IWF: Preisexplosion belastet arme Länder
publiziert: Mittwoch, 2. Jul 2008 / 00:07 Uhr

Washington - Der rasante Preisanstieg bei Nahrungsmitteln und Energie setzt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor allem ärmere Staaten immer stärker unter Druck.

Strauss-Kahn rechnet mit andauernd hohen Preisen.
Strauss-Kahn rechnet mit andauernd hohen Preisen.
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«Einige Länder stehen auf der Kippe», sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn bei der Vorlage einer Studie über die Auswirkungen der Preisexplosion in Washington.

Sollten Nahrungsmittel noch teurer werden und der Ölpreis gleich hoch bleiben, «werden einige Regierungen nicht mehr in der Lage sein, ihre Bevölkerung zu ernähren und zugleich die Stabilität ihrer Volkswirtschaft zu gewährleisten», warnte Strauss-Kahn.

Mit einer baldigen Entspannung rechnet der Weltwährungsfonds nicht. «Öl- und Lebensmittelpreise werden voraussichtlich auf hohem Niveau bleiben», heisst es in dem Bericht, der laut IWF der bislang umfassendste zu den Folgen des Preisanstiegs ist und 150 Länder untersuchte.

Angebotsseite reagiert langsam

Die Angebotsseite habe nur langsam auf die steigende Nachfrage nach Rohstoffen reagiert, die zum grossen Teil aus dem Wachstum von Schwellen- und Entwicklungsländern resultiere.

Die Preise für Öl und Lebensmittel hätten sich in diesen Staaten seit 2006 verdoppelt, heisst es in der Untersuchung. Die höheren Kosten für Nahrung habe eine Gruppe von 33 armen Ländern, die Netto- Importeure sind, bislang 2,3 Mrd. Dollar gekostet, oder 0,5 Prozent ihres jährliches Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Für eine andere Gruppe von 59 armen Netto-Ölimporteuren betrugen die Kosten 35,8 Milliarden Dollar (22,7 Mrd Euro), was 2,2 Prozent ihrer gemeinsamen Wirtschaftsleistung entspricht.

(ht/sda)

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