Risiken wachsam verfolgen
Grossbanken: SNB fordert weiteren Kapitalaufbau
publiziert: Donnerstag, 19. Jun 2014 / 09:02 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Jun 2014 / 09:54 Uhr
Die Schweizerische Nationalbank drängt die Hypotheken-Kreditgeber zur Vorsicht.
Die Schweizerische Nationalbank drängt die Hypotheken-Kreditgeber zur Vorsicht.

Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht weiterhin bedeutende Risiken im Bankensystem. Von den beiden Grossbanken fordert sie weitere Fortschritte bei der Kapitalausstattung. Den Hypotheken-Gebern rät sie zur Vorsicht. Explizit erwähnt wird die Raiffeisen-Gruppe.

7 Meldungen im Zusammenhang
Der Anstieg der Ungleichgewichte auf den Schweizer Hypotheken- und Immobilienmärkten habe sich jüngst zwar verlangsamt. Dies lege den Schluss nahe, dass die 2012 von der Branche ergriffenen Massnahmen zur Selbstregulierung sowie der Anfang 2013 aktivierte antizyklische Kapitalpuffer dazu beigetragen haben könnten.

Eine kurzfristig geringere Dynamik sei aber noch nicht zwingend eine Trendumkehr, hält die SNB in ihrem heute publizierten «Bericht zur Finanzstabilität 2014» fest. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds müssten die Banken ihre Risiken weiterhin wachsam verfolgen.

Zudem plädiert die SNB für Anreize, damit die Banken eine vorsichtigere Hypothekenvergabepolitik verfolgen. Entsprechende Regulierungen sollten jetzt vorbereitet werden, damit sie in Kraft gesetzt werden können, sollten die Hypotheken- und Immobilienmärkte wieder an Schwung gewinnen.

Zugleich will die SNB die Entwicklung auf den Märkten weiterhin genau beobachten und regelmässig prüfen, ob der antizyklische Kapitalpuffer erhöht werden sollte. Denn die Preise für Wohneigentum stiegen nach wie vor stärker, als durch Faktoren wie Einkommens- oder Bevölkerungswachstum gerechtfertigt sei, hiess es.

Warnung an Raiffeisen

Die SNB warnt, dass die zwar guten Kapitalausstattungen der Banken deren effektive Widerstandsfähigkeit überzeichnen könne. So seien die hohen Zinsrisiken und die geringe Diversifikation inlandorientierter Banken - sie bestreiten 65 Prozent des heimischen Hypothekenvolumens - weitgehend unberücksichtigt in den Kapitalvorgaben.

Der Risikoappetit der Inlandsbanken im Hypothekargeschäft sei praktisch unverändert hoch geblieben, kritisiert die SNB. Dabei hätten sich die durchschnittlichen Zinsmargen erneut verringert. Bei der Raiffeisen-Gruppe sei das bereits hohe Zinsänderungsrisiko innert Jahresfrist nochmals substanziell gestiegen, warnt die SNB.

Höhere Leverage Ratio gefordert

Während Raiffeisen explizit genannt wird, gibt es für die in den letzten Jahren kritisierten Grossbanken gewisse Anerkennung. Credit Suisse und UBS hätten die ab 2019 erforderlichen risikogewichteten Quoten teils bereits erreicht.

Allerdings fordert die SNB, dass CS und UBS diesen Weg fortsetzen und ihre Widerstandsfähigkeit weiter erhöhen. Das Verlustpotenzial der Institute sei im Verhältnis zur Kapitalisierung weiterhin substanziell.

Verbessert werden müsse vor allem die Leverage Ratio, also das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme. Diese Quote des risikoungewichteten Kapitals gewinne international an Bedeutung, um die Banken nach ihrer Krisenfestigkeit beurteilen zu können. Anders als bei den risikogewichteten Kapitalquoten lägen die Schweizer Grossbanken hier aber nicht über dem Schnitt anderer global tätigen Institute.

Im ersten Quartal erreichte die Leverage Ratio bei der Credit Suisse 3,6 Prozent und bei der UBS 3,8 Prozent, wie es weiter hiess. Innerhalb eines Jahres sind diese Quoten damit um 1,3 respektive 1,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Anforderung per 2019 beträgt aber 4,0 Prozent für die CS und 4,6 Prozent für die UBS.

Mehr Transparenz

Zugleich fordert die SNB mehr Transparenz in der Risikogewichtung durch die Institute. Die internen Modelle der Banken seien hochkomplex und könnten zwischen den Instituten sehr unterschiedlich ausfallen, so dass Vergleiche sehr schwierig seien.

Weitere Fortschritte seien notwendig, damit die Märkte die Risiken adäquat einschätzen könnten. Unterschiede der eigenen Modelle zu den Standardmodellen müssten gut erklärt werden.

(ig/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Die Schweizer Bankiers wollen verhindern, dass das Bankwesen in der Schweiz zu stark reguliert wird. Die Banken ... mehr lesen
Bei den Bankiers macht sich Widerstand breit.
Raiffeisen Filiale in Olten
Zürich/St. Gallen - Die Raiffeisen ist für den Schweizer Finanzmarkt «too big to ... mehr lesen
Zürich/Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist für das erste Halbjahr 2014 einen Gewinn von 16,1 Mrd. Fr. aus. Dazu ... mehr lesen
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) profitierte von Zinserträgen und Dividendenerträgen auf ihren Fremdwährungsanlagen.
Zürich/Basel - Die Grossbank UBS sieht weiterhin Gefahren für den Schweizer Immobilienmarkt: Der von ihr ... mehr lesen 3
Das Blasenrisiko könnte gemäss den UBS-Experten relativ schnell überwunden werden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
In Zukunft muss mit höheren Hypothekarzinsen gerechnet werden.(Symbolbild)
Bern - Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss künftig mit höheren ... mehr lesen
Bern - In der Diskussion um die Eigenkapitalquote von Banken hat SNB-Präsident Thomas Jordan diese ... mehr lesen
Thomas Jordan.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auf das Flair der bunten und aufregenden Casino-Welt verzichten und stattdessen im Internet Glücksspiele zocken? Online-Casinos bergen sowohl Gefahren als auch Möglichkeiten für den Spieler.
Auf das Flair der bunten und aufregenden ...
Im Oktober 2015 verabschiedete der Bundesrat das neue Geldspielegesetz: Seither dürfen Schweizer Casinos auch im Netz Glücksspiele anbieten. Doch was bedeutet das für Gambler? Eröffnen sich für sie dadurch neue Möglichkeiten, oder tragen sie Nachteile davon? mehr lesen 
Senn war sechs Jahre lang Zurich-Chef.
Fassungslos und tief erschüttert  Zürich - Der ehemalige Zurich-Chef Martin Senn hat sich das Leben genommen. Er wurde 59 ... mehr lesen  
Geldpolitische Straffung  Washington - US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung vorbereitet. ... mehr lesen  
Janet Yellen hat die Märkte auf die Zinserhöhung vorbereitet.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Das Crowdfunding hat um 73 Prozent zugelegt.
Startup News Crowdfunding in der Schweiz markant gewachsen Luzern - Auf tiefem Niveau ist der Markt für Schwarmfinanzierung (sog. Crowdfunding) in der Schweiz erneut stark gewachsen. Diese Art der Geldbeschaffung ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
Publinews
                 
Publinews Mehr Wissen - Grosses bewegen  Die WKS KV Bildung ist mit rund 5900 Absolventinnen und Absolventen in der Grund- und Weiterbildung das grösste Bildungsunternehmen im ... mehr lesen
Publinews Enabling new business  Von besser informierten GL bis zum E-Commerce im Exportmarkt - digitale Tools nutzen in der ganzen Wertschöpfungskette. Netcetera-CEO Andrej Vckovski ... mehr lesen
Erfolg durch zielgerichtete Planung.
Publinews CRM  In einer Zeit übersättigter Märkte ist nicht mehr die Suche nach einem Produkt oder Lieferanten der Flaschenhals, sondern das Aufspüren von Bedarf und neuen ... mehr lesen
Wir erfinden das Drucken neu - damit Ihr Unternehmen wie ein grosses beeindruckt
Publinews Ein Unternehmen muss nicht gross sein, um Grosses zu leisten. Es benötigt lediglich die richtigen Ressourcen. Und dazu gehört auch ... mehr lesen
Auf das Flair der bunten und aufregenden Casino-Welt verzichten und stattdessen im Internet Glücksspiele zocken? Online-Casinos bergen sowohl Gefahren als auch Möglichkeiten für den Spieler.
Publinews Im Oktober 2015 verabschiedete der Bundesrat das neue Geldspielegesetz: Seither dürfen Schweizer Casinos auch im Netz ... mehr lesen
Kaffee gehört für viele Arbeitnehmer fest zum Büroalltag dazu
Publinews Eine gute Tasse Kaffee gehört für viele Menschen fest zum Alltag. Während manche den Muntermacher hauptsächlich morgens nach dem Aufstehen brauchen, trinken ... mehr lesen
Online-Dating wird immer beliebter - heute setzen schon viel mehr Menschen bei der Partnersuche auf das Internet als noch einige Jahre zuvor. Die Tendenz geht zudem zum mobilen Online-Dating.
Publinews Online-Dating erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies ist angesichts von ca. 1,5 Millionen Singles in der Schweiz auch kein Wunder. Dabei sind für den ... mehr lesen
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine ... mehr lesen
Ist das gewünschte Grundstück tatsächlich für das eigene Bauprojekt geeignet? Worauf sollten Käufer dabei achten?
Publinews Laut Statistik Schweiz waren im Jahr 2000 fast drei Viertel der in der Eidgenossenschaft existierenden 3,57 Millionen Wohnungen in der Hand von ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
13.01.2017
13.01.2017
13.01.2017
13.01.2017
12.01.2017
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich -6°C -3°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Basel -4°C -1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen -5°C -5°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Bern -11°C -3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Luzern -3°C -3°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Genf -5°C 0°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano -2°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten