«Ich wollte nie einen Chef haben!»
publiziert: Donnerstag, 5. Jan 2006 / 10:49 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Jan 2006 / 08:35 Uhr

Gastredner Fredmund Malik, scharfzüngig wie gewohnt, machte den «venture apéro» vom 7. November in Arbon zum Apéro-Highlight des Jahres. Und mit 520 Teilnehmer/innen auch rein numerisch zum Networking-Anlass der Superlative. Hier nun ein Auszug aus dem anschliessenden Interview.

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Prof. Dr. Fredmund Malik begeistert mit pointierten Aussagen.
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Herr Malik, was hat Sie bewogen Unternehmer zu werden?

„Einerseits wollte ich auf Teufel komm raus nie einen Chef haben. Und zweitens habe ich Mitte zwanzig gemerkt, dass ich von Management einfach mehr verstand als andere in meinem Alter, die von der Schule gleich an die Universtität kamen - denn ich hatte bereits 5 Jahre Praxis. Ich hatte bereits erfahren, was gute und schlechte Chefs, gut und schlecht geführte Firmen sind und ich war selbst Chef.“

Warum gibt es in der Schweiz keine Kultur für Risikokapital?

„Früher dachte ich, Venture Capitalists - wie auch immer sie sich nennen, die tauchen ja in allen möglichen Verkleidungen auf, das ist ja ein Maskenball der Eitelkeiten - das sind Leute, die erstens Visionen haben und zweitens Risikofreude, drittens können sie einen Businessplan beurteilen und dann haben Sie natürlich auch noch Geld. Aber ich habe überhaupt jede Achtung vor diesen Venture Capitalists verloren. Die haben in den 90er Jahren in Blödsinn investiert, wenn man nur ein bisschen von Start-up-Strategie versteht, fasst man das nicht mal mit einer langen Stange an. Und sie sind auch jetzt nicht gescheiter geworden. Ich kann jedem nur dringend raten, sich nicht in die Fänge von solchen Finanzhaien zu begeben. Viele von ihnen denken einfach nicht unternehmerisch.“

Wie wichtig ist die Work-Life-Balance?

„Wahnsinnig wichtig. Es ist wahrscheinlich das wichtigste aber auch das grösste Problem, welches man lösen muss, wenn man Unternehmer sein will. Aber den meisten gelingt es nicht. Es sind harte Zeiten, durch die man muss. Von enormer Bedeutung ist, dass man eine «robuste» Beziehung hat, eine Familie, die das mitmacht. Wenn dem nicht so ist, wird es schwierig. Wenn man um die 30 ist, muss man einfach in die Karriere investieren, falls man eine machen will. Ich jedenfalls kam damals nicht viel zum Bergsteigen.“

Das vollständige Interview findet man als «Start Up Podcast» Beitrag unter:http://venturelab.blogspot.com/ oder kann im iTunes direkt kostenlos abonniert werden.

(wl/IFJ)

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