Sanitärtechnik
Geberit mit Gewinneinbruch nach Sanitec-Übernahme
publiziert: Dienstag, 27. Okt 2015 / 08:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 27. Okt 2015 / 09:56 Uhr
Geberit hat nach der Übernahme von Sanitec zwar deutlich mehr umgesetzt, aber viel weniger verdient. (Archivbild)
Geberit hat nach der Übernahme von Sanitec zwar deutlich mehr umgesetzt, aber viel weniger verdient. (Archivbild)

Zürich - Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat nach der Übernahme des finnischen Badausstatters Sanitec zwar deutlich mehr umgesetzt, aber viel weniger verdient. Der Umsatz kletterte in den ersten neun Monaten um 21,8 Prozent auf 1,973 Milliarden Franken.

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Der Betriebsgewinn (EBIT) fiel dagegen um 13,3 Prozent auf 413,9 Millionen Franken, wie Geberit am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Unter dem Strich verdiente Europas grösster Sanitärtechnikkonzern noch 338,4 Millionen Franken. Das sind 18,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Grund für den Gewinneinbruch sei die Sanitec-Übernahme, hiess es. Diese habe zu Kosten von 59 Millionen Franken geführt, die den Reingewinn belasteten. Ohne die Übernahme wäre der Reingewinn von Geberit lediglich um 3,8 Prozent auf 397,8 Millionen Franken gesunken.

Die auf Spülkästen und Rohre spezialisierte Geberit hatte Sanitec vor einem Jahr für gut eine Milliarde Euro gekauft und hatte damit ins Geschäft mit Waschbecken, Toiletten und Badspiegel expandiert.

Mit den vorgelegten Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Finanzgemeinde verfehlt. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Umsatz von 1,99 Milliarden Franken und einen EBIT von 424 Millionen Franken erwartet. Beim Reingewinn hatten sie 355 Millionen Franken prognostiziert.

Ohne Sanitec und Währungseffekte wäre der Geberit-Umsatz um 2,1 Prozent gewachsen. Der Betriebsgewinn hätte um 1,3 Prozent zugenommen.

Frankenschock schlägt aufs Ergebnis

Zu schaffen machte Geberit in den ersten neun Monaten die Flaute in der Bauindustrie in einigen europäischen Ländern und der Frankenschock nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am 15. Januar. Alleine die Wechselkurseffekte hätten 162 Millionen Franken Umsatz weggefressen, teilte Geberit mit.

Für die Zukunft hiess es, die Herausforderungen in der Bauindustrie blieben anspruchsvoll. In Europa gehe das Volumen in der Bauindustrie weiterhin zurück. «Mit Ausnahme einiger weniger, sich positiv entwickelnder Märkte wie Deutschland, Grossbritannien und Polen ist in den meisten übrigen Märkten keine Erholung absehbar.»

In Italien und Frankreich seien weitere Nachfragerückgänge zu erwarten. Auch im Nicht-Wohnungsbau sei keine Erholung festzustellen. Zu den schwierigen Rahmenbedingungen trage auch der starke Schweizer Franken bei, der Umsatz und Ergebnisse negativ beeinflusse, schrieb Geberit.

Die Unternehmensleitung erwarte für 2015 ein währungsbereinigtes Wachstum des Nettoumsatzes beim ursprünglichen Geberit Geschäft von zwei bis drei Prozent. Beim Sanitec-Geschäft einen werde ein währungsbereinigter Nettoumsatz unter dem Vorjahresniveau angepeilt. Zuvor hatte Geberit noch angepeilt, dass Sanitec den Umsatz im Gesamtjahr halten könne.

(cam/sda)

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