GM will 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen für Opel
publiziert: Dienstag, 9. Feb 2010 / 17:47 Uhr

Frankfurt - Der US-Autobauer General Motors (GM) fordert für seine deutsche Tochter Opel 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen. Während der Konzern die hohle Hand macht und potenziell wettbewerbsverzerrende Hilfen verlangt, streicht er sogleich 8300 Stellen.

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Nick Reilly: Den Grossteil der Staatshilfen soll Deutschland mit 1,5 Mrd. Euro beisteuern.
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«Wir haben jetzt einen Leitfaden», sagte Opel-Chef Nick Reilly bei der Vorstellung des Sanierungsplans in Frankfurt. Den Grossteil der Staatshilfen soll Deutschland mit 1,5 Mrd. Euro beisteuern, den Rest die anderen europäischen Länder mit Opel-Standorten.

In Grossbritannien, Spanien, Polen und Österreich wurde der Sanierungsplan zurückhaltend aufgenommen. Von diesen Ländern, in denen die GM ebenfalls Werke unterhält, will der Autobauer weitere 1,2 Mrd. Euro haben. Mit Hilfe aus Belgien kann Opel nicht rechnen, weil es das Werk in Antwerpen dichtmachen will.

11 Mrd. Euro Investitionen bis 2014

Opel-Chef Reilly kündigte an, bis 2014 etwa 11 Mrd. Euro in den Autobauer zu investieren. Damit sollen 80 Prozent der Produkte erneuert werden. Der Plan sieht vor, dass Opel 2011 die Gewinnschwelle erreicht und 2012 wieder Gewinn macht.

Das Unternehmen will dazu 8300 der 48'000 Arbeitsplätze in Europa streichen und die Kapazität um 20 Prozent kürzen. Allein in Deutschland sollen über 3900 Stellen wegfallen. «Wir müssen unsere Kapazitäten anpassen - sonst hat keiner mehr einen Job», sagte Reilly.

GM habe sich schon beteiligt

Die Gespräche mit den Regierungen will Reilly in einigen Wochen abschliessen. Die Opel-Mutter General Motors habe sich bereits durch die Rückzahlung des Brückenkredits und durch Liquiditätshilfen mit mehr als einer Milliarde Euro am Finanzierungsplan beteiligt.

Neben Staatshilfen verlangt das Management von den Mitarbeitern einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Mio. Euro in den Jahren 2010 bis 2014. Das lehnen Betriebsräte und Gewerkschaften ab, weil sie das Aus des belgischen Standorts Antwerpen nicht mittragen wollen. Die Verhandlungen stocken.

(fest/sda)

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