Angespannte Situation
Franken für SNB deutlich überbewertet
publiziert: Freitag, 24. Apr 2015 / 11:41 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Apr 2015 / 15:40 Uhr
SNB-Präsident Thomas Jordan. (Archivbild)
SNB-Präsident Thomas Jordan. (Archivbild)

Bern - Gut drei Monate nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses hält die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Franken weiterhin für «deutlich überbewertet». Sie will daher bei Bedarf erneut am Devisenmarkt aktiv werden.

7 Meldungen im Zusammenhang
Die jüngste Entwicklung zeige, dass der Franken in der aktuellen Phase der Unsicherheit rund um die Schuldenproblematik Griechenlands zeitweilig wieder an Wert gewinnen könne, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Freitag an der Generalversammlung der Notenbank in Bern.

Die am 15. Januar erfolgte Aufhebung des Mindestkurses bedeute nicht, dass sich die SNB nicht mehr um die Devisenkurse kümmere: "Wir verfolgen diese Entwicklung und die potenziellen Auswirkungen auf die Schweiz sehr aufmerksam", erklärte Jordan.

"Bei Bedarf sind wir auch künftig am Devisenmarkt aktiv, um die monetären Rahmenbedingungen zu beeinflussen." Insgesamt sei der Franken "deutlich überbewertet". Dies sollte sich laut Jordan über die Zeit korrigieren.

Der stärkere Franken führe nun zu sinkenden Importpreisen, hinzu komme der massive Rückgang der Ölpreise. Beide Effekte seien jedoch temporär. So rechnet die SNB für 2015 weiterhin mit einer negativen Teuerung von minus 1,1 Prozent. "Eine anhaltende negative Inflation oder gar eine Deflationsspirale ist nicht zu erwarten", sagte Jordan.

Situation weiterhin angespannt

Die unmittelbare Kursreaktion nach der Aufhebung des Mindestkurses hatte Jordan als "massives Überschiessen" bezeichnet. Damals war der Euro unter die Parität zum Franken gefallen. Im Februar stieg der Euro wieder auf über 1,07 Franken an.

Hoffnungen von Bundesräten, Wirtschaftsverbänden und insbesondere der Export- und Tourismusindustrie auf Wechselkurs von mindestens 1,10 Franken haben sich aber zerschlagen. Seit Anfang März hat sich der Euro wieder abgeschwächt. Zuletzt nahm er erneut Kurs in Richtung Gleichstand zum Franken, Anfang Woche notierte die Gemeinschaftswährung noch bei gut 1,02 Franken.

Etwas entspannt hat sich die Situation seit Mittwoch. Die SNB kündigte an, sie verkürze die Liste der Giroguthaben, die von den Negativzinsen ausgenommen sind. Neu müssen auch die Pensionskassen des Bundes Publica und der SNB selbst - oberhalb der Freibeträge - den Strafzins von 0,75 Prozent zahlen, wenn sie Geld bei der Nationalbank parkieren.

Nach dieser Ankündigung zog der Euro leicht an, am Freitagnachmittag notierte er bei 1,0350 Franken. Analysten erklärten dies weniger mit der Massnahme selbst, deren Tragweite beschränkt sei. Eher spekulierten die Märkte darauf, dass die SNB bei anhaltender Frankenstärke weiter am Negativzins drehen könnte.

Negativzinsen auch für Inländer

Kritik von Investoren und insbesondere von Schweizer Pensionskassen wies Jordan erneut zurück: Der Negativzins erfülle den sehr wichtigen Zweck, den Aufwertungsdruck auf den Franken zu dämpfen und so die Schweizer Wirtschaft zu unterstützen. Der Schweizer Zins könne nicht höher liegen als im Rest der Welt, sonst würden grosse Zuflüsse in den Franken drohen.

Für die Frankenstärke könnten auch nicht ausschliesslich ausländische Investoren verantwortlich gemacht werden. Seit der Finanzkrise investiere der inländische Privatsektor sehr zurückhaltend im Ausland, zudem würden sogar Teile der Auslandsvermögen in die Schweiz zurück gebracht.

Auf die Frage eines Aktionärs, ob die SNB auch das Horten von Bargeld verteuern werde, sagte Jordan: Die Nationalbank habe nicht die Kompetenz, ein Entgelt auf Papiergeld zu erheben.

