HSBC Private Bank mit leichter Gewinnsteigerung
publiziert: Montag, 1. Sep 2008 / 09:42 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Sep 2008 / 22:56 Uhr

Genf - Die auf sehr vermögende Privatkunden spezialisierte HSBC Private Bank hat in der Schweiz im ersten Halbjahr den Vorsteuergewinn leicht erhöht. Der Neugeldzufluss hat sich wegen der Finanzkrise hingegen in etwa halbiert.

Der Umfang der verwalteten Vermögen entwickelte sich rückläufig.
Der Umfang der verwalteten Vermögen entwickelte sich rückläufig.
Den Vorsteuergewinn steigerte die Privatbank um 1 Prozent auf 423 Mio. Franken. Dem erhöhten Geschäftsaufwand von 423 Mio. Franken (plus 5 Prozent) stehen ausserordentliche Erträge von 32 Mio. Franken gegenüber, die durch die Auflösung von Rückstellungen entstanden sind, teilte die Bank vor den Medien in Zürich mit.

Der HSBC Private Bank flossen seit Jahresbeginn 6,89 Mrd. Franken Neugeld zu, in der Vorjahresperiode waren es noch 13 Mrd. Franken gewesen. Vermögende Kunden seien aufgrund der «Rekord-Volatilität» der Finanzmärkte beim Verschieben von Geldern sehr vorsichtig vorgegangen, sagte Bank-Chef Peter Braunwalder.

Da die HSBC Private Bank ein «organisches» Wachstum anstrebe, sei sie aber nicht übermässig von den Finanz-Turbulenzen der vergangenen Monate betroffen, sagte der scheidende Chef Braunwalder weiter.

Neuer Chef

Per Ende Juni betreute das Finanzinstitut Gelder in Höhe von 162 Mrd. Franken. Ende 2007 waren es noch knapp 186 Mrd. Franken. Grund für die Abnahme sind die kriselnden Finanzmärkte und der schwache Dollar. Die Bank ist nach eigenen Angaben der drittgrösste Verwalter von privaten Vermögen in der Schweiz.

Neuer Chef der HSBC Private Bank in der Schweiz wird Alexandre Zeller, der den Posten im Oktober übernimmt. Die beiden HSBC-Privatbanken Schweiz und Luxemburg werden zusammengefasst.

Höherer Aufwand

Der Geschäftsaufwand stieg um 5 Prozent auf 408 Mio. Franken. Vor allem beim Personal hat die Bank die Kosten erhöht, da die Belegschaft um 15 Prozent gewachsen sei, teilte HSBC Private Bank (Suisse) mit. Die Bank beschäftigt 2615 Mitarbeitende.

Auf der anderen Seite flossen der Bank durch Auflösung von Rückstellungen ausserordentliche Erträge von 32 Mio. Fr. zu. Das Eigenkapital legte um 8 Prozent auf 3,236 Mrd. zu.

Die Netto-Neugeldzuflüsse haben sich auf 6,89 Mrd. Fr. belaufen (Vorjahresperiode: 13 Mrd. Franken). Die «starken» Zuflüsse standen gemäss HSBC im Kontext mit der Kreditkrise. Die HSBC-Kunden seien nicht mehr ohne weiteres bereit, das Finanzinstitut zu wechseln.

Bank zufrieden

Damit lag das verwaltete Vermögen der Bank Ende Juni bei 162 Mrd. Franken. Das sind 13 Prozent weniger als noch Ende Jahr. Schuld an diesem Rückgang seien die Börsenentwicklung und der schwache Dollar.

Ihre Halbjahres-Ergebnisse beurteilte die Bankengruppe in ihrer Mitteilung als gut. Trotz der schwierigsten Lage an den Finanzmärkten seit Jahrzehnten sei es dank breiten Dienstleistungsangeboten und internationaler Präsenz gelungen, eine gute Performance zu erwirtschaften.

(ht/sda)

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