Die Rolle des Chief Information Officer in der Schweiz
Für mehr Innovation fehlt die Qualifikation
publiziert: Montag, 4. Sep 2006 / 06:09 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Sep 2006 / 06:40 Uhr

Die Arbeit von Schweizer CIO wird in den nächsten zwei Jahren innovativer. Dies ist die Einschätzung von 20 IT-Verantwortlichen und Experten aus der Bankindustrie, dem Versicherungswesen, der Telekommunikation und der öffentlichen Verwaltung der Schweiz.

IT bei Politikern und in der Verwaltung zu etablieren, ist eine schwierige und langwierige Aufgabe.
IT bei Politikern und in der Verwaltung zu etablieren, ist eine schwierige und langwierige Aufgabe.
IBM hat sie im Rahmen ihres neuesten «Swiss Innovation Outlook» zum Thema «Die Rolle des Chief Information Officer in der Schweiz» in einem zweistufigen Verfahren befragt.

Die künftigen Aufgaben des CIO

Die Betreuung der Infrastruktur sowie die Sicherstellung des operativen Betriebs, die heute häufig noch im Mittelpunkt stehen, wird zukünftig die grundlegende Aufgabe der CIO sein. Mit 10 bis 20 Prozent mehr in der täglichen Arbeit wird er sich jedoch als Chief Innovation Officer positionieren und seinen Beitrag zu Wachstum und Geschäftserfolg beitragen. Als Integrator und Vermittler zwischen IT, Business und verschiedenen Innovatoren im Unternehmen kommt ihm dabei eine Schlüsselrolle zu.

Einfach Lieferant oder Innovator?

Die Diskussion über die zukünftige Rolle des CIO lässt deutlich zwei Lager erkennen: Die einen prognostizieren den CIO den Status von Lieferanten eines Gebrauchsgutes, während die anderen in ihnen die Rolle Chief Innovation Officer sehen. Der Report «Swiss Innovation Outlook 2006 – die Rolle des Chief Information Officer in der Schweiz» untersucht, in welche Richtung sich die Aufgabe derzeit entwickelt. Dabei zeigt sich die Rolle des CIO noch in der Entscheidungsphase. Zwar nennen alle Gesprächsteilnehmer innovationsorientierte Tätigkeitsfeldern, doch steht bei drei Viertel der Befragten die Betreuung der Infrastruktur im Mittelpunkt. Bei der Hälfte umfassen die Sicherstellung des operativen Betriebs und der IT-Infrastruktur 70 Prozent und mehr der Arbeitszeit. In den nächsten zwei Jahren kommen etwa 10 bis 20 Prozent an innovativen Aufgaben dazu. Ein Drittel der Befragten erwartet überhaupt keine Veränderungen.

Rolle des CIO neu definieren

Der Wunsch und der Druck nach mehr Innovationen sind durchaus vorhanden. In erster Linie wird er von der Geschäftsleitung forciert, aber auch 38 Prozent der Befragten selber wollen ein grösseres Engagement für innovative Projekte. Es ist nicht etwa eine Frage des fehlenden Budgets – Sponsoren, Wachstumsgelder, IT-Haushaltsetat oder auch konkret definiertes Budget für Innovation sind in den überwiegenden Fällen vorhanden. Vielmehr ist es eine Frage der Definition der Rolle des CIO selbst. Fehlende Entscheidungsbefugnis und lange Entscheidungsprozesse einerseits sowie andererseits die mangelnde Wahrnehmung als Innovationstreiber innerhalb der eigenen Organisationen sind dabei entscheidende Komponenten. Wenn Innovationsprojekte nicht initiiert werden können, fehlt es auf Seiten des CIO vielfach an betriebwirtschaftlichen Argumenten und «Verkaufstalent», wie es ein Befragter ausdrückt.

Kundenanforderungen schaffen Innovation

Innovationsprojekte haben unterschiedlich grosses Potenzial zur Umsetzung. Hohe Realisierungschancen besitzen sie, wenn konkrete Kundenanforderungen existieren. Eher gut sind die Chancen, wenn Projekte von der Geschäftsleitung initiiert werden oder der Produktionssteigerung dienen. Themen hingegen wie Prozessautomatisierung und IT-Zentralisierung werden eher schlechter beurteilt. Kein eindeutiges Bild zeichnet sich bezüglich des Stellenwertes von Kosten, Budget und Ressourcen ab.

CIO sind bereits Innovatoren

In einigen Bereichen hat sich der CIO bereits heute als erfolgreicher Innovator durchgesetzt und innovative Entwicklungen vorangetrieben. Beispielhaft nennen die IT-Verantwortlichen abgeschlossene Projekte beispielsweise Internet-Services, Extranet-Lösungen, Online-Vertrieb, Geldwäscherei, Mobile Computing, E-Government oder Kreditwesen.

Neue Qualifikationen unerlässlich

64 Prozent der CIO halten für die Entwicklung zum Chief Innovation Officer neue Qualifikationen für unerlässlich. Auch von den übrigen wurden dezidierte Aspekte zur Wissenserweiterung benannt. Ziel der Qualifizierung muss es nach Angaben der IT-Verantwortlichen sein, eine Unternehmenspersönlichkeit mit Technologieverständnis zu werden. Dabei werden betriebswirtschaftliches Know-how und Branchenkenntnisse gleichermassen wichtig sein wie kommunikative Fähigkeiten, Überzeugungskraft und strategisches Denken.

Drei Aufgaben für den CIO

«Der CIO der Zukunft wird immer stärker drei Aufgaben wahrnehmen», sagt Susanne Ruoff, Director Global Technology Services, IBM Schweiz. «Die Rolle des Chief Infrastrucuture Officer ist und bleibt die Grundaufgabe, neben der er immer stärker Innovationen als Chief Innovation Officer treibt. Zum Dritten wird die Herausforderung sein, zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen, zwischen Technologie und Business erfolgreich Brücken zu schlagen und zu integrieren.»

Die Verwaltung hat es am schwersten

Differenziert in die verschiedenen Branchen Banking, Versicherungswesen, Telekommunikation und öffentliche Verwaltung ergibt sich folgendes Bild:

1. Bei den Banken geht der Trend klar in Richtung Innovation. Kundenfokus und Technologie werden als Innovationstreiber eingeschätzt. Welche Neuerungen tatsächlich umgesetzt werden, muss der CIO entscheiden.

2. Für die künftigen Aufgaben in der Versicherungsbranche sind bereits Lösungen zur Hand und hohe Umsetzungsziele betreffend der Kosten-/Nutzenrechnung gesteckt. Die Herausforderungen sind definiert. Und die IT-Verantwortlichen kennen ihre Aufgaben bestens.

3. Die harte Preis- und Margenpolitik fordert von den Lieferanten in der Telekommunikationsbranche, mit besonders harten Bandagen zu kämpfen und sich einen starken Dienstleister für Sprach- und Datenübertragung an ihre Seite zu holen. Erfolg versprechend ist in diesem Fall eine Strategie, die beide Parteien einbindet. Man vertraut auf Differenzierung.

4. Die grösste Geduld müssen CIO der öffentlichen Verwaltung mitbringen. Angefangen vom fehlenden Verständnis für die Informatik über die langwierigen Entscheidungsprozesse bis zur wenig förderlichen kantonalen Organisation stehen Innovationen mannigfaltig Hindernisse im Wege. Der CIO muss viel in Basisarbeit investieren, damit Politiker erkennen, dass dank Informatik politische Zielsetzungen erreicht werden können.

(Jochen Reinhardt)

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