Der oberste Schweizer Währungshüter anerkannte, dass das heutige Tiefzinsumfeld insbesondere für Pensionskassen sehr anspruchsvoll sei. Die SNB gehe aber davon aus, "dass sich die Wirtschaft weiter erholen wird und die Zinsen weltweit wieder ansteigen werden". Erste Anzeichen dafür gebe es in den USA.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Die Schweizerische Nationalbank verteidigt erneut die Einführung von ... mehr lesen
Jean-Pierre Danthine, Vizepräsident des SNB-Direktoriums.
Auch die gegenwärtigen Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank von minus 0,75 Prozent hält Notenbankexperte Bernholz «für einen Fehler».
Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) solle die Franken-Überbewertung mit der Einführung eines Währungskorbes bekämpfen. Dies fordert der Geldpolitiker Peter Bernholz in ... mehr lesen
Zürich/Bern - Die Schweizerische ... mehr lesen
Die SNB meldet für das erste Quartal 2015 einen Verlust von 30,0 Milliarden Franken.
«Die Tatsache, dass die Sichteinlagen gestiegen sind, impliziert, dass die SNB vermutlich ausländische Werte gekauft hat, insbesondere Euro».
Zürich - Noch nie haben Banken in der Schweiz so viel Geld bei der Notenbank parkiert wie in der letzten Woche. Ihre Giroguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) beliefen sich auf 385,9 ... mehr lesen
Zürich/Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Zahl der Girokonten, ... mehr lesen 1
Die Schweizerische Nationalbank ändert die Verzinsungspolitik.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern/Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) schraubt nicht an den ... mehr lesen 1
Die SNB rechnet im laufenden Jahr mit knapp 1 Prozent Wachstum der Schweizer Wirtschaft.
1,2 Millionen US-Dollar wurden nach Argentinien überwiesen.
1,2 Millionen US-Dollar wurden nach Argentinien ...
Konto auf Bahamas aufgegeben  Buenos Aires - Der argentinische Präsident Mauricio Macri will sein auf den Bahamas geparktes Geld nun in Staatsanleihen in der Heimat investieren. Er habe den Verwalter des Kontos angewiesen, die 1,2 Millionen US-Dollar aus der Karibik nach Argentinien zu überweisen. mehr lesen 
Fassungslos und tief erschüttert  Zürich - Der ehemalige Zurich-Chef Martin Senn hat sich das Leben genommen. Er wurde 59 ... mehr lesen  
Senn war sechs Jahre lang Zurich-Chef.
Geldpolitische Straffung  Washington - US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung vorbereitet. Wahrscheinlich sei eine geldpolitische Straffung «in den kommenden Monaten angemessen», sagte Yellen am Freitag in Cambridge. mehr lesen  
Banken haben die Erwartungen nicht erfüllt.
Hohe Bankgebühren  Bern - Bankkunden sehen oft davon ab, ihr Konto aufzulösen oder ihre Wertschriften zu transferieren. Schuld daran sind die Gebühren der ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Energie sparen, Elektroauto
Startup News So spart man mit dem Elektroauto Die Anschaffung eines Elektroautos mag sich für manche immer noch ein wenig futuristisch anhören, sind sie ja tatsächlich in der Form, wie wir sie heute kennen, erst ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Videos werden in Zeiten der Digitalisierung immer wichtiger - der User favorisiert dieses Medium.
Publinews Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und bringt den Menschen wie den Unternehmen wunderbare Möglichkeiten. Viele Tätigkeiten werden ... mehr lesen
Viele Offshore Firmen für Aktenschränke und andere Produkte haben sich in der Schweiz niedergelassen.
Publinews Im Jahr 2018 ist die Schweizer Wirtschaft kräftig gewachsen. Doch waren die guten Resultate im zweiten Halbjahr eher verhalten. Seit diesem ... mehr lesen
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht ... mehr lesen
...für Oma und Opa, Gotti und Götti sowie all die anderen lieben Menschen.
Publinews An diesen Weihnachtsgeschenken hat man das ganze Jahr lang Freude  Verstauben deine schönsten Fotos? Wir präsentieren sechs Ideen, wie du aus deinen besten Aufnahmen coole Weihnachtsgeschenke machst. mehr lesen
Jetzt bewerben bei «Die Höhle der Löwen»!
Startup News Das weltweit bekannte Erfolgsformat der Gründer-Show kommt dank TV24 2019 endlich auch in die Schweiz. mehr lesen
Die spezielle Trägermatrix erlaubt es den Tumoren, ihre natürliche 3D-Struktur zu bilden.
Startup News Erfolgreiche Unternehmer, die zu Start-up-Investoren und schliesslich selbst zum kreativen Jungunternehmer werden, gibt es nicht nur in San Francisco und in ... mehr lesen
HP Instant Ink
Startup News Nie wieder tintenlos! Dank Instant Ink haben Sie immer Tinte daheim - noch bevor sie Ihnen ausgeht. Automatisch durch den Drucker bestellt und kostenlos ... mehr lesen
Schweizer Flagge
Startup News Gründet ein Schweizer Jungunternehmer eine Tochtergesellschaft in Form einer GmbH in Deutschland stellt sich zu ... mehr lesen
Startup
Startup News Der Gründergeist und der Erfolg des Silicon Valley und auch Silicon Wadi hat viele junge Unternehmer in ganz Europa inspiriert. In Europa hat ... mehr lesen
Maurizio Lipari, Geschäftsführer und Inhaber pebe AG.
Publinews Interview  In den Siebziger Jahren gründete ein gewisser Peter Baumann in Frauenfeld ein EDV-Unternehmen. Trotz verschiedener Änderungen in der ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
C Clarunis Universitäres Bauchzentrum Basel St. Claraspital und Universitätsspital Basel Logo
18.04.2019
COMPONECT Logo
18.04.2019
18.04.2019
18.04.2019
Chocolettre Logo
18.04.2019
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 6°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 8°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 7°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 5°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 7°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 8°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Lugano 9°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten