In Italien streiken Ärzte und Medienschaffende
publiziert: Donnerstag, 19. Dez 2002 / 12:29 Uhr

ROM - In Italien befinden sich Ärzte und Journalisten auf Konfrontationskurs mit der Regierung in Rom. Rund 100 000 Ärzte in den Universitäten und Spitälern sowie Tierärzte und Labortechniker legten die Arbeit nieder.

Damit wollen sie gegen das Budget 2003 protestieren. Im Rahmen eines tiefgreifenden Sparprogramms will die Regierungskoalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi einen Zuschuss abschaffen, den Ärzte erhalten, wenn sie exklusiv für öffentliche Spitäler arbeiten und nicht auch noch freiberuflich tätig sind.

Die Ärzte behaupten, dass die Regierung mit der Abschaffung des Zuschusses die privaten Spitäler fördern wolle. Mit dem Gesetz verfolge Berlusconi ebenfalls die Absicht eines progressiven Abbaus des öffentlichen Gesundheitssystems zu Gunsten privater Kliniken.

Am Freitag wollen zudem die Medienschaffenden streiken. Bei ihnen dreht sich der Konflikt um das Rentensystem. Wegen der Protestaktion werden am Samstag keine Zeitungen erscheinen.

Mit dem vom Journalistenverband FNSI ausgerufenen Streik wird gegen den Abbruch der Verhandlungen mit der Verlegerföderation Fieg protestiert. Der Journalistenverband fordert unter anderem eine Erhöhung der Beiträge, die die Verleger für ihre Journalisten in die Rentenkassen einzahlen sollen.

Dem Streik schliesst sich am Freitag auch die Belegschaft der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI an. Sie protestiert gegen die Notstandslage, in der sich die RAI nach dem Rücktritt von drei der fünf Mitglieder des RAI-Aufsichtsrats vor einem Monat befindet.

Das Chaos an der Spitze des Unternehmens nach dem Rücktritt der drei Aufsichtsratsmitglieder, das andauernde Sinken der Einschaltquoten, das die Werbeeinnahmen bedroht, sowie der Mangel an einer Unternehmensstrategie seien die Gründe des Protests, betonten die Gewerkschaften des RAI-Personals.

(bert/sda)

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