Sparen allein hilft gemäss IWF nicht
IWF plädiert für Mix aus Sparen und Wachstumsförderung
publiziert: Donnerstag, 27. Sep 2012 / 17:25 Uhr
Der Internationale Währungsfonds hat wieder eine Schuldenanalyse herausgegeben. (Archivbild)
Der Internationale Währungsfonds hat wieder eine Schuldenanalyse herausgegeben. (Archivbild)

Berlin - Sparen allein ist nach Auffassung des IWF keine Lösung zur Reduzierung der weltweit hohen Staatsschulden. «Zum Schuldenabbau bedarf es einer Kombination aus finanzpolitischer Konsolidierung und wachstumsfördernden politischen Massnahmen», lautet die zentrale Botschaft einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) von historischen Schuldenkrisen.

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Um die öffentlichen Finanzen in Ordnung zu bringen, seien zudem vor allem langfristige, strukturelle Reformen erforderlich. Und die Geldpolitik sollte «so unterstützend wie möglich» ausfallen.

«Die Rückführung der öffentlichen Schulden braucht Zeit, insbesondere in Verbindung mit einem schwachen Umfeld», folgerte der Fonds. Seine Analyse von Schuldenkrisen in verschiedenen Ländern seit 1875 sind Teil des neuen «Weltwirtschafts-Ausblicks».

«Nur in Nachkriegs-Zeiten konnten Defizitentwicklungen schnell umgekehrt werden». Eine besondere Gefahr sei, dass Länder mit einem hohen Schuldenstand extrem verwundbar gegen jegliche weitere Erschüttungen seien.

Hintergrund der Studie ist, dass die Staatsverschuldung in den Industrieländern mittlerweile den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht hat. In Japan, den USA und einer Reihe von europäischen Ländern übersteigt der Schuldenstand inzwischen die Marke von 100 Prozent der Wirtschaftleistung - teils deutlich.

Hohe Zukunftslasten

Der IWF sieht das mit besonderer Sorge, da dies mit einem relativ geringem Wachstumstempo, anhaltenden Haushaltsdefiziten, hohen Zukunftslasten und einer alternden Bevölkerung in etlichen dieser Länder einhergeht.

Schuldenstände von über 100 Prozent sind aber historisch gesehen nichts Besonderes. Mehr als die Hälfte der untersuchten 22 entwickelten Länder hätten in den letzten 140 Jahren schon einmal zeitweise über dieser Marke gelegen.

(knob/sda)

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