkte. «Das ist ein geographischer Blickwinkel, der - allein logistisch betrachtet - einem ‚Schweizer Handelsauge' Aussicht auf Wachstum und Ergebnisverbesserung verschaffen könnte», sagt Manfred Tuerks, Managing Director von A.T. Kearney Schweiz, dazu.

China befindet sich bereits im Übergang

Der chinesische Markt bleibt zwar noch sehr attraktiv, befindet sich jedoch im Übergang zu einer kontinuierlichen Markterschliessung, da internationale Einzelhändler derzeit mit Hochdruck ihre Präsenz ausbauen und sich Marktanteile sichern. Lebensmittelhändler und Convenience Stores sind bereits an der Ostküste Chinas präsent und breiten sich nun nach Westen hin aus. Neu in den Markt eingetreten sind Unterhaltungselektronikhändler, Heimwerkermärkte und Bekleidungsgeschäfte.

Russland behauptet den 2. Platz

Russland musste den Spitzenplatz aus den Jahren 2003 und 2004 bereits im vergangenen Jahr an Indien abgeben und nimmt auch in diesem Jahr wieder den zweiten Platz ein. Dennoch ist Russland als Einzelhandelsmarkt mit einem Volumen von 180 Millionen US-Dollar und einem Wachstum von 19 Prozent im vergangenen Jahr weiterhin attraktiv. Das Zeitfenster für einen Markteintritt wird sich jedoch hier für Handelsunternehmen schon bald schliessen, da viele Einzelhändler bereits den Markteintritt vollzogen haben und sich regionale Wettbewerber über die Ballungszentren Moskau und St. Petersburg hinaus aufstellen.

Indien weiterhin vorne

«Der indische Einzelhandelsmarkt öffnet sich langsam aber sicher, während der chinesische Markt in die Phase der kontinuierlichen Markterschliessung eingetreten ist», fasst Dr. Peter Pfeiffer, Vice President bei A.T. Kearney und verantwortlich für den Bereich Konsumgüterindustrie und Handel, das wesentliche Ergebnis des GRDI 2006 zusammen. «Sowohl für globale und regionale Einzelhändler ist der richtige Zeitpunkt für den Eintritt in die Wachstumsmärkte entscheidend, wenn sie im ‚Globalisierungsrennen' einen Wettbewerbsvorteil erzielen wollen.»

Die diesjährige Entscheidung, bei Einmarkeneinzelhändlern ausländische Direktinvestitionen von bis zu 51 Prozent zuzulassen, hat das Interesse von Einzelhandelsinvestoren an Indien zusätzlich angeheizt. Daraufhin gaben Einzelhändler wie Gap, Zara, UCB und Timex ihre Entscheidung zum Markteintritt bekannt. Wal-Mart hat angekündigt, in Indien ein Büro für Marktforschung zu eröffnen. Tesco benutzte die Partnerschaft mit Home Care Retail Mart Pvt. Ltd. zum Markteintritt und führte einen Grossmarkttyp unter dem Namen Magnet ein.

Volumen von 350 Milliarden im Einzelhandel

Lokale Einzelhandelsketten wollen dabei nicht zurückstehen und befinden sich in einem Wettrennen um die besten Standorte. So hat Reliance Industries bekannt gegeben, 3,4 Milliarden US-Dollar zu investieren, um zwischen Dezember 2006 und März 2007 rund 1575 Geschäfte zu eröffnen. «Indien ist im Augenblick für Einzelhändler so attraktiv wie nie zuvor, denn es bietet einen Einzelhandelsmarkt mit einem Volumen von 350 Milliarden Dollar, der dieses Jahr um 13 Prozent wachsen soll», erläutert Pfeiffer.

Sättigungstendenz in China

China weist hingegen erste Anzeichen einer Sättigung auf, die vor allem auf das Wachstum internationaler Einzelhändler zurückzuführen ist. Zu den grösseren Wettbewerbern zählen Wal-Mart und Carrefour, die inzwischen gut eingesessen sind, sowie Tesco, dessen Markteintritt Mitte des Jahres 2004 erfolgte und mit der Investition von 250 Millionen Dollar in ein Joint Venture einherging. Tesco besitzt derzeit rund 50 Geschäfte in China und will zukünftig jährlich 15 neue Geschäfte eröffnen.

Rasantes Wachstum in Vietnam

Das benachbarte Vietnam, das den dritten Platz einnimmt, zählt zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Asiens. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts beträgt 7,5 Prozent, während die 84 Millionen Einwohner 2005 16 Prozent mehr für Konsumgüter ausgaben als 2004. Der Umsatz im modernen Einzelhandel wuchs im vergangenen Jahr um 20 Prozent. «Vietnam ist heute in einer ähnlichen Situation wie Indien vor fünf Jahren», führt Pfeiffer aus. «Dort trifft starkes Wirtschaftswachstum auf einen stark fragmentierten Einzelhandelsmarkt, der grösstenteils aus kleinen, einzelnen Geschäften besteht. Neunzig Prozent der vietnamesischen Einzelhandelsgeschäfte sind Läden in der Nachbarschaft, die von ortsansässigen Unternehmern betrieben werden.»

Pfeiffer zufolge sind die grössten Hürden für den Eintritt in den vietnamesischen Markt genauso wie in Indien die für ausländische Direktinvestitionen geltenden Vorschriften, hohe Importsteuern und Schwierigkeiten beim Erwerb von Lizenzen für weitere Geschäfte.

Hohen Wachstum im Nahen Osten

Zu den aktuell weltweit am schnellsten wachsenden Einzelhandelsmärkten gehört auch der Nahe Osten, angeführt von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Von 2001 bis 2005 nahm der moderne Einzelhandelsumsatz in der Region um 38 Prozent zu. Nur Mittel- und Osteuropa wiesen noch höhere Wachstumsraten auf, während andere asiatische Märkte, Lateinamerika, Westeuropa der die USA weitaus langsamer expandierten.

Das Wachstum der Verbraucherausgaben, das seit 2000 in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Saudi-Arabien und Kuwait durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr betrug, unterstreicht die Chancen für Einzelhändler in diesen Ländern. Während viele in den USA heimische Einzelhändler bereits in den VAE vertreten sind, darunter JCPenney, Saks, Borders und Liz Claiborne, weist der regionale Einzelhandelsmarkt eine geringe Konzentration auf. Beispielsweise vereinigen die fünf grössten Einzelhändler Saudi-Arabiens weniger als elf Prozent des Einzelhandelsumsatzes auf sich.

Globalisierung nimmt weiter Fahrt auf

Zudem geht aus dem GRDI 2006 hervor, dass sich die Globalisierung im modernen Einzelhandel weiter beschleunigt. Denn seit 2001 sind mehr als 49 neue Einzelhändler in über 89 neue Märkte eingetreten. «Doch Geschwindigkeit allein macht keinen erfolgreichen Markteintritt aus. In diesem Jahr erfolgten bereits in 19 Ländern Marktaustritte. Daneben tun sich viele Einzelhändler schwer, in Wachstumsmärkten in weniger als fünf Jahren profitabel zu werden», sagt Pfeiffer. «Die erfolgreichsten Einzelhändler vollziehen bei Märkten mit hohem Potenzial einen frühen Markteintritt, lassen sich bei der Erschliessung Zeit und experimentieren bereitwillig mit einer Reihe von Ladentypen. Sie stellen ein Team zusammen, das hauptsächlich aus inländischen Mitarbeitern besteht, die den Markt und die Kultur kennen, und geben diesen lokalen Managern dann umfangreiche Vollmachten, damit sie die Formel finden, die funktioniert. Wenn Einzelhändler erst dann an Märkte denken, wenn diese offen sind, ist es bereits zu spät.»

Die GRDI-Studie 2006 steht unter www.atkearney.ch zum Download bereit.

(pd)

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