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Hedgefonds legen im Machtkampf bei Gategroup nach
publiziert: Montag, 7. Mrz 2016 / 20:49 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Mrz 2016 / 08:14 Uhr
Die ehemalige Swissair-Tochter kämpfte lange Zeit mit Problemen im rückläufigen Europageschäft.
Die ehemalige Swissair-Tochter kämpfte lange Zeit mit Problemen im rückläufigen Europageschäft.

Kloten - Vor der Generalversammlung des Airline-Caterers Gategroup heizen die Minderheitsaktionäre den Machtkampf gegen den Verwaltungsrat weiter an. Mit einem weiteren offenen Brief wollen zwei Hedgefonds den Druck erhöhen, um den Verwaltungsrat umzukrempeln.

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Die beiden Hedgefonds RBR Capital und Cologny prangern in dem Brief vom Montag an, dass der Verwaltungsrat den von ihnen gestellten Verwaltungsrat Gerard van Kesteren nicht zur Wiederwahl vorschlagen will. Gategroup hatte zuvor geltend gemacht, dass Verhältnis zwischen Van Kesteren und allen anderen Mitgliedern des Verwaltungsrats sowie dem Management sei «irreparabel zerrüttet».

Umgekehrt wollen die beiden Minderheitsaktionäre Verwaltungsrat Andreas Schmid loswerden. Schmid habe bereits zu viele Verwaltungsratsmandate, um genügend Zeit für seine Pflichten bei Gategroup aufwenden zu können. Sein Mandat beim Flughafen Zürich stelle zudem einen Interessenskonflikt dar. Zudem mache er jeweils Versprechungen, die er später nicht einhalte, schreiben die Hedgefonds in dem Brief.

Weil die Aktionärsgruppe mit der Kommunikation von Gategroup nicht einverstanden ist, veröffentlicht sie auf ihrer Webseite savegategroup.com den Briefwechsel mit dem Verwaltungsrat.

Zudem kritisieren die Hedgefonds mangelnde Transparenz des Verwaltungsrats. In dem offenen Brief fordern sie unter anderem zusätzliche Informationen darüber, welche Rolle der Verwaltungsrat bei der Verlängerung der Verträge mit United Airlines und SAS gespielt hat.

Frieden vorbei

Die beiden Hedgefonds, die zusammen 11,3 Prozent am Airline-Caterer halten, zeigen sich bereits seit längerem unzufrieden mit dem Geschäftsverlauf bei Gategroup und wollen mehr Einfluss nehmen. Vor Jahresfrist hatten sie sich auf einen Kompromiss mit dem Verwaltungsrat eingelassen. Die Hedgefonds erhielten eine Zweiervertretung im Verwaltungsrat. Seit einigen Wochen aber ist der Frieden vorbei.

Der Vergleich sei erzielt worden, weil viele Aktionäre das Gefühl gehabt hätten, eine Veränderung sei dringend nötig, schreiben die beiden Hedgefonds in dem Brief. Mit der Ankündigung vom 16. Februar, Verwaltungsrat Gerard van Kesteren nicht zur Wiederwahl vorzuschlagen, habe das Unternehmen diese Vereinbarung aber einseitig aufgelöst. Das spreche Bände darüber, was der Verwaltungsrat über gute Corporate Governance und Aktionärs-Rechte denke.

Showdown an der Generalversammlung

Am 16. Februar hatte der Verwaltungsrat das Begehren von RBR Capital und Cologny bekannt gegeben, an der Generalversammlung vom 14. April zwei zusätzliche Mitglieder einschliesslich des Präsidenten in den Verwaltungsrat wählen zu lassen.

Die beiden Hedgefonds schlagen die Wahl von Gerard van Kesteren, Nils Engel und Rudolph Bohli zur Wahl in den Verwaltungsrat von Gategroup vor sowie die Abwahl von Verwaltungsratspräsident Andreas Schmid und der Mitglieder Anthonie Stal und Remo Brunschweiler, wie sie später präzisierten. Gleichzeitig verlangt die Aktionärsgruppe Änderungen an der Strategie von Gategroup und im Management. Der Verwaltungsrat stellte sich in seiner Mitteilung gegen diese Pläne.

Die ehemalige Swissair-Tochter kämpfte lange Zeit mit Problemen im rückläufigen und darum besonders wettbewerbsintensiven Europageschäft. Bereits 2012 hatte das Unternehmen darum eine umfassende Restrukturierung eingeleitet. Nachdem Gategroup im ersten Halbjahr 2015 erneut tief in die roten Zahlen gefallen war, baute das Management rund 300 Stellen ab. Betroffen war auch der Standort Zürich. Im dritten Quartal 2015 kehrte Gategroup dann wieder in die Gewinnzone zurück.

 

(fest/sda)

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