Anti-Korruptions-Zentrum soll gebildet werden
Grossbritannien will weltweiten Kampf gegen Korruption anführen
publiziert: Donnerstag, 12. Mai 2016 / 15:45 Uhr

London - Grossbritannien will im weltweiten Kampf gegen Korruption die Führung übernehmen und ein internationales Anti-Korruptions-Zentrum einrichten. Dies kündigte der britische Premierminister David Cameron am Donnerstag in London an einem Gipfeltreffen an.

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Auf diese Weise sollen Informationen über Firmeneigentümer ausgetauscht und ausländische Immobilienkäufer dazu gebracht werden, die Herkunft ihrer finanziellen Mittel offenzulegen, sagte Cameron bei der Eröffnung des Anti-Korruptions-Gipfel.

Ziel dahinter ist, die Geldwäscherei durch Immobilienkauf einzudämmen. Denn bislang treten vor allem auf dem Londoner Immobilienmarkt meist nur Offshore-Firmen als Eigentümer auf.

«Der absolute Schlüssel ist Transparenz», betonte der Brite vor den angereisten Vertretern aus rund 40 Staaten. Der US-amerikanische Aussenminister John Kerry sagte am Gipfel, Korruption «zerstört Staaten». «Wir müssen die globale Gemeinschaft dazu bringen zusammenzuarbeiten.»

Nach dem Willen von Cameron soll beim Treffen eine internationale Erklärung gegen die Korruption unterzeichnet werden. Diese soll die Unterzeichner zur Zusammenarbeit verpflichten und anerkennen, dass Korruption die Bemühungen im Kampf gegen Armut und Terrorismus untergräbt.

Burkhalter: Geld fehlt für Schulen

Die Schweiz wird auf dem eintägigen Gipfel von Aussenminister Didier Burkhalter vertreten. In seiner online publizierten Rede warnte er vor den schädlichen Auswirkungen der Korruption für Gesellschaften.

So etwa würde jede Minute unrechtmässig erworbene Gelder in Höhe von 40'000 und 75'000 Dollar aus Entwicklungsländern weggebracht: «Das ist Geld, das für Schulen, für Spitäler, für die Wohlfahrt, die Entwicklung und die Bevölkerung fehlt», sagte er und forderte ebenfalls mehr Transparenz.

Die Schweiz sehe zudem im Sport grossen Handlungsbedarf, sagte der Aussenminister weiter. Er fände es zynisch und traurig, dass gerade in diesem Bereich, wo das Prinzip der Fairness gelte, es in den letzten Jahren eine ganze Serie von Korruptionsfällen gegeben habe. Die Schweiz sei bereit zu kooperieren.

Seinen Aufenthalt am Anti-Korruptions-Gipfel in nutzte Burkhalter auch zu bilateralen Gesprächen - etwa mit dem britischen Aussenminister Philip Hammond und dem britischen Europaminister David Lidington.

Vor dem Gipfel hatte ein vom Sender ITV veröffentlichtes Video für Aufsehen gesorgt, in dem Cameron in einem Gespräch mit Königin Elizabeth II. Nigeria und Afghanistan als «fantastisch korrupte» Länder bezeichnete. Die Präsidenten beider Länder nehmen an dem Treffen teil.

(arc/sda)

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