Grosse Datenverluste durch Unachtsamkeit
publiziert: Donnerstag, 30. Jun 2011 / 11:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Jun 2011 / 12:12 Uhr
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Themen rund um die Datensicherheit spielen für die meisten Mitarbeitern kaum eine Rolle.
Themen rund um die Datensicherheit spielen für die meisten Mitarbeitern kaum eine Rolle.

Eine der Hauptursachen für den zunehmenden Verlust von Unternehmensdaten ist das mangelnde Sicherheitsbewusstsein der Anwender.

Redwood City/Zürich - Mit der zunehmenden Nutzung von Web 2.0-Applikationen und der wachsenden Zahl mobiler Endgeräte, die auf das Netzwerk zugreifen, sehen sich die Organisationen bei der Durchsetzung von Datensicherheit, IT Governance sowie Risiko- und Compliance-Vorschriften mit hohen Anforderungen konfrontiert. Einer internationalen Studie der auf Security-Lösungen spezialisierten Check Point Software Technologies Ltd. und dem Marktforschungsunternehmen Ponemon Institute zufolge sind rund drei Viertel der befragten Unternehmen von Datenverlust betroffen. Am stärksten betroffen sind demnach Kundeninformationen, gefolgt von generischen Verbraucherdaten, anderem, geistigem Eigentum wie z. B. Source Code, Mitarbeiterdaten und Geschäftsplänen bzw. -strategien.

Wenig Bewusstsein für die Datensicherheit

Laut Studie lag die Hauptursache für das Verlorengehen von Daten im Verlust bzw. Diebstahl von IT-Equipment, gefolgt von Netzwerkattacken, ungesicherten, mobilen Endgeräten, Web 2.0- und File Sharing-Anwendungen und schliesslich im versehentlichen Versenden von E-Mails an den falschen Empfänger. Zudem glauben die befragten Studienteilnehmer, dass im Durchschnitt rund 49 Prozent ihrer Mitarbeiter wenig bis überhaupt kein Bewusstsein für Themen wie Datensicherheit, Compliance und Policies haben. In Deutschland liegt der Anteil der nicht aufgeklärten bzw. nicht sensibilisierten Angestellten bei immer noch 34 Prozent - für die Unternehmen Anlass genug, die Bewusstseinsentwicklung der Mitarbeiter stärker in den Fokus ihrer Sicherheitsstrategien zu rücken, zumal es meist der Mensch ist, der an der Security-Front der Organisation in der ersten Reihe steht.

«Wir wissen, dass Datensicherheit und Compliance bei den Security-Verantwortlichen ganz oben auf der Liste stehen», so Christian Fahlke, Country Manager Schweiz und Österreich Check Point Software Technologies (Switzerland) AG.. «Wenn wir uns aber die Ursachen für Datenverlust anschauen, sehen wir, dass der Grossteil der Vorfälle ohne Absicht passiert. Um Datenverlust nicht länger nur erkennen, sondern pro-aktiv verhindern zu können, sollten die Unternehmen daher auf eine verstärkte Sensibilisierung und Einbeziehung ihrer Mitarbeiter setzen und gleichzeitig die dazugehörigen Prozesse etablieren, so dass die Datenbestände insgesamt transparenter und besser kontrollierbar sind.»

Lösungen schrittweise umsetzen

Da sich Data Loss Prevention (DLP) mehr und mehr als eine der grössten Herausforderungen an die ITSicherheit erweist, ist es für die Unternehmen essentiell, die wichtigsten Treiber für DLP zu verstehen und dann schrittweise gezielte Massnahmen aufzusetzen, wie z.B.:

Klares Verständnis von den internen Datensicherheitsforderungen schaffen

Die Unternehmen sollten eine klare, auch schriftlich dokumentierte Übersicht über die in der Organisation vorhandenen, sensitiven Daten haben. Ebenso sollten alle Datenbestände bekannt sein, die behördlichen oder wirtschaftlichen Compliance-Standards unterworden sind.

Sensitive Daten klassifizieren

Auflistung aller sensitiven Datentypen in der Organisation und Kennzeichnung des Grads der Sensitivität. Erstellen von Dokumentvorlagen für die Klassifizierung der Daten nach «öffentlich», «geheim» oder «streng geheim». Aus der Nutzung dieser Vorlagen entsteht beim Anwender ein besseres Verständnis für die Sicherheitsregeln des Unternehmens und wann z. B. eine Information als «sensitiv» zu bezeichnen und zu behandeln ist.

Sicherheitsregeln und Geschäftsanforderungen in Einklang bringen

Die Sicherheitsstrategie der Organisation sollte die Informationsbestände des Unternehmens schützen, ohne den Endanwender in seiner Tätigkeit zu behindern. Das Unternehmen sollte bei der Definition von Sicherheitsregeln mit einfachen Geschäftsbedingungen beginnen, die an den Geschäftsanforderungen individueller Mitarbeiter, einzelner Gruppen und der gesamten Organisation ausgerichtet sind. So genannte «Identity Awareness»-Lösungen verhelfen dem Unternehmen zu mehr Transparenz bezüglich ihrer Anwender und der IT-Umgebung und unterstützen eine bessere Durchsetzung der unternehmensweiten Sicherheitsregeln.

Gesamten Lebenszyklus der Daten sichern

Organisationen sollten die Implementierung von Data Security-Lösungen in Erwägung ziehen, die ihre sensitiven Daten in unterschiedlichen Formaten schützen, z. B., indem sie Anwender, Datentypen und Prozesse korrelieren. Die Informationen sollten zudem über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg gesichert sein, also im Ruhezustand, im Zustand der Datenübertragung und bei der Datennutzung.

Eliminieren der Compliance-Bürde

Im ersten Schritt sollten die von Behörden und Industrie getriebenen Compliance-Anordnungen evaluiert und deren Einfluss auf die Security und die Geschäftsabläufe der Organisation geprüft werden. Als Lösungen sollten nur bereits bewährte Verfahren und Methoden in Erwägung gezogen werden, die vom ersten Tag an Schutz bieten und auf die Einhaltung spezifischer Vorschriften abzielen, wie z. b. HIPAA, PCI DSS und Sarbanes Oxley.

Hervorheben des Anwenderbewusstseins und -engagements

Der Anwender sollte in den Security-Entscheidungsprozess mit einbezogen werden. Die richtige Technologie kann dabei unterstützen, den Benutzer über die Sicherheitsregeln des Unternehmens aufzuklären und versetzt ihn in die Lage, evtl. Sicherheitsvorfälle selbst und in Echtzeit zu beheben. Die Verbindung von Technologie und Anwenderbewusstsein sensibilisiert die Mitarbeiter über selbstlernende Techniken für riskantes Verhalten.

(ms/KMU Magazin)

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