Mangelnde Transparenz
Glencore greift nach Getreide-Riesen Viterra
publiziert: Dienstag, 17. Jul 2012 / 16:09 Uhr
Glencore werden Umwelt- und Menschenrechtsvergehen sowie Korruptionsanfälligkeit vorgeworfen. (Symbolbild)
Glencore werden Umwelt- und Menschenrechtsvergehen sowie Korruptionsanfälligkeit vorgeworfen. (Symbolbild)

Winnipeg/Bern - Der Schweizer Rohstoffgigant Glencore steht vor dem Kauf des kanadischen Getreidehändlers Viterra. Glencore mit rund 150 Mrd. Dollar Umsatz eines der grössten Unternehmen der Welt bekäme durch die Übernahme Zugang zu zahlreichen wichtigen Getreidespeichern.

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Der Konzern gerät allerdings ob seines immensen Einflusses und seiner mangelnden Transparenz in die Kritik. «Das Geschäftsgebaren des Unternehmens stellt für die Schweiz ein Reputationsrisiko dar», meint Rohstoff-Experte Lorenz Kummer von Swissaid im Gespräch mit pressetext.

Kanada gibt «Ok»

Viterra verfügt über grosse Vorräte an Sommerweizen, Hafer, Raps und Hartweizen sowie immense Lagerkapazitäten in südaustralischen Hafenstädten. Diese sind der Hauptgrund für den geplanten Kauf. Zusammen mit den ebenfalls kanadischen Agrium und Richardson International will Glencore für den Kauf insgesamt 4,9 Mrd. Euro hinblättern. Das kanadische Industrieministerium hat sein dafür nötiges Einverständnis bereits gegeben. Nun fehlt noch die Zustimmung der chinesischen Regierung, da Viterra auch in China aktiv ist.

Unregelmässigkeiten in Afrika

In den vergangenen Monaten ist der Konzern jedoch mit durchaus negativen Schlagzeilen konfrontiert worden. Glencore werden insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo und in Sambia Unregelmässigkeiten bei Lizenzvergaben, Steuerumgehung, Umwelt- und Menschenrechtsvergehen sowie Korruptionsanfälligkeit vorgeworfen. «Wir von Swissaid verlangen von Glencore, seine Minimalinformationen entscheidend zu erweitern. Die Transparenz soll durch länderweise Zuordnung von Steuerabgaben und Zahlungsströmen vergrössert werden», fordert Kummer.

Auch Xstrata im Visier

Glencore ist sowohl im Handel als auch im Abbau von Rohstoffen tätig. Ferner steht der in Privatbesitz befindliche Konzern vor einem weiteren wichtigen Schritt. Mit Xstrata, dem viertgrössten Bergbauunternehmen der Welt mit Sitz in Zug, will Glencore sein Portfolio wesentlich erweitern und dem australischen Bergbaukonzern Rio Tinto Konkurrenz machen. Mit dieser Fusion sollen Milliarden eingespart und die Position in China sowie in andere rohstoffhungrige Schwellenländer verbessert werden. Momentan hält Glencore 34 Prozent an Xstrata.

Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (11:51 Uhr) notiert die Aktie mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 4,00 Euro.

(knob/pte)

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