Grünes Licht für Stammzellen aus Embryonen
publiziert: Montag, 3. Apr 2006 / 12:57 Uhr / aktualisiert: Montag, 3. Apr 2006 / 13:38 Uhr

Bern - Erstmals können Forscher in der Schweiz aus Embryonen Stammzellen gewinnen. Bisher wurden die Stammzellen importiert.

Die tiefgekühlten Embryonen in der Schweiz dürften Verwendung finden.
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Nach der Bewilligung durch das BAG können die Zellen aus 100 eingefrorenen überzähligen Embryonen entnommen werden. Die Bewilligung für das Forschungsprojekt unter der Leitung von Marisa Jaconi an der Universität Genf erfolgte bereits vor einiger Zeit. Allerdings knüpfte sie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) noch an gewisse Auflagen.

Die Auflagen wurden erfüllt, sagte Katja Manike, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BAG, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Die Bewilligung umfasst die Verwendung von 100 Embryonen. Gemäss Manike dürften sie aus der Zahl der überzähligen, tiefgekühlten Embryonen in der Schweiz stammen. Ursprünglich hätten die bis zum Jahr 2001 in vitro gewonnenen gut 1000 überzähligen Embryonen laut Fortpflanzungsmedizingesetz Ende 2003 vernichtet werden müssen.

Bis 2003 kamen rund 200 weitere Embryonen hinzu. Im seit 2001 geltenden Fortpflanzungsmedizingesetz ist nur die Schaffung von drei Embryonen pro Behandlungszyklus zugelassen.

«Überzählig» wurden die Embryonen, weil sie wegen Willensänderung, Krankeit, Unfall oder Tod der Frau oder wegen schlechter Entwicklungschancen nicht für eine Schwangerschaft verwendet wurden. Die betroffenen Paare müssen ihre Einwilligung in die Stammzellen- Entnahme geben.

Die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen ist in der Schweiz seit dem 1. März 2005 unter strengen Voraussetzungen erlaubt. Das Volk hatte am 28. November 2004 in einer Referendumsabstimmung das Stammzellenforschungsgesetz angenommen. Damit wurde es möglich, aus überzähligen Embryonen Stammzellen zu gewinnen und an diesen zu forschen.

(ht/sda)

